http://www.faz.net/-gqz-73k52

Moderne bis Gegenwart : Wo prächtige Dahlien blühen

  • -Aktualisiert am

Ketterer in München pflegt auch wenig bekannte Avantgarde-Künstler. Angeführt wird das Auktionsangebot allerdings von einem Werk Gabriele Münters.

          Zu Beginn seiner Münchner Herbstauktionen versteigert Ketterer am 19. und 20. Oktober Kunst von der Klassischen Moderne bis heute zu Schätzungen bis 20.000 Euro. Fest ins Programm gehören mittlerweile die „Seitenwege der Deutschen Avantgarde“, ein ausdauernder Versuch, von der Kunstgeschichte vernachlässigten Künstlern in den Sattel zu helfen. Zum Beispiel Lou Albert-Lasard, der ihre Liebesaffäre mit Rilke mehr Ruhm einbrachte als ihre Bilder - einfühlsame Porträts ihrer Freunde und Varieté-Szenen meist. Geboren 1885 in Metz, studierte sie in München, hielt dort Kontakt zum Blaue-Reiter-Kreis wie später zur Berliner „Novembergruppe“.

          1925 stellt sie bei Flechtheim in Berlin aus, darunter auch die „Montmartre“-Mappe, der die expressive, mit Gouache und Aquarell überarbeitete Lithographie eines jungen Mannes mit Zylinder vor Publikum entstammen dürfte (Taxe 900/1200 Euro). Oder Otto Gleichmann, bei dem in Hannover die Avantgarde ein- und ausging: Schwitters, Arp, Lissitzky. Der dann als „entartet“ Verfemte verlor viele Arbeiten durch einen Bombenangriff, erst nach seinem Tod 1963 stieß sein primär expressionistisches Werk auch auf ein gewisses internationales Interesse. Das Tempera-Blatt einer dichtgestaffelten „Erregten Landschaft“ von 1919 erfordert 5000 bis 7000 Euro.

          Auf dem Moderne-Katalog prangt ein Preisausreißer: Gabriele Münters Vase voller „Dahlien“ aus den vierziger Jahren tritt mit 40.000 bis 60.000 Euro an. Knapp dreißig Druckgraphiken Picassos gipfeln mit 18.000 bis 24.000 Euro in der Lithographie „Françoise en soleil“. Das Fähnlein der Bildhauerei halten Gerhard Marcks’ seltene Bronze „Kleine verhüllte Eos“ (15.000/25.000) und Shetlandponys von Renée Sintenis (um 5000) hoch.

          Letztere animierte den Dichter Joachim Ringelnatz erfolgreich zum Malen, und Flechtheim verkaufte gleich die erste Ausstellung fast komplett; Ringelnatz’ „Tanzende Neger“ von 1926 wurde jetzt aus Israel eingeliefert (4000/6000). Die Neue Sachlichkeit vertreten Dix, Felixmüller und Richard Müller prominent. Ein Hauptlos bei der Gegenwart stellt A.R.Pencks Strichmännchen-Treffen auf orangefarbenem Grund (14.000/18.000).

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Das dritte Auge

          Münchner Vorschau III : Das dritte Auge

          Alte Kunst, klassische Moderne und Zeitgenossen werden vom 6. bis zum 8 Dezember bei Neumeister in München offeriert: Eine Vorschau auf die wichtigsten Arbeiten.

          Kopf vom Kuttel Daddeldu

          Bassenge-Auktion : Kopf vom Kuttel Daddeldu

          Knapp 4000 Lose der Alten Kunst und Moderne werden bei Bassenge in Berlin zur Versteigerung angeboten. Darunter auch seltene Arbeiten von Conrad Felixmüller und Johann Anton Ramboux.

          Gabriel besorgt um Stabilität des Libanon Video-Seite öffnen

          „Spiel mit dem Feuer“ : Gabriel besorgt um Stabilität des Libanon

          Nach Gesprächen mit seinem libanesischen Amtskollegen in Berlin sagte Gabriel am Donnerstag, der Libanon dürfe nach den Erfolgen der letzten Jahre nicht wieder destabilisiert werden. Der Außenminister rief die Länder der Region dazu auf, „das Spiel mit dem Feuer“ einzustellen.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Besser mieten, kaufen, wohnen : So erstklassig sind Deutschlands 1-b-Städte

          Alle wollen nach Berlin, München oder Hamburg? Wer eine Immobilie kaufen will, sollte dort nicht länger suchen. Anderswo lässt es sich komfortabler wohnen – und viel mehr Geld verdienen. FAZ.NET zeigt die attraktivsten Städte abseits der Metropolen.

          Chaos bei den Liberalen : Die unklare Kante der FDP

          Die FDP wird in dieser Wahlperiode Opposition sein. Sagt Christian Lindner. Oder vielleicht, hoffentlich, unter gewissen Umständen doch regieren. Sagen andere in der Partei. Ja, was denn nun?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.