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Münchner Auktionen : Lustiger Vogel

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Am 29. März kommen bei Neumeister in München im Rahmen der Auktion Alte Kunst Gemälde, Graphik und Kunstgewerbe unter den Hammer. Eine Vorschau

          Als wohlgenährten, selig schlummernden Nackedei legte Guido Reni den Jesusknaben neben seine junge Mutter, die ihr Kind gleich mit einem Laken zudecken wird. Das Gemälde des Bologneser Barockmeisters steht in Neumeisters Auktion Alter Kunst am 29. März mit einer Taxe von 200 000 bis 300 000 Euro ganz oben im Altmeister-Angebot. Nach technischem Befund entstand das Werk um 1630/35 als eine von mehreren Wiederholungen des erfolgreichen Motivs, dessen Erstfassung Reni für S. Maria Maggiore in Rom geschaffen hatte. Noch weit öfter wurde Robert Campins Bildidee von der in einer Apsis stillenden Maria zwischen musizierenden Engeln von 1420 aufgegriffen: Ein diesem Vorbild zeitlich und stilistisch sehr nahes Werk kommt nach fast acht Jahrzehnten in Familienbesitz zur Auktion (Taxe 30 000/40 000 Euro). Üppige Blütengirlanden legte Daniel Seghers nach Rubens-Art um die zuvor vom jüngeren Erasmus Quellinus gemalte Steinkartusche mit Madonnenbüste; die Antwerpener Kooperation des 17. Jahrhunderts tritt bei 30 000 bis 40 000 Euro an. Der Haarlemer Kollege Salomon van Ruysdael malte damals Landschaften , darunter die angebotene friedliche Situation am Fluss mit Anlegesteg und Fischerbooten (35 000/45 000). Unter mehreren Porträts deutscher Fürstinnen fällt jenes der jungen Königin Luise von Preußen ins Auge; Wilhelm Böttner malt sie, eine Symbolgestalt des deutschen Widerstands gegen Napoleon, um 1805 ohne königliche Insignien (18 000/22 000).

          Ein lustiger Vogel ist der flauschige weiße Kakadu beim Weintraubenverspeisen, den man dem Wiener Tiermaler Sebastian Wegmayr zuschreibt (30 000/35 000). Nur ein winziges Staffagetier gibt die weiße Katze für Carl Spitzwegs Bergschlucht mit Klausnerei am Bach, die er auf einer Wanderung nach Meran passierte (48 000/55 000). Tierfiguren nach Kändler-Modellen für Meissen setzen bei der Angewandten Kunst Akzente, so die Affenmutter als Teekanne (15000/18000) oder „Hirsch und äsende Hirschkuh“ (12 000/ 15 000). Mit Adolf Loos’ Ampel-Lampe „Dodekaeder“, gestaltet als Teil des Wiener Interieurs für Familie Boskovits um 1907, blitzt die Moderne in der Offerte auf (16 000/18 000).

          Quelle: F.A.Z.

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