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Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Aus dem Kunstmarkt Aktuelle Meldungen

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„Heidelberg mit einem Regenbogen“

 Joseph Mallord William Turners prächtiges Aquarell, wird am 31. Januar in der Auktion mit Altmeistergemälden und -skulpturen bei Sotheby’s in New York  versteigert. Der Schätzpreis für das 1840 vom Kupferstecher Thomas Prior bei Turner in Auftrag gegebene Motiv liegt bei vier bis sechs Millionen Dollar. Die exquisite Qualität des Blattes machte es 2001 zum ersten Aquarell des Künstlers, das bei einer Londoner Sotheby’s-Auktion mehr als eine Million Pfund – und damit einen Weltrekordpreis – erzielte. F.A.Z.

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Historisches „Plastikgeld“

Auch so etwas hat sich über die Zeitläufte – inzwischen gut ein Vierteljahrhundert – gerettet: einer der zwei Prototypen der ersten Kreditkarte mit einem Magnetstreifen (der andere befindet sich im Computer History Museum in Mountain View in Kalifornien). Ein Team von IBM hat das Pappkärtchen mit Magnetband um 1960 erfunden: Man suchte nach einer Möglichkeit, die Karten von Diner’s Club, American Express und Visa mit einem kompatiblen Datenspeicher zu versehen, nicht zuletzt um die Verkäufe von Computern zu steigern.

Das war die Geburtsstunde des „Plastikgelds“, sein Einsatz zählt inzwischen weltweit nach Billionen von Transaktionen. Geschätzt auf 10.000 bis 20.000 Dollar, kam die 8,5 mal 5,4 Zentimeter kleine Ur-Karte auf 23.750 Dollar. Eigentlich ziemlich günstig für einen solchen Geistesblitz.

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Sams Klavier versteigert

In „Casablanca“, dem filmischen Rührstück aus dem Jahr 1942, dem kaum jemand entkommt, gibt es zwei Klaviere: Eines stand in „Rick’s Café Américain“ eben in Casablanca und steht heute im Warner Bros. Museum in Burbank. Das andere stand in der Bar „La Belle Aurore“ in Paris, wo Sam zum ersten Mal für Ilsa und Rick „As Time Goes By“ spielt.

Dieses Piano ist bei Sotheby’s in New York versteigert worden. Sein Vorbesitzer hatte 1988 auch schon 154.000 Dollar dafür bezahlt. Jetzt kostete es 602.500 Dollar; die Erwartung hatte freilich bei 800.000 bis 1,2 Millionen Dollar gelegen. Dafür muss es wohl noch ein bisschen mehr Patina ansetzen. rmg

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Mehr Sammler für Madrids Arco

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, damit die 32. Internationale Messe Zeitgenössischer Kunst in Madrid, die Arco, vom 13. bis zum 17. Februar Sammlern, Museumsleuten und Kunstfreunden die Hallen öffnen kann. Im Hauptprogramm zeigen 147 Galerien neueste Strömungen und Klassische Moderne; hinzu kommen allerdings noch viele Galerien in den Sonderprogrammen: Insgesamt wird mit 202 Ausstellern aus dreißig Ländern gerechnet, das wären nur dreizehn weniger als 2012. Und eingeladen werden diesmal bedeutend mehr internationale Sammler.

Im Hauptprogramm hat sich die Hervorhebung eines einzelnen Künstlers durch die Galeristen bewährt, bei den Sondersektionen stellt „Opening“ wieder 22 Galerien vor, die seit weniger als sieben Jahren auf dem Markt sind und besonders frische und junge Kunst mitbringen; mit dabei sind vier Berliner und eine Kölner Galerie. „Focus Türkei“ stellt zehn Galerien aus Istanbul vor, „Solo Projects: Focus Lateinamerika“ 23 auf lateinamerikanische Künstler spezialisierte Galerien aus aller Welt. Zu diesen gehören WienLukatsch aus Berlin und Nusser& Baumgart aus München. Nach den siebzig spanischen Galerien im Hauptprogramm kommt die zweitgrößte Gruppe mit 21 Ausstellern ohnehin wieder aus Deutschland.

Der Direktor Carlos Urroz versucht, für die Messetage ein Aussetzen oder eine Reduzierung der seit diesem Herbst in Spanien auf 21Prozent erhöhten Mehrwertsteuer zu erreichen, um den spanischen und ausländischen Galerien die Chancengleichheit mit den Ausstellern aus EU-Ländern mit geringerem Steuersatz zu ermöglichen. Ob das Finanzministerium mitspielt, steht noch in den Sternen. küg.

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Mütze, Schal und warme Schuhe

Kein Zweifel, Karl Hagemeister malte seinen „Verschneiten Birkenwald“ 1891 unmittelbar vor dem Motiv. Fotografiert hat den Künstler in Mantel, Mütze und wärmendem Schuhwerk ein Zeitgenosse direkt vor der Leinwand, die den märkischen Naturausschnitt in Originalgröße wiedergibt. Das bisher unbekannte Gemälde rangiert als Spitzenlos unter den knapp 2000 Losen, mit denen Leo Spik in Berlin vom 6. bis zum 8. Dezember aufwartet (Taxe 55.000 Euro).

Otto von Faber du Faurs Vorstudie zu dem 1877 vollendeten Historienbild „Attacke der Chasseurs d’Afrique bei Floing“ soll 20.000 Euro einspielen. Für Hanns Pellars „Clair“ mit Muff und großem Federhut (4500) erhofft man sich eine ähnliche Steigerung, wie sie zuletzt die nicht minder herausgeputzte „Hetty“ erzielte, die von 6000 Euro auf 90.000 Euro kletterte. 12.000 Euro fordert ein Florentiner Refektoriumstisch des 16. Jahrhunderts, den ein italienischer Verehrer dem 1991 gestorbenen Pianisten Wilhelm Kempff übereignete. C.B.

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Benefizauktion: American Academy

Im Rahmen der 200. Versteigerung im Berliner Auktionshaus Villa Grisebach werden am Abend des 30. November Werke für einen guten Zweck versteigert: Mit dem Erlös der Benefizauktion wird das Max Beckmann Stipendium an der American Academy in Berlin gefördert. Angeboten werden unter anderen Arbeiten von Anselm Kiefer, Georg Baselitz, Max Beckmann, Barbara Kruger, Raymond Pettibon und Thomas Demand.

Alice Neels „Portrait Dick Bagley“ von 1946 ist auf 280.000 bis 350.000 Euro geschätzt. Jenny Holzers „Selection from Survival: People look like...“ von 2006 aus Marmor soll 60.000 bis 80.000 Euro einspielen. Dekorativ ist Edward Ruschas „Anchor with Rope“ aus dem Jahr 2010 für geschätzte 10.000 bis 15.000 Euro. Und ein unbetiteltes Gemälde von Matt Mullican ist beziffert mit einer Schätzung auf 18.000 bis 24.000 Euro. Erschwinglicher ist nur Louise Lawlers Fotografie „Assembled“ von 2010/11 für geschätzte 1500 bis 2500 Euro. Tacita Dean, Alex Katz, Julie Mehretu und Günther Uecker haben speziell Werke für die Auktion geschaffen. swka

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Karneval

An die Unwägbarkeiten eines Würfelspiels gemahnt das „Alea Parallela“ betitelte Gemälde von Piero Dorazio, das am 16. November bei Jeschke Van Vliet in Berlin zur Taxe von 70.000 Euro versteigert wird: Aus Privatbesitz eingeliefert, repräsentiert das sechzig mal neunzig Zentimeter große Bild mit teils horizontal lagernden, teils diagonal vor flaschengrünem Grund angeordneten Balken von 1965 eine fruchtbare Schaffensperiode des 2005 gestorbenen Doyens der italienischen Nachkriegs-Abstraktion. Unter den deutschen Kunsthändlern war es der Berliner Rudolf Springer, der schon in den fünfziger Jahren sein Interesse an der kultivierten Formensprache des zweimaligen Documenta-Teilnehmers bekundete, Ausstellungen für Dorazio arrangierte und einen Sammlerstamm aufbaute.

Der Exilrusse Nicolas Tarkhoff, Dauergast bei Jeschke Van Vliet, ist mit „Mi-Carême de Paris“, der Schilderung des Karnevalstreibens auf den Straßen der Stadt, vertreten (Taxe 60.000 Euro). Ebenfalls kurz nach der Jahrhundertwende, 1902, entstanden Karl Hagemeisters großformatige „Silberpappeln“ am Ufer eines märkischen Gewässers (18.000). Einen Rückgriff auf die Genremalerei der Gründerzeit erlaubte sich der von 1900 bis 1935 an der Dresdner Kunstakademie lehrende, als Zuchtmeister des neusachlichen Nachwuchses gefürchtete Richard Müller, dessen mit naturalistischen Details überfrachtete „Alte Mühle in Rochwitz“ mit 8000 Euro firmiert. C.B.

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Noch ein Goya: Können Pigmente lügen?

Ein spanischer Sammler, der kein Hehl daraus macht, schon manch ein Schnäppchen aus „italienischer Schule“ nach gründlicher Analyse als ein Werk Francisco de Goyas identifiziert zu haben, ist, so wollen es Gerüchte, der Einlieferer des kleinen Ölbilds, das am 15. November in Madrid im Auktionshaus Galileo versteigert wird. „San Luis Gonzaga“, das Pendant zum „Heiligen Johannes Nepomuk“, gemalt zwischen 1770 und 1780, wird auf 1,2 bis 1,5 Millionen Euro geschätzt. Aloisius Gonzaga, wie der Heilige im Deutschen heißt, erlag mit nur 23 Jahren der Pest, als er die Qual der Kranken lindern wollte.

Die Zuschreibung beruft sich auf Recherchen von Nigel Glendinning und José Manuel Arnaiz sowie Röntgenaufnahmen und Pigmentanalysen zweier Universitäten. Die Analysen der Polytechnischen Universität von Katalonien ergaben, dass es sich um dieselben Pigmente handelt, die Goya für sein Bild „Bautismo de Cristo“ (Die Taufe Christi) verwendete, an dessen Authentizität keine Zweifel bestünden. Das Prado-Museum übrigens, das die größte Sammlung mit Werken Goyas besitzt und als Referenzzentrum gelten darf, hat in der Vergangenheit bereits mehrere solcher Zuschreibungen zurückgewiesen – und eben als „italienische Schule“ klassifiziert. küg.

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Benefizauktion: Pinakothek in München

In der Münchner Pinakothek der Moderne steigt am 24. November zum zehnten Mal eine Party für die Kunst, veranstaltet von „Pin.“, dem Freundeskreis des Hauses. Höhepunkt des Festes ist die Benefizauktion zugunsten von Neuankäufen. Dank Spenden von Künstlern, Galerien und Sammlungen stehen unter anderem Arbeiten von Sylvie Fleury, Richard Avedon, Jonathan Meese, Thomas Ruff, Hansjoerg Dobliar, Wade Guyton, Zoe Leonard und Terry Winters zu Gebot.

In diesem Jahr hat sich die Sammlung Moderne Kunst gleich zwei Gemälde von Georg Baselitz vom Freundeskreis gewünscht: Mit „Die große Nacht von damals“ und „Pauls Hund“, beide aus der Remix-Serie, möchte sie ihre gewichtige Baselitz-Sammlung noch weiter ausbauen. Die „Pin-Parties“ wuchsen sich in den zehn Jahren ihrer Existenz zum echten Erfolgsmodell aus: Die Auktion vor einem Jahr spielte 600.000 Euro ein. bsa.

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Spektakuläre Ergebnisse für Asiatika bei Koller

Vier Gesichter und acht Arme hat die bronzene Pancaraksha-Göttin. Die feuervergoldete Kupferfigur wird als in Tibet entstandene Bildhauerarbeit nepalesischer Schule beschrieben, entstanden ist sie vor 500 bis 600 Jahren. Sie soll ihren Besitzer vor den Nöten des Lebens bewahren. Um diesen Glücksbonus stritten sich bei Kollers Auktionen mit Asiatika an den Telefonen acht chinesische Bieter und ein Interessent aus England.

Nach langem Ringen ging die 32 Zentimeter hohe Plastik aus einer alten Schweizer Privatsammlung nach Fernost. Spektakulär war nicht nur das Interesse für dieses und weitere Stücke der 400 Lose umfassenden Auktion, sondern vor allem die erzielten Zuschläge. Pancaraksha war mit einer Taxe von 120.000 bis 180.000 Franken gestartet und notierte am Ende bei 2,8Millionen. Nur sieben Zentimeter hoch ist ein Jade-Siegel, das vermutlich zur Sammlung von Kaiser Jiaqing zählte. Es erreicht nicht taxierte 1000 bis 1500 Franken, sondern 190.000 Franken. Für Koller wurde das Ergebnis von 6,2 Millionen Franken (knapp das Dreifache der Gesamtschätzung) zum Höhepunkt in vierzig Jahren Asiatika-Auktionen. tir.

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Kölner Hahn-Preis an Andrea Fraser

Die in Los Angeles lebende Künstlerin Andrea Fraser erhält den Wolfgang Hahn-Preis, den die Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig in Köln vergibt. „Frasers umfassendes Œuvre – Performances, Videos und Texte – sind präzise Analysen genauso wie kritische, zum Teil auch humorvolle Kommentare zum Kunstbetrieb.

Ihre Performances sind bis auf die letzte Geste recherchierte, choreographierte und von Andrea Fraser selber realisierte Aufführungen“, begründet der Gastjuror Yilmaz Dziewior, Direktor des Kunsthauses Bregenz, die Wahl der 1965 geborenen Künstlerin. Die Auszeichnung im Wert von 100.000 Euro umfasst eine Überblicksausstellung im Museum Ludwig, den Ankauf einer Arbeit, die noch ausgewählt wird, und einen Katalog. Der Preis, der an den Kölner Restaurator und Kunstsammler Wolfgang Hahn (1924 bis 1987) erinnert, wird am 20. April zur Eröffnung der Ausstellung überreicht.aro.

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Asiatika bei Nagel

Zwei dicke gebundene Kataloge bilden nur einen Ausschnitt der Asiatika-Auktion von Nagel am 31. Oktober mit japanischer Kunst und am 2., 3. und 5. November mit Objekten aus China. Insgesamt kommen 3000 Lose zur Auktion. Die höchste Aufmerksamkeit gebührt sicherlich der Sammlung des deutschen Designers Peter Schmidt. Ein Teil seiner Kollektion wurde dem Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg gestiftet. Der Rest kommt nun zur Versteigerung: 150 Objekte enthalten auch eine 62 Zentimeter hohe große feuervergoldete Bronze des Buddha Shakyamuni der Ming-Dyastie (Taxe 60.000 Euro). Auf 40.000 Euro ist eine Bronze des gleichen Buddhas aus dem Tibet des
14. und 15. Jahrhunderts geschätzt.

Mit Los 745 ist ein einsamer Angler am See ausgezeichnet, der 1936 von Zhang Daqian im Stil der Yuan-Meister gemalt wurde und dem Feldmarschall Blomberg als Ehrerbietung überreicht wurde (120.000/150.000). Im weiteren Angebot lohnt eine feine Fencai-Balustervase aus der Sammlung eines besonderen Herrn: Konrad Adenauer (80.000). swka

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Designers’ Open und Grassimesse in Leipzig

An diesem Wochenende steht Leipzig im Zeichen des Kunsthandwerks: mit der Grassimesse und den Designers’ Open. Auf beiden Messen präsentieren insgesamt 280 internationale Aussteller neueste Entwürfe und Produkte. Die Grassimesse bietet im Artdéco-Ambiente des Museums für Angewandte Kunst hundert Ausstellern ein Forum. Dort geht es um hochwertige Kunst, die Galerien und Museen ansprechen sollen. Die Designers’Open wechseln jedes Jahr ihren Standort und verstehen sich als Festival, das aktuelle Trends vorstellt. An diesem Wochenende besetzten sie den Campus der Sportwissenschaftlichen Fakultät. F.A.Z.

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Graphik und Kunst bei Winterberg

Bei Winterberg kommen am Samstag, dem 3. November, insgesamt 1172 Lose zum Aufruf. Die 85. Auktion des Heidelberger Versteigerungshauses mit Graphik und Kunst vom 16. bis ins 20. Jahrhundert wird preislich angeführt von Philibert-Louis Beducourts dramatischem Gemälde „Petit Tte de Femme“ aus dem Jahr 1780 für geschätzte 42.000 Euro. Das Bild wurde im Jahr 1920 im Louvre gezeigt, und der Katalog zur damaligen Salon-Schau beschreibt das Bild als eines von nur zwei bekannten Porträts des Künstlers in Öl. Ausdrücklich wird von den Autoren die Wärme des Kolorits gelobt. Rund dreißig Jahre vorher entstand Tiepolos dynamische Radierung der „Flucht nach Ägypten“. Sie zeigt Joseph, der das Jesuskind im Arm von Maria verehrt. Das Blatt aus dem Jahr 1753 soll 4300 Euro einbringen.

Einen Zeitsprung machen wir zu Max Beckmanns „Spielenden Kindern“; die schräge Kaltnadelradierung aus dem Jahr 1923 wird von Winterberg mit 11.500 Euro beziffert. Vertraut grotesk zeigt Otto Dix „Louis und Vohse“ auf einer Lithographie 1923 (19.800 Euro). Einen gegensätzlichen Geschmack adressiert Otto Dills Gemälde „Zur Schwemme“ mit zwei Bauern zu Pferde (Taxe 17.500 Euro). Blickt man auf das Angebot aus dem 15. Jahrhundert, fällt eine lateinische Handschrift auf Pergament ins Auge, um 1440 in der Diözese Mâcon entstanden: Die reichverzierten Blätter im Maroquineinband mit Kalendarium, Heiligenlitanei, Hymnen und einigem mehr sind auf 29.500 Euro geschätzt. swka

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Antike bei Cahn

Zur Basel Ancient Art Fair, die vom 2. bis zum 7. November stattfindet, veranstaltet Cahn wieder seine Auktion mit antiker Kunst. Im Katalog für die Versteigerung am 3. November sind 356 Lose verzeichnet. Im Konvolut fällt antikes Glas aus einer Privatsammlung auf, darunter eine monumentale Amphora des Exekias, um 535 bis 530 vor Christi. Die Provenienz der Vase ist bis ins 19. Jahrhundert zurückzuverfolgen (Taxe 80.000 Franken).

Die Schmuck-Sammlung Kofler aus Luzern enthält einen 295 Gramm schweren ägyptischen Schlangenarmreif aus Gold (25.000). Ein frühkykladisches Idol, ein sitzender Hafenspieler von 2700 bis 2300 vor Christi, kommt aus dem Nachlass Odilon Ferreira de Almeidas (75.000). Zu den Spitzenlosen zählt auch die hellenistische Statue eines Satyrs mit Weinschlauch, die im 18. Jahrhundert restauriert wurde. Sie ist auf 60.000 Franken geschätzt. swka

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Ergebnisse: Benefizauktion für das Museum Ludwig

Die Abschiedsinitiative von Kasper König, dem scheidenden Direktor des Museums Ludwig in Köln, hat sich gelohnt – das hat das Museum nun schwarz auf weiß: Insgesamt wurden 2,2 Millionen Euro mit 258 Losen umgesetzt. Die Kunststiftung des Hauses hatte Künstler, die König nicht nur in Köln gefördert und begleitet hat, gebeten, Werke für eine Benefizauktion zugunsten des Museums zur Verfügung zu stellen. In einer ersten Auktion in Köln waren bereits 125.800 Euro zusammengekommen. Am vergangenen Wochenende dann ging es um die hochpreisigen Werke im Rahmen der Auktion mit Gegenwartskunst bei Sotheby’s in London. Das teuerste Los dort war ein abstraktes schwarzweißes Gemälde von Wade Guyton aus dem Jahr 2010, mit der Widmung „For Ludwig“ auf der Rückseite: Es ließ seine Schätzung von 80.000 bis 120.000 Pfund mit einem Hammerpreis von 350.000 Pfund am deutlichsten hinter sich.

Die Auktion startete mit einer beachtlichen Preissteigerung für eine Arbeit von Maurizio Cattelan, die mit 22000 Pfund ihre untere Taxe von 8000 bis 12.000 Pfund weit abhängte. On Kawaras „Date Painting“ brachte es auf 260.000 Pfund (Taxe 100.000/ 150.000), Thomas Schüttes „General“ auf 240.000 Pfund (100.000/150.000) und Rosemarie Trockels Wollstrickbild auf 115.000 (80.000/120.000). Und auch Isa Genzkens Nofretete-Adaption kletterte auf 110.000 Pfund (60.000/80.000). In London wurden 85 Prozent nach Losen verkauft. Das Museum Ludwig, dessen Leitung im November Philipp Kaiser übernehmen wird, darf sich freuen: Der Erlös kommt der Kunststiftung des Museums zugute und unterstützt damit zukünftige Projekte. swka

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Bei Bolland & Marotz: Auktion „Villa Azar“

Bolland & Marotz in Bremen, kürzlich übernommen von Christian Gründel und Vincent ten Vergert, den Eigentümern der Berliner Auktionsfirma Historia, veranstaltet seine erste Haus-Auktion: Die seit drei Generationen im Familienbesitz befindliche Villa Azar im hessischen Schlangenbad wird wegen des Umzugs der Familie aufgelöst. Am 14. Oktober kommen Sammelobjekte der Antike, Asiatika, ein mittelalterliches Sandstein-Taufbecken (Taxe 7000 Euro), Teppiche im vier- bis fünfstelligen Schätzbereich – darunter ein etwa 35 Quadratmeter großer Palastteppich, um 1800 (200.000 Euro) – und feinstes, vor allem italienisches Design. Zu den Möbeln gehören Spitzenstücke von Knoll International, SaporitiItalia und Philippe Starck, und es gibt zahlreiche Leuchten, Vasen und Spiegel der Meistermanufakturen aus Murano. vvw

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Bei Bassenge in Berlin: Bücher und Autographen

Einen Querschnitt durch die skurrilen Hinterlassenschaften des Hans Bötticher alias Joachim Ringelnatz bietet die vom 17. bis 20.Oktober dauernde Herbstauktion bei Bassenge in Berlin. Dort erscheint eine 1923 bei Kurt Wolff in München edierte Vorzugsausgabe der haarsträubenden Erzählungen des Seebären „Kuttel Daddeldu“, der nach einem Diktum Alfred Polgars den „Stein der Narren“ gefunden und umgewälzt hat (Taxe 2500 Euro). Der vom Sprachwitz des Außenseiters gefesselten „Gemeinde“ werden knapp fünfzig „Ringelnatziana“ zu Preisen von siebzig bis 4500 Euro angeboten.

Die hundertste Versteigerung des im Sommer 1963 gegründeten Auktionshauses setzt mit der Offerte illuminierter Stundenbücher des Spätmittelalters ein. Mit 100.000 Euro am höchsten bewertet ist ein dem „Master of the Burgundian Prelates“ zugeschriebenes Exemplar mit Heiligendarstellungen, das einst dem amerikanischen Bibliophilen Robert Hoe gehörte. Bei den Inkunabeln fesselt die von dem Benediktinermönch Ranulf Higden verfasste, 1482 bei William Caxton gedruckte erste Weltgeschichte in englischer Sprache (85.000).

Rezepte für die Zubereitung schmackhafter Suppen und Pasteten verraten 1726 die Aufzeichnungen des Mainzer Gourmets Christian Raup (300), während für Conrad Haggers „Neues Salzburgisches Kochbuch für vornehme Höfe“ stolze 8000 Euro verlangt werden. Auf ebenfalls 8000 Euro geschätzt ist die Rarität der Bühnenbildentwürfe, mit denen Alessandro Sanquirico zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Mailänder Scala versorgte: Es handelt sich um ein kostbar ausgestattetes Widmungsexemplar für die Herzogin Maria Elisabetta von Savoyen, seine Förderin. Weitere Augenfreuden versprechen knapp 200 Darstellungen Alexandre Bivorts „Album der Pomologie“ (18.000).

Im Zentrum der Abteilung „Literatur und Buchillustration“ erscheint ein Raubdruck von Goethes Werken, die sogenannte „Geistinger-Ausgabe“, Wien 1810/15 (3000). Hauptlos bei den Autographen ist Hans Falladas unbekannt gebliebene, eigenhändige Filmfassung seines letzten Romans „Ein Mann will nach oben“ (20.000). Ein Konvolut mit Dokumenten zum Leben von Max Reinhardt, erstklassiges Material für eine Monographie, sollte für 12.000 Euro in zuständige Hände geraten.

Camilla Blechen

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Von der einen Hand zur anderen

Ringlein, Ringlein, du musst wandern – bis einer kommt und es nicht mehr aus der Hand lässt: Jürgen Abeler (1933 bis 2010), geboren in eine Wuppertaler Uhrmacher- und Goldschmiedfamilie, sammelte im Lauf seines Lebens unter anderem Uhren, Speisekarten oder Weinetiketten, insgesamt mehr als 40.000 Objekte – vor allem aber Ringe, vom alten Ägypten über Rom bis ins 21. Jahrhundert. Jetzt versteigert Christie’s seine Kollektion, die 2011 im Deutschen Goldschmiedehaus Hanau ausgestellt war, am 9. Oktober in South Kensington.

Eine wahre Fundgrube tut sich auf, kein Ringlein war Jürgen Abeler zu gering, keines zu verwegen geformt, aus Gold oder Stein, Holz oder Knochen, oft in Gruppen zusammengefasst, mit Schätzungen von 800 Pfund an. Wer’s, zum Beispiel, mythologisch mag, kann auf einem Kameoring um 1790 Leda samt ihrem Schwan an seinen Finger stecken (Taxe 800/1200 Pfund), wer’s gern ein wenig morbid hat, der greift zu einem goldenen Trauerring für Lord Nelson, auf dem in schwarzem Email „Trafalgar“ geschrieben steht, mit 5000 bis 7000 Pfund das teuerste Stück. Und wer’s eher gruslig schätzt, streife sich sanft einen „Memento mori“-Ring des späten 16. Jahrhunderts (3000/4000) über. (rmg)

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Ergebnisse: Auktion fürs Museum Ludwig

Das ist die wohl witzigste Rolle, die Kasper König am Museum Ludwig gespielt hat: Kunstexperte auf einer Versteigerung. Die Benefizauktion, bei der dreißig Werke ihm verbundener Künstler unter den Hammer kamen, wurde zwar von Philipp Herzog von Württemberg, Geschäftsführer Sotheby’s Deutschland, geleitet, doch der scheidende Direktor, der ihm wie ein Wachhund zu Füßen saß, knurrte immer wieder kennerhafte Einschätzungen an „Kölner Patrioten“ oder großzügige Stifter dazwischen, um die Bietgefechte anzustacheln.

Spitzenreiter war ein Foto der Zeche Hannibal von Bernd und Hilla Becher, das seine untere Taxe von 12.000 Euro verdoppelte. Insgesamt wurden 125.800 Euro erzielt, die der Kunststiftung im Museum Ludwig zugutekommen, die das Haus in aktuellen Vorhaben unterstützt. Doch das war nur der Anfang: Vierzig höher taxierte Werke werden am 13. Oktober bei Sotheby’s in London aufgerufen.aro.

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Urvieh: Apple 1 wird in London versteigert

Es war einmal, denn diese Zeit ist vorbei, da erlebte man, wenn man an einem Apple-Computer saß, ein Unikat-Gefühl. Apple war einzigartig, man konnte es sehen, fühlen, riechen. Es galt, anders zu sein als die Masse, die ein schnödes Windows-PC-Leben führte. Jetzt kommt das Urvieh der Apple-Bewegung zur Auktion: ein „Apple1“ aus dem Jahr 1976. Er wurde damals gestaltet und handgemacht von Steve Wozniak. Sein Freund Steve Jobs sorgte für den Verkauf und die Vermarktung. Der Apple1 kostete 666,66Dollar. Jetzt wird ein Exemplar im Rahmen der Versteigerung „Travel, Science and Natural History“ am 9. Oktober bei Christie’s in London aufgerufen: Die Schätzung liegt bei 50.000 bis 80.000 Pfund. Es existieren ungefähr zweihundert Stücke dieser Ausführung, die aus der Garage von Steve Jobs’ Eltern heraus vertrieben wurden.

Kaum erreichbar wird das Ergebnis sein, das im November 2010 ein Apple1 erreichte, der ebenfalls bei Christie’s in London für 133.250 Pfund (mit Aufgeld) versteigert wurde. Dieser Computer kam damals in Originalverpackung, mit Gebrauchsanleitung und einem von Steve Jobs selbst unterschriebenen Brief zur Auktion. swka

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Spaniens Messeherbst

Estampa, die Multiple-Art-Messe, findet vom 25. bis zum 28.Oktober zum zwanzigsten Mal in Madrid statt, im Kunstzentrum Matadero. Fotografie, Video, Graphik, Sound-Kunst, kleinformatige Plastik, Design und Künstlerbücher zeigen rund siebzig Galerien und Verlage aus Spanien, Argentinien, Frankreich und Großbritannien. Erstmals ist auch „Animation“ als eigene Sektion vertreten. – Im neuen Format stellt sich vom 7. bis zum 11. November ArtMadrid vor. Die Messe für zeitgenössische Kunst begann als Satellit der Arco; jetzt startet sie neu mit zwei Terminen im Jahr und einem attraktiven Standort. Rund vierzig Galerien stellen im Obergeschoss des Bahnhofs Chamartín internationale Künstler vor.

Ein Schwerpunkt liegt auf Newcomern unter vierzig Jahren. ArtMadrid’Feb findet dann vom 13. bis zum 17. Februar wieder parallel zur Arco statt. – Feriarte, die internationale Messe für Kunst und Antiquitäten, versammelt 125 zumeist spanische Aussteller vom 17. bis zum 25. November auf Madrids Messegelände Ifema. Von Möbeln bis Malerei, Stammeskunst bis Schmuck werden kleine und große Werke angeboten, die mindestens hundert Jahre alt sind. – Eine neue Messe für Gegenwartskunst hat die Galeristin Blanca Berlin ins Leben gerufen: In Madrid werden im Colegio de Arquitectos vom 18. bis zum 23. Dezember dreißig Aussteller Kunst zu moderaten Preisen bieten. Mit Arbeiten zwischen 200 und 1800 Euro soll ein neues Publikum sich Kunst mit nach Hause (im Spanischen „casa“) nehmen: Casa//Arte heißt dann auch diese Messe. küg.

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Eine Schau für Kennedy

Van Gogh und Monet, Feininger und Picasso, Thomas Eakins und Franz Kline: Ein kleines Museum der Klassischen Moderne hatten die Bürger der Stadt für ihren Präsidenten eingerichtet. Die sechzehn Werke, die Privatsammler ihm zu Ehren ausliehen und die für eine Nacht im Zimmer 850 des Texas Hotel in Fort Worth hingen, sollten die letzten sein, die John F.Kennedy in seinem Leben sah. Kurz nach der Übernachtung in der Suite wurde er am 22.November 1963 im nahen Dallas von einem Attentäter erschossen. Zum dreißigsten Jahrestag seiner Ermordung rekonstruiert das Dallas Museum of Arts im Frühjahr 2013 ebenjene Privatausstellung in Fort Worth.

Aus Sicherheitsgründen hatte der Secret Service Kennedys Übernachtung erst fünf Tage zuvor bekanntgegeben. Dann müsse das Hotelzimmer aber auch entsprechend präsidial mit Kunst ausgestattet werden, entschied der lokale Kunstkritiker Owen Day: mit einer Hafenansicht von Monet, einem Paris-Bild von van Gogh, einem Manhattan-Gemälde von Feininger und mit einer Parkszene des beliebten amerikanischen Impressionisten Maurice Prendergast. Dazu kamen eine Eulenplastik von Picasso und eine Skulptur von Henri Moore. So präsentierte sich Fort Worth als eine bedeutende Kunststadt der Vereinigten Staaten. Vierzehn der Werke hat der Kurator Olivier Meslay in aller Welt wieder aufgetrieben. Der van Gogh reist am weitesten, von Japan nach Texas. sko

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Sieben-Dollar-Renoir gehört nach Baltimore

Die Nachricht, dass eine Frau aus dem Shenandoah Valley in Virginia auf einem Flohmarkt eine kleine Ölskizze von Pierre-Auguste Renoir gefunden und für sieben Dollar gekauft hat, ließ Trödler hoffen. Denn die Finderin gab das Bild jetzt mit einer Schätzung von 75.000 bis 100.000 Dollar zur Auktion. Bevor jedoch die Versteigerung stattfinden konnte, hatte das Märchen ein Ende: Denn die Polizei von Baltimore hat einen Bericht vom 17. November 1951 öffentlich gemacht, in dem das Bild als gestohlen gemeldet wird: aus dem Baltimore Museum. Damals wurde das Gemälde auf 2500 Dollar geschätzt. Der Renoir war eine Leihgabe der Mäzenin Saidie Adler May. F.A.Z.
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Wieder eine Münze von Archer Huntington

In der zweiten Auktion, die das Haus Jesús Vico in Madrid mit Münzen aus der Sammlung, die Archer Milton Huntington für seine American Hispanic Society zusammengetragen hatte, veranstaltet, kommt am 9. Oktober ein weiteres Unikat unter den Hammer: eine Acht-Escudos-Goldmünze von 1652, aus der Zeit PhilippsIV., geprägt in Pamplona. Die Schätzung für diese Unze liegt bei 525.000 Euro.küg.

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Tony Cragg erhält Colgne Art-Preis

Der in Wuppertal lebende britische Bildhauer Tony Cragg erhält in diesem Jahr den mit 10.000 Euro dotierten Künstlerpreis der Cologne Fine Art & Antiques, den die Koelnmesse und der Bundesverband Deutscher Galerien seit 1996 gemeinsam vergeben. „Kaum ein anderer Künstler hat schwer und aufwendig zu bearbeitenden Materialien wie Holz, Bronze, Edelstahl und Stein eine solche Leichtigkeit der Erscheinung abgerungen“, heißt es in der Begründung: „Die Fliehkräfte der plastischen Silhouette, die scheinbar liquide Entstofflichung der Oberfläche und ihre oft sinnlich-organische Gestalt verleihen Craggs Skulpturen eine erstaunliche Vielfalt.“ Der Preis wird am 20. November im Rahmen der Cologne Fine Art & Antiques in Köln überreicht. aro.

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Die Kölner Baukunst Galerie schließt

Die Kölner Baukunst Galerie hat geschlossen. Jutta Müller, die seit 2005 die Galerie führte, wechselt zum 1. Oktober als Geschäftsführerin zur Gesellschaft der Freunde der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. Der Inhaber der Baukunst Galerie hat nun ihren Weggang zum Anlass genommen, den Betrieb einzustellen. Mit der Baukunst Galerie schließt ein Traditionsunternehmen: Die Galerie wurde 1964 von Irene Gerling, der Frau des Kölner Versicherungsunternehmers Hans Gerling, gegründet.

In der Chronik des Konzerns wird die Eröffnung unter anderem mit den Worten vermerkt: „Irene Gerling als Leiterin ist bereits seit 1955 für die Inneneinrichtung der Konzernräume zuständig.“ Doch die Galerie entwickelte sich und zeigte im Gerling-Gebäude eine Mischung etablierter und junger Gegenwartskunst. Zu den Künstlern der Galerie zählten Chillida, Cartier-Bresson, François Morellet und neue Positionen wie Noritoshi Hirakawa oder das Duo M+M. F.A.Z.

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Vorschau: Im Wiener Kinsky raucht der Cowboy

Die zurückgenommene Farbigkeit sowie der Gebrauch von Sand, Erde, Stofffetzen oder Eisen zeichnen seine Kunst aus: Der im Februar gestorbene Katalane Antoni Tàpies schuf eine rauhe und dennoch magische Kunst. Seine zwei mal zwei Meter große Mischtechnik „Croisé“ stellt am 2. Oktober das Hauptlos in der Zeitgenossen-Versteigerung des Wiener Auktionshauses Im Kinsky dar: Zwei gekreuzte Knochen lassen das auf 150.000 bis 300.000 Euro geschätzte Tableau von 1989 wie ein Memento Mori erscheinen.

Das Kinsky möchte seine Offerte internationalisieren. Doch es stammen nur knapp fünfzehn Prozent der 271 Lose von nicht-heimischen Künstlern: darunter drei Arbeiten von Vasarely, wie das 1976/77 entstandene Titellos „Delatt“ (Taxe 50.000/ 100.000 Euro), und das 1991 von A.R. Penck signierte „Analytische Porträt (Dani russisch)“ (30.000/50.000).

Aus den späten achtziger Jahren stammen die stilistisch ungleichen Ölbilder „StilllebenVI“ (30.000/60.000) und „Vogelfriedhof“ (35.000/70.000) von Markus Lüpertz. Ein „Sommerstorm“ verdunkelt ein Hochformat von Per Kirkeby (30.000/60.000). Von dem Marlboro-Fotografen Dieter Blum gelangt der Silbergelatine-Print „Rauchender Mann“ zum Verkauf, der schon früher einen Bestpreis einfuhr (50.000/100.000). Bei den österreichischen Toplosen firmieren Ernst Fuchs’ penible Bleistiftzeichnung „Golgotha“ (100.000/150.000) oder Markus Prachenskys drei mal fünf Meter großes Gemälde „Puglia Marina“ (100.000/200.000). Hundertwassers frühes Aquarell „Große Frau mit Schuhen“ soll nicht unter 80.000 Euro kosten. schey

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Volkskunst bei Ruef

Nepomukszunge, Fraiskette, Suppenbrunzer oder die „Heilige Kümmernis“ (die es nie gab) – lauter geheimnisvolle Dinge mit wunderlichen Bezeichnungen umfasst die große Volkskunst-Sammlung, die Ruef am 24.September, am Tag vor der Hauptauktion, in München auflöst. Zusammengetragen hat sie Hans Herramhof (1923 bis 2012) in Regensburg, der vor Jahrzehnten begann, sich für religiöse Volkskunst aus Bayern und Österreich zu interessieren, für Okkultismus, Magie und Aberglauben. Er selbst veranlasste Grabungen, die dreitausend Votivfigürchen, förderten; viele stammen aus der Frühzeit kultischer Eisenopfer. Zu zwei- bis dreistelligen Limitpreisen kommen mehr als tausend Losnummern zum Aufruf, darunter Amulette mit Wolfszähnen oder ein Rosenkranz aus Natternwirbeln, fehlt eigentlich nur das Rezept für einen Zaubertrank. bsa.

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Fotofever in Brüssel

Die Messe Fotofever hat vom 4. bis zum 7. Oktober im Thurn & Taxis-Haus in Brüssel Premiere; 2011 fand sie noch in Paris parallel zur Paris Photo statt. Nun hat sich ihre Teilnehmerzahl verdoppelt. Sechzig Galerien stellen auf 5000 Quadratmetern aus, darunter Contributed aus Berlin, Pack aus Mailand, Asymetria aus Warschau und PxPhotography aus New York. Christopher Thomas, dessen Fotos der Oberammergauer Passionsspiele vom 13. Oktober an das Bayerische Nationalmuseum zeigt, wird von Photo12 aus Paris vertreten.

Voss aus Düsseldorf wird „Lost in Paradise“ von Claudia Rogge vorstellen. Rothamel aus Frankfurt verspricht Sonnenfinsternis-Bilder von Hans-Christian Schink. Im Programm fällt außerdem auf, dass sich viele Künstler mit Alten Meistern beschäftigen: Eduard Planting zeigt Hans Withoos Vanitas-Stillleben. Sakura kündigt die Serie „Flemish Portraits“ von Sacha Goldberger an. Camera Obscura zeigt die „Landscapes with Figures“ von Ellen Kooi, die mit Vermeer, Brueghel und Bosch spielen. swka

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Hamburger Kunstherbst

Zum dritten Mal findet in Hamburg am heutigen 22. und am Sonntag, dem 23. September, der „Kunstherbst“ statt. Zunächst als Notlösung für ausgefallene Messen geplant, rückten 2010 nur drei Hamburger Händler zusammen und verpflichteten sich feinster Qualität und Exklusivität, die mit regem Publikumsinteresse und finanziellem Erfolg honoriert wurde. Das hat sich offenbar herumgesprochen: In diesem Jahr treffen sich erstmalig fünf Händler, jeder mit seinen erlesensten Stücken, in den prächtigen Räumen von Frank C.Moeler am Hofweg7. Der Hausherr selbst glänzt mit einer Gruppe von zwölf aus aller Welt zusammengetragenen, mit Bronze montierten weißen Glasvasen, bei denen eine geduldige Recherche ergab, dass sie sämtlich zwischen 1797 und 1812 bei der Berliner Manufaktur Werner& Mieth gefertigt wurden und in ihrer Formgebung an die Architekten Gilly und Schinkel erinnern (16.000 bis 125.000 Euro). Thomas le Claire zeigt wunderbare Altmeisterzeichnungen und ein prächtiges „Selbstporträt zeichnend“ von Kirchner (135.000 Euro). Thole Rotermund glänzt mit Noldes glühendem Aquarell „Landschaft unter hohem Himmel“ aus der Folge der „Ungemalten Bilder“ (285.000 Euro). Der Berliner Michael Haas hat ein mystisch sich aus dunklem Bildgrund hebendes Ölbild „Sitzende und zwei Figuren“ von Oskar Schlemmer dabei (380.000 Euro). Einen dynamischen Akzent setzt der Kölner Gordian Weber mit der meisterlichen griechischen Bronzeskulptur eines angreifenden Ebers, um 530/20 vor Christus (Preis im sechsstelligen Bereich auf Anfrage). vvw

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Petition für Londons Cork Street

Einige Londoner Galerien sammeln Unterschriften, um die Stadtverwaltung von Westminster zu bewegen, die Cork Street, die seit fast einem Jahrhundert ein Zentrum des Handels mit moderner Kunst ist, als besonderes Gebiet für Kunst und Antiquitäten zu kennzeichnen. Damit wollen sich die Galeristen gegen Immobilienprojekte zur Wehr setzen, die den Charakter des Viertels durch Luxuswohnungen und Modegeschäfte verändern.

Sieben Kunsthandlungen – darunter die Mayor Gallery, die seit 1925 in der Cork Street ansässig ist und dort Künstler wie Alexander Calder, Paul Klee, Max Ernst und Juan Miró erstmals dem Londoner Publikum vorgestellt hat – werden voraussichtlich Anfang nächsten Jahres ihre Geschäfte räumen müssen. Der Vermieter hat das Gebäude an eine Bauträgergesellschaft verkauft, die auf dem Grundstück ein neues Appartementhaus errichten will. Auf der Straßenebene sind zwar Geschäftsräume vorgesehen, die Galeristen fürchten jedoch, dass sie als Mieter nicht mit den großen Modehäusern mithalten können, die in der benachbarten Bond Street bereits viele Kunsthandlungen wie Agnew’s Gallery und Colnaghi verdrängt haben. G.T.
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Neue Lempertz-Filiale in Berlin

Alice Jay von Seldeneck übernimmt als geschäftsführende Gesellschafterin die Leitung der Filiale des Kölner Auktionshauses Lempertz in Berlin. Die Tochter von Henrik Hanstein, dem Inhaber von Lempertz, ist ausgebildete Restauratorin und studierte in Wien Kunstgeschichte. Anschließend führte sie ihr Weg nach Lateinamerika, dann nach Dresden zu den Staatlichen Kunstsammlungen. Seit 2008 betreute sie die Lempertz-Repräsentanzen München und Zürich.

In Berlin will sie ihre Kenntnis der spanischen und südamerikanischen Kultur einbringen, wobei ihr auch die Kontakte ihres Ehemanns Kilian Jay von Seldeneck helfen sollen. Er ist gelernter Betriebswirt und hat als Unternehmensberater und dann als Bankkaufmann in der Schweiz gearbeitet, mit zahlreichen Kontakten, insbesondere nach London und in den Mittleren Osten. Mit seinen Kenntnissen der arabischen Sprache und Kultur ergänze er das lateinamerikanische Profil seiner Frau, heißt es in der Mittelung des Auktionshauses. F.A.Z.

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Präsenz zeigen: Sotheby’s geht nach China

Sotheby’s will sein Geschäft auf dem chinesischen Festland verstärken und ist zu diesem Zweck eine Partnerschaft mit der staatlichen Beijing Gehua Kunstgesellschaft eingegangen. Sotheby’s hält mit achtzig Prozent die Mehrheitsanteile an dem Gemeinschaftsunternehmen „Sotheby’s (Beijing) Auction Company“, einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung.

Damit ist Sotheby’s das erste internationale Auktionshaus mit einer Präsenz in China, wo ausländische Auktionsfirmen nur mit einem chinesischen Partner tätig sein dürfen. Schon am 27. September findet die erste Versteigerung statt im Kunstmuseum des China Millennium Monument in Peking. Es gibt nur ein Los: die Skulptur „Selbst und Selbstschatten“ von Wang Huaiqing. Das neue Unternehmen will auch von den Steuerbegünstigungen der geplanten Gehua Freihandelszone nahe dem Pekinger Flughafen profitieren. G.T.

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Kunst und Antiquitäten bei Leo Spik in Berlin

Als Spitzenlos der Versteigerungen am 20. bis 22. September mit Kunst und Antiquitäten bei Leo Spik in Berlin erscheint ein um 1825 entstandenes Potsdam-Panorama des Berliner Porzellanmalers Johann Wilhelm Barth, dessen Schätzung 65.000 Euro beträgt. Der Secessionist Walter Leistikow ist mit einem von Schilf umsäumten Waldsee vertreten (Taxe 12.000 Euro), sein Kollege Karl Hagemeister mit einem silbrig leuchtenden „Wintertag am Schwielowsee“ für geschätzte 7500 Euro.

In der Porträt-Sektion fällt eine noch zu identifizierende „Sächsische Prinzessin in blauem Kleid“ des Dresdner Malers Johann Carl Rößler auf (Taxe 8000 Euro), außerdem Christian Daniel Rauchs marmornes Reliefbild der Elisabeth von Preußen, Gemahlin von Friedrich WilhelmIV., beziffert mit 3000 Euro. Zu den Besonderheiten der mit annähernd 2000 Losen bestückten Auktion gehört eine auf 20.000 Euro geschätzte, 1924 datierte Ölstudie des Tiermalers Wilhelm Kuhnert, „Löwin, ihr Junges beaufsichtigend“, sowie ein wohlerhaltener Empire-Sekretär aus dem Nachlass des erst am 10. April verstorbenen Theatermannes Ivan Nagel, der 4000 Euro einspielen soll. C.B.

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Kunst und Bibliotheken bei Hampel in München

Hampel in München versteigert am 20. und 21.September rund 2000 Lose. Von der gotischen Truhe reicht das Angebot bis zum Stilmix-Lehnstuhl von Carlo Bugatti (Taxen um 9000 Euro). Und von einem Triptychon der Kreuzigung, flankiert von Heiligen – es ist Juan Rexach, einem Meister der hispano-flämischen Schule des 15.Jahrhunderts zugeschrieben (330000/ 360000) –, bis zu Warhols „Mao“: Die fast drei Meter hohe Serigraphie auf Leinwand von 1974 zeigt das Gesicht des „großen Vorsitzenden“ zwölfmal wiederholt.

Mit dem Stempel des Andy Warhol Authentication Board ausgestattet, liegt das Werk bei 200000 bis 240000 Euro. Zu den Höhepunkten der Offerte zählt auch eine um 1310 geschnitzte Madonna mit Kind, deren Herkunft mit „Schloss Rauhenzell“ angegeben ist (90.000/120.000). Ein größeres Majolika-Angebot, etliche Kunstkammerstücke und kleine Kuriositäten runden das Programm ab. Außerdem bietet Hampel wieder „Bibliotheken“ an, Bücher, sozusagen als Meterware. Da wären „39 laufende Meter“ französischer Werke des 18.Jahrhunderts in Maroquin-Einbänden mit Vergoldung (70.000/120.000) oder eine „weiße Bibliothek“: „72 Bände in Schweinsleder und Pergament“ (20.000/25.000). bsa.

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Kunst und Antiquitäten bei Stahl in Hamburg

Stahl präsentiert abermals einen umfangreicheren Katalog für die Auktion am 22. September. Bei den Gemälden schickt man ein marktfrisches Gemälde von Menzel ins Rennen: 1838 malte er einen rustikalen Mönch und einen feinsinnigen Geistlichen im Weinkeller. Das Gemälde befand sich seit den fünfziger Jahren in einer Hamburger Sammlung (Taxe 70.000 Euro). Tierfreunde werden sich um Alexander Koesters elf Enten in der Abendsonne bemühen (25.000) oder um Wilhelm Kuhnerts afrikanische Zebuherde (15.000).

Otto Heinrich Engels großes Hauptwerk „Kirchgang auf Föhr“ (9800), Franz Nölkens dunkler Sitzender Akt, um 1907, für 29000 Euro und Schmidt-Rottluffs reizvoll-sparsames Aquarell „Kornfeld und Mond“ von 1927 (30.000) lohnen einen Blick. Die Moderne hält Fritz Winters „Grünen Kreis“ von 1968 (28.000) bereit. Von blauweißer Schönheit ist eine kleine Knoblauchhals-Flaschenvase aus der Qianlong-Periode für 15.000 Euro. Mit einem großen roten Drachen auf gelbem Grund macht eine fünfzig Zentimeter hohe Pilgerflasche aus der Qing-Dynastie auf sich aufmerksam (12.500). Das feinste unter den Jade-Objekten ist ein schneeweißes Ruyi-Szepter mit Lingzhi-Pilzen für 15.000 Euro. vvw
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Graphik und Bücher bei Venator & Hanstein

Venator & Hanstein lädt am 21. und 22.September zur Graphik- und Buchauktion nach Köln. In den zwei Katalogen kommen insgesamt 1524 Lose zum Aufruf, darunter eine Sammlung von Dokumenten aus dem Nachlass des Hofschauspielers Pius Alexander Wolff. Zum Konvolut gehören auch „Weilburger Goethe Funde“ (Taxen von 300 bis 10000 Euro). In der Offerte mit frühen Drucken fällt Boethius’ „De philosophico consolatu“ in einer illustrierten Straßburger Ausgabe von 1501 (7000) auf, neben Sebastian Münsters „Cosmographey“ von 1598 (7500) und Schedels „Liber chronicarum“ in der Augsburger Ausgabe von 1497 (4500).

Die Autographen bieten 53 meist eigenhändige Schriftstücke von Ernst Jünger (9000). Vergils „Les Géorgiques“ mit Holzschnitten Maillols ist auf 3000 Euro geschätzt. Mit der Taxe von je 6000 Euro ausgezeichnet sind die Kaltnadelradierung „Fastnacht“ von Beckmann und die Kreidelithographie „Mütter“ von Kollwitz. Bei der zeitgenössischen Graphik beweist Polkes Multiple „Schieferpinselrassel“ (10000) Humor. Spitzenlos der gesamten Auktion ist „Pages choisis de Don Quichotte de la Manche“ von 1957 mit dreizehn Farblithographien von Dalí mit geschätzten 35000 Euro. swka
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Benefizauktion für Köln

Kasper König verlässt das Museum Ludwig. Eine Ära geht zu Ende. Doch König hat noch einen Wunsch: Er will seinem Nachfolger Philipp Kaiser ein solide aufgestelltes Haus hinterlassen. In Zeiten leerer Kassen ist das nicht leicht. Deswegen veranstaltet er zu seinem Abschied gleich zwei Benefizauktionen: Am 29. September werden im Kölner Museum dreißig Werke versteigert. Am Pult wird Philipp Herzog von Württemberg von Sotheby’s stehen (ohne Aufgeld zu berechnen).

Am 13.Oktober werden weitere vierzig Werke in der Herbstauktion mit Gegenwartskunst bei Sotheby’s in London zur Auktion kommen. Der Erlös von beiden Terminen wird auf rund 1,2Millionen Euro geschätzt und kommt der Ludwig Stiftung zugute. Die Künstler verdanken König viel, das zeigen sie nun mit der Spende der Werke; darunter sind Thomas Schütte, Isa Genzken, On Kawara, Andreas Gursky, Matthew Barney, Thomas Struth, Rosemarie Trockel und Joel Shapiro. swka

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Art Alarm in Stuttgart

Auch in Stuttgart eröffnen die Galerien die Saison. An diesem Wochenende laden 21 Ausstellungen zum „Art Alarm“. Ein kostenloser Shuttle-Service verbindet die Galerien. Klaus Gerrit Friese beginnt den Herbst mit Arbeiten von Walter Stöhrer. Edith Wahlandt zeigt Norbert Kricke. Thomas Lochers Schrift-Bilder sind bei Reinhard Hauff zu sehen, Brigitte March vertritt Oliver Kossack.

Hinter „Ton, Steine, Erden“ bei Mueller-Roth verbergen sich unter anderen Hamish Fulton, Romuald Hazoumé und Karin Sander. Die Galerie Schlichtenmaier will mit „Meisterwerken aus privaten Sammlungen“ beeindrucken. Am Samstag sind die Galerien von elf bis zwanzig Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. swka

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Sonnen von Olafur Eliasson bei fiftyfifty

Die solarbetriebene LED-Lampe „Little Sun“, die Olafur Eliasson gemeinsam mit dem Ingenieur Frederik Ottensen entwickelt hat, wird auch von der Galerie der Düsseldorfer Obdachlosenhilfe fiftyfifty vertrieben. Die knallgelbe, fünfzehn Zentimeter kleine Sonne aus Plastik, die fünf Stunden lang Licht spenden kann, soll den 1,6 Milliarden Menschen in der Welt, die keinen Zugang zum Stromnetz haben, eine Alternative zu den gesundheitsschädlichen und teuren Kerosinlampen anbieten. Bis 2020 soll sie fünfzig Millionen mal verkauft werden. Der Preis beträgt 25 Euro. Im Gegenzug habe Eliasson, so fiftyfifty, in Aussicht gestellt, auch die Düsseldorfer Obdachlosenhilfe einmal mit seiner Kunst zu unterstützen. aro.

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Kewenig verlässt Köln

Wieder einer weg. Nach 25 Jahren im Rheinland schließt die Kewenig Galerie in Köln und zieht nach Berlin. „Viele Gründe“, so Michael Kewenig gegenüber dieser Zeitung, hätten ihn zu dem Schritt veranlasst. Doch nicht, dass der Mietvertrag für die Räume am Appellhofplatz auslief und er in Berlin endlich ein geeignetes Haus finden konnte, sei entscheidend gewesen: „Köln hat in den letzten Jahren sehr verloren.“

Im „Galgenhaus“ in der Brüderstraße 10, dem 1688 errichteten zweitältesten Haus Berlins, das lange der Petrikirche in dem auf der Spreeinsel gelegenen Cölln als Propstei gedient hat, will Kewenig im April 2013 wiedereröffnen. Die Galerie, die auf die Vermittlung zeitgenössischer Kunst seit den späten sechziger Jahren – darunter Christian Boltanski, Hanne Darboven, Jannis Kounellis und Ian Hamilton Finlay sowie Vertreter der Arte Povera – spezialisiert ist, wurde 1986 als Jule Kewenig Galerie im Haus Bitz in Frechen gegründet, von wo sie 2003 in die Kölner Innenstadt ging. Die seit 2004 bestehende Dependance in Palma de Mallorca wird unverändert fortgeführt. aro.

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