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VIP Art Fair Verheddert im Netz

Die virtuelle VIP Art Fair sollte ganz reale Kundschaft anlocken. Doch nicht jedem Kauflustigen gelang es, sich durch das Angebot zu klicken. Nach nur zwei Tagen war die Schau zeitweise lahmgelegt.

© Galerie Max Hetzler/Albert Oehlen Albert Oehlen, „FM 49” von 2011, Öl auf Leinwand, 295 mal 360 cm, bei Max Hetzler für 350.000 Euro

Sie hätte einen Wendepunkt für den internationalen Kunsthandel im Internet bedeuten können: die erste Online-Kunstmesse, die VIP Art Fair unter Beteiligung der wichtigsten Galeristen der Welt. Doch dann kam der Gau, nach 48 Stunden und 3,3 Millionen Klicks brach die Technik zusammen. Zwar konnten die Veranstalter die Website in einer Nachtaktion wieder aktivieren, doch der virtuelle Gang durch die 139 Galerien aus dreißig Ländern glich weiterhin eher einer Geduldsprobe.

Dabei hatten sich die Organisatoren auf eine schlichte Programmierung beschränkt: Es gibt zum Beispiel keine eigenen Avatars, also virtuelle Figuren, die durch die Räume streifen und sich unterhalten können. Ein dreidimensionale Vorstellung entsteht nur durch ein Schattenmännchen, das die Perspektive eines Besuchers simuliert. Beschleunigung trat erst ein, als die wichtigste Funktion deaktiviert wurde, nämlich die Möglichkeit, die Galerie über einen Chat oder eine Videokonferenz direkt zu kontaktieren.

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Besucher, vorab für zwanzig Dollar als VIPs registriert, hätten eigentlich über den Chat auch eine Führung zu den virtuellen Hinterräumen der Galerien bekommen. Neben dem technischen Aufwand, die Stände auf verschiedenen Ebenen zu bestücken, braucht es außerdem viel reales Galeriepersonal, um rund um die Uhr für Anfragen aus aller Welt bereitzustehen, die aber nicht eintrafen. Bei Sprüth Magers in Berlin hatte man sich in Schichten eingeteilt, um Fragen nach Werken von George Condo, Fischli/Weiss oder Barbara Kruger beantworten zu können.

Doch der Aufwand war vergebens. Die Veranstalter versuchten, schnellstmöglich eine Lösung zu finden. Die Messe sei eine Enttäuschung, lautet jedoch das Urteil von Iris Scheffler, Mitarbeiterin von Sprüth Magers. Verständlich, denn die Premiere der VIP Art Fair bot nun nicht mehr als eine Zusammenstellung von Internetseiten. Ohne Chat ist die Kommunikation auf E-Mails und das klassische Telefon beschränkt.

Vierzehn Werke von Gerhard Richter

Bei Schönewald in Düsseldorf sieht man die Turbulenzen gelassener: „Wir wussten, dass wir uns auf ein Experiment einlassen“, sagt Paul Schönewald, „eine Messe im Internet ist die Zukunft, und deswegen würden wir auch im nächsten Jahr wieder teilnehmen.“

Schönewald hatte die Chat-Funktion sowieso nicht eingesetzt und sich auf das Zeigen seiner Kunst konzentriert: Zum Beispiel Gerhard Richters blau-violette Abstraktion „10.10.1985“ aus Öl und Wasserfarbe für 110.000 Dollar. Richter ist insgesamt der am häufigsten angebotene Künstler auf der gesamten Messe. Vierzehn Mal kann man ein Werk von ihm anklicken; auch Faurschou in Kopenhagen und Marian Goodman Gallery in New York hoffen, mit dem deutschen Maler Erfolg zu haben.

Preisspannen anstelle von Preisen

Besonders vage hält man es auf der Messe mit den Preisen: Es gibt verschiedene Kategorien, je höher der Preis, desto größer die Spanne. Gagosian gibt für Damien Hirsts rosafarbenes Schmetterlings-Gemälde „Untitled (Birthday Card)“, 84 mal 84 Zentimeter groß und von 2000, eine Spanne von 500.000 bis eine Million Dollar an. Andreas Gursky ist dort mit dem Foto „EM, Arena, Amsterdam I“ vertreten und ebenfalls mit 500.000 Dollar bis eine Million Dollar ausgezeichnet.

Warhols gemalte Pistole „Guns“ von 1981 erfordert genauso 500.000 Dollar bis eine Million Dollar. Anselm Reyles „Eternity“-Skulptur in Blau von 2009 schafft es nur in eine niedrigere Kategorie: Sie soll 250.000 bis 500.000 Dollar kosten. Aber für präzisere Information kann man ja mal versuchen, in Paris, Rom, London, Hongkong, Beverly Hills, Genf, New York oder Athen anzurufen.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 30.01.2011, 05:25 Uhr

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