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Brussels Antiques & Fine Arts Fair Im Herzen Europas

 ·  In Brüssel treffen sich auf der Brussels Antiques & Fine Arts Fair internationale Kunsthändler. Sie zeigen Werke aus allen Jahrhunderten bis hin zu zwei ausgestopften Hausschweinen von Wim Delvoye.

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Es gibt einen Raum auf der Brafa, Brussels Antiques & Fine Arts Fair, in dem nur ein einziges Objekt ausgestellt ist – ein seltener Anblick auf einer Antiquitätenmesse. Diese besondere Ehre kommt einer kongolesischen Skulptur zuteil, die von einem Geländer geschützt und auf einem Sockel plaziert dramatisch ausgeleuchtet ist, während der Rest des Raums im Dunkeln bleibt. Die Claes Gallery in Brüssel hebt damit bewusst den mystischen Charakter des Medizinmännchens hervor, denn an ihm haften angeblich Spuren eines magischen Pulvers. Im Jahr 1905 hatten Missionare im Kongo die Skulptur bei der christianisierten Bevölkerung gesehen und 1914 nach Belgien gebracht. Seit 1930 im Privatbesitz einer belgischen Familie war die Skulptur schon vor der Messe verkauft.

Ihre schamanische Anziehungskraft sorgt für eine bedeutungsvolle und feierliche Atmosphäre auf der Messe, zu der 132 Aussteller vor allem aus Belgien und Frankreich angereist sind, um bis zum kommenden Sonntag ihre besten Stücke in den weitläufigen und hohen Hallen des ehemaligen Rangierbahnhofs von Thurn & Taxis anzubieten. Zu den bekanntesten Ausstellern gehören die Galerie de Jonckheere aus Paris, Axel Vervoordt aus s’-Gravenwezel und Ludorff aus Düsseldorf. De Jonckheere hat Jan Mandijns kleine Tafel „The Temptation of Saint Anthony in a panoramic landscape“ mitgebracht, Vervoordt zeigt unter anderem ein „Concetto Spaziale - Attesa - 59 T 120“ aus dem Jahr 1959 von Lucio Fontana für 700.000 Euro.

Unter den vielen, attraktiven Werken der Renaissance fällt eine 1,2 Meter hohe Holzskulptur ins Auge: Die „Virgin of the Annunciation“ aus der Werkstatt der Meister von Hakendover, also aus den Jahren zwischen 1400 und 1420. Francis Carrette konnte sie schon am ersten Messetag für 50.000 Euro vermitteln. Nur halb so groß, dafür durch eine Signatur dem holländischen Bildhauer Jan van Steffeswert zuzuordnen, ist die „Heilige Katharina“ aus Holz um 1520 bei Rainer Jungbauer aus Straubing für 65.000 Euro.

Für Aufregung sorgte die mit „LC“ signierte Madonnendarstellung „Jungfrau und Kind, Heiliger Johannes und Engel“ aus den zwanziger Jahren des sechzehnten Jahrhunderts von Lucas Cranach dem Älteren. Die Experten der Messe kamen nicht zum gleichen Urteil wie die Spezialisten der Galerie Theotokópoulos aus Madrid. Sie baten darum, die Bezeichnung „und Werkstatt“ hinter den Namen des Meisters hinzuzufügen. Der Preis aber bleibt bei 600.000 Euro.

Das Publikum scheint sich derweil besonders am Historismus des 19. Jahrhundert zu erfreuen, weshalb auffallend viele der „Vanillepudding-Figuren“, wie Emile Zola einst die klassische Linienführung sowie Weichheit und Samtigkeit der „Grande Peinture“ in Paris bezeichnete, von den Händlern angeboten werden. Tierisch wird es bei Guy Pieters aus dem belgischen Knokke mit Wim Delvoyes Skulpturen zweier ausgestopfter Hausschweine, auf deren Rücken Jesus oder die Comicfigur Sailor Moon tätowiert sind (180.000 Euro). Ein Heimspiel hat wie Delvoye auch Jan Fabre am Stand der Galerie Jamar aus Antwerpen: Er setzt ebenfalls auf das künstlerische Spiel mit Tieren, indem er Büsten als Jagdtrophäen an die Wand hängt und ihnen Hirschgeweihe oder Hörner verpasst. Die Bronzen, Auflage 12, kosten je 75.000 Euro.

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