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Alte Kunst in München : Mädchen, Äffchen und ein Paar mit Hund

  • -Aktualisiert am

Bei Karl & Faber in Münchner kommen am 19. Mai Alte Meister und Kunst des 19. Jahrhunderts unter den Hammer - darunter ein Äffchen von Gabriel von Max. Eine Vorschau

          Mit Wilhelm Leibls „Mädchen mit weißem Mullhut“ kommt am 19. Mai bei Karl & Faber ein Bild zur Auktion, das neben feiner Qualität auch eine wechselvolle Provenienzgeschichte mitbringt: Das um 1870 gemalte Werk wurde bislang nur einmal öffentlich gezeigt: 1906 auf der Jahrhundertausstellung in Berlin. Damals gehörte es dem Berliner Zementfabrikanten Robert Guthmann. Zwei Jahrzehnte später vermittelte Paul Cassirer es an Marcell von Nemès, den großen ungarischen, damals in München lebenden Sammler Alter Meister und impressionistischer Gemälde. Dazu passte das deutlich Leibls Bewunderung für Manet zeigende Mädchenbildnis ebenso gut wie, von 1929 an, in die Kollektion vornehmlich deutscher Kunst des Berliner Bankiers Hugo Simon.

          Hugo Simon verlässt 1933 Deutschland, nimmt Teile seiner Sammlung mit und gibt sie, nachdem Ankaufsverhandlungen mit der Kunsthalle Zürich ebenso scheiterten wie mit dem Kunstmuseum Basel, 1939 bei Fischer in Luzern zur Auktion. Der Leibl bleibt unverkauft, geht drei Jahre später an den Anwalt und Vertreter des inzwischen nach Brasilien ausgewanderten Hugo Simon. Dann verliert sich die Spur des Mädchens. Erst 2015 taucht es bei Christie’s in London wieder auf, wird jedoch vom Käufer zurückgegeben, als die Simon-Erben Ansprüche anmelden. Mit ihnen einigte man sich nun auf eine Beteiligung am Erlös des auf 200 000 bis 300 000 Euro taxierten Werks.

          Des Weiteren offeriert Karl & Faber in der Auktion Alter Meister und Kunst des 19. Jahrhunderts Spitzwegs im kühlen Mondlicht durchs alte Städtchen ziehende „Scharwache“ (Taxe 100 000/200 000 Euro) sowie seine „Kapelle im Felsen“; diese neuentdeckte Version des Motivs kommt ins neue Spitzweg-Werkverzeichnis und liegt bei 50 000 bis 60 000 Euro. Für Gabriel von Max’ besinnliches Äffchen vor blauem Grund wären 30 000 bis 40 000 Euro zu investieren. Zu Carl Morgensterns besonntem „Blick auf Tivoli vom Tal des Anio“, etwa 1860 entstanden, gibt es laut Katalog vergleichbare Ölstudien im Frankfurter Städel (7000/9000). Eine stimmungsvolle ideale Landschaft mit Fischer und Hirten komponierte Jean Baptiste Pillement, Hofmaler Marie Antoinettes, mit grautonigen Pastellkreiden im „goût hollondais“ (7000/10 000). Vor die reale Topographie der Tiefburg-Ruine bei Handschuhsheim plaziert Carl Philipp Fohr auf einem seiner seltenen Aquarelle die kleine Szene eines Paars mit Hund (20 000/25 000); das Getty Museum bewahrt ein fast identisches Blatt.

          Namen wie Christoph Nathe, die Familie Kobell, Bonaventura Genelli, Ernst Erwin Oehme, Max Klinger, Hans Thoma oder Wilhelm Busch mögen einen Eindruck vom reichen Angebot an deutschen Zeichnungen des 18. und 19. Jahrhunderts vermitteln. Zu Gast in Weimar bei seinem Landsmann Henry van de Velde zeichnete der Belgier Théodore van Rysselberghe 1903 ein Porträt der Erica von Scheel. Sie war van de Veldes erste Meisterschülerin an der großherzoglichen Kunstgewerbeschule, arbeitete später für den französischen Modeschöpfer Paul Poiret und heiratete Gerhard Hauptmanns Sohn Ivo (3000/4000). Die Alten Meister treten mit Druckgraphik am stärksten auf: Allein von Dürer stehen 25 Blatt zur Verfügung, gipfelnd in dem Holzschnitt „Das babylonische Weib“, für 30 000 bis 40 000 Euro. Und Piranesis architektonische Kerkerphantasien, die „Carceri d’Inventione“, liegen in kompletter Folge vor (60 000/80 000).

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