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Art Basel Hong Kong : In den künstlichen Landschaften einer Parallelwelt

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Die Art Basel Hong Kong gewinnt weiter an Profil. Die vierte Ausgabe der Messe ist der Magnet in Asiens Kunstszene. Doch auch der Erfolgsdruck ist hoch. Und es ist verständlich, dass sich die örtliche Szene eine stärkere Einbindung wünscht.

          „A coffee a day keeps the burden at bay“ steht in großen Lettern an der Wand eines Cafés, gleich um die Ecke vom Hong Kong Convention and Exhibition Centre (HKCEC). Ein Menschenstrom fließt vorbei zur U-Bahn, wo auf einem Schild gewarnt wird: „Luftballons in Metallicfarben sind auf den Rolltreppen und in der U-Bahn nicht erlaubt.“ Rentner in Regenjacken studieren unter ein paar Bäumen Tai Chi-Übungen ein, während vor dem HKCEC die geladenen VIP-Gäste zur Preview der Art Basel Hong Kong in ihren Luxuslimousinen vorfahren; es soll etwa 1500 von ihnen geben. In ihrer vierten Ausgabe zeigt sich die Messe selbstbewusster denn je, sie ist unbestritten stärkster Magnet der Kunstwelt in Asien. Das bestätigt auch Birte Kleemann von der Galerie Michael Werner in London/New York, die aus Seoul eingeflogen ist; dort hat sie gerade die Ausstellung „Markus Lüpertz and A. R. Penck in Dialogue“ bei der Lee Eugean Gallery kuratiert. Werner ist zum fünften Mal in Hongkong dabei (schon bei der ursprünglichen ArtHK) mit seinem typischen Programm. Eine großes Bild von Baselitz, „The Woman Left Side“ mit frühlingshaftem Blumenstrauß aus dem Jahr 1997, wurde gleich am ersten Tag in eine asiatische Sammlung vermittelt; an einer anderen Wand hängen Picabias aus Michael Werners Privatbesitz.

          Sammler, Händler, Kuratoren und nicht zuletzt die lokale Kunstszene schätzen nicht nur das Ausstellungsprogramm der Messe, sondern auch das immer breitere Rahmenprogramm, von Filmen bis zu Podiumsdiskussionen. Daneben laden Museen, Sponsoren und Galerien zu Abendessen, Partys und Performances ein. Achtzig zusätzliche Veranstaltungen bietet allein die Messe diesmal, sagt Marc Spiegler, seit 2014 alleiniger Direktor der Art Basel (in Basel, Miami und Hongkong). 240 internationale Galerien sind auf zwei Etagen vertreten, ähnlich viele wie 2015, etwa 600 hatten sich beworben. Einige der Teilnehmer geben zu, dass sie vor Beginn etwas nervös waren, wegen der wenig optimistischen Aussichten der chinesischen Wirtschaft und schwächelnder Auktionsergebnisse. Doch Sorgen um ein nachlassendes Sammlerinteresse schienen nach den ersten beiden Tagen bei den meisten verflogen. Die Schau zieht Sammler aus ganz Asien an, nicht nur aus China, und das gleicht weitgehend diejenigen Europäer und Amerikaner aus, die wegen Ostern ausblieben: Das Ökosystem der internationalen Kunstszene ist ein Organismus, der sich selbst am Leben hält. „Man sollte sowieso von Auktionsergebnissen nicht auf Messeverkäufe schließen“, sagt Adeline Ooi, seit 2014 die malaysische Direktorin der Art Basel in Asien, „die meisten Galerien können sich auf ihre Beziehungen zu treuen Sammlern verlassen.“ Stolze 93 Prozent der Aussteller kamen zum wiederholten Mal nach Hongkong, Indikator für die Attraktivität des Standorts. Allerdings nur sieben Teilnehmer haben ihren einzigen Sitz in Hongkong, neun weitere hier einen Ableger.

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