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Buchauktion : Luthers Vermächtnis

  • -Aktualisiert am

Die 95 Thesen vom Reformator werden nun 500 Jahre nach ihrer Verfassung bei Reiss & Sohn in Königstein versteigert. Eine Vorschau

          Im November 1985 hatten die vier Blätter schon einmal für eine kleine Sensation gesorgt, als sie mit 52 000 Mark bei Reiss & Auvermann in Königstein einen der höchsten Zuschläge in den deutschen Buchauktionen jenes Jahres erzielten. Nun kommen die 95 Thesen von Martin Luther – fünfhundert Jahre nachdem er sie verfasst hat – am 16. Mai erneut unter den Hammer, jetzt bei Reiss & Sohn. Das Auktionshaus hatte sie 1985 in deutschen Privatbesitz versteigert: Es geht um die erste Buchausgabe der unter dem lateinischen Titel „Disputatio pro declaratione virtutis indulgentiarum“ erschienenen Ablassthesen des Reformators. Der seltene Druck wurde 1517 bei Adam Petri in Basel gedruckt – nur vierzehn Tage nach dem Thesenanschlag in Wittenberg. Bei dem jetzt wieder angebotenen Exemplar handelt es sich um eines der wenigen, noch in privater Hand befindlichen. Die Schätzung liegt nun bei 150 000 Euro. Einst als Dublette von der Basler Universitätsbibliothek veräußert, ging dieser Band in die Sammlung von Ferdinand Baron von Neufforge ein, bevor er 1985 erstmals versteigert wurde.

          Im Angebot sind noch etwa hundert weitere seltene Drucke der Reformationszeit, darunter die erste Ausgabe von Luthers Manifest „An den Christlichen Adel deutscher Nation“ von 1520 (Taxe 10 000 Euro) und der Erstdruck der 1521 als „Passional Christi und Antichristi“ erschienenen Spottblätter aus der Werkstatt von Lucas Cranach d. Ä., begleitet wird die Holzschnittfolge von Texten Luthers und Melanchthons (50 000).

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