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Londoner Auktionen : Ein Schotte führt das Feld an

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Das Londoner Angebot mit Zeitgenossen kann sich sehen lassen: Die wichtigsten Lose bei Christie’s, Sotheby’s und Phillips. Großer Auftritt für Peter Doig

          Standen die Londoner Auktionen mit Impressionismus und Moderne am Vorabend der großen Picasso-Ausstellung in der Tate Modern ganz im Zeichen des spanischen Kraftmalers, so ist es bei den Zeitgenossen-Auktionen in der kommenden Woche Peter Doig, der prominent als Zugpferd eingespannt wird. Im vergangenen Mai stellte Phillips in New York mit 28,8 Millionen Dollar einen neuen Rekord für den Künstler auf, was den in Schottland geborenen Doig zum teuersten lebenden, britischen Künstler macht. Seit 2016 wurden drei seiner Werke für jeweils mehr als zwanzig Millionen Dollar verkauft – und seine Sammler reagierten: Sie liefern ein.

          Christie’s macht mit seiner Abendauktion am 6.März den Auftakt. Hier kommen zwei verschneite Gemälde von Doig zum Aufruf, die der kanadische Sammler und Philanthrop Donald R. Sobey eingereicht hat. Sobey will mit dem Erlös über seine Stiftung junge kanadische Künstler unterstützen. „Charley’s Space“ (Taxe 6/8 Millionen Pfund) entstand 1991, dem Jahr, in dem Doig seine wichtige Ausstellung in der Whitechapel Gallery in London hatte. Sobey ersteigerte das Bild 2006 bei Sotheby’s auf einer Wohltätigkeitsauktion zugunsten des Umbaus der Whitechapel Gallery, bei der alle Lose von Künstlern gespendet wurden. Den Jungen unter einer Schneeattacke, „Snowballed Boy“ (400 000/600 000), ehemals in der Sammlung von Charles Saatchi, erwarb Sobey im selben Jahr.

          An der Spitze alte Bekannte

          Das Spitzenlos bei Christie’s – mit einer Schätzung von sechzehn bis 22 Millionen Pfund – sind allerdings „Six Self Portraits“ von Andy Warhol. Basquiats blaues „Six Flavours“ aus einer französischen Kollektion und Francis Bacons „Three Studies for a Portrait“, seit 1997 in derselben Hand, sind mit einem Preisschild von jeweils zehn bis fünfzehn Millionen Pfund versehen. Gerhard Richter, Georg Baselitz und Thomas Schütte gehören bei Christie’s zum Programm oberhalb der Millionengrenze.

          Wohlbekannt ist das Doig-Gemälde, das bei Sotheby’s am 7. März – zum fünften Mal seit 2002 – unter den Hammer kommt. Das Werk stellte schon zweimal einen Rekord für Doig auf. Es illustriert zum einen seine unglaubliche Preissteigerung, zum anderen das Verhalten einiger Sammler, die Lose für schnellen Profit bei Auktionen ,flippen‘: „The Architect’s Home in the Ravine“ war ebenfalls 1991 in der Whitechapel Gallery zu sehen. Bei seiner ersten Versteigerung im Jahr 2002 spielte es 314 650 Pfund (inklusive Aufgeld) ein; 2007 waren es 3,6 Millionen Dollar. 2013 wurde es für 7,65 Millionen Pfund weitergereicht. Der jetzige Einlieferer bezahlte vor nur zwei Jahren 11,28 Millionen Pfund – und er könnte den größten Gewinn einstreichen: Es werden vierzehn bis achtzehn Millionen Pfund dafür erwartet. Kein Wunder also, dass Investoren bei Unsicherheiten an der Börse immer wieder im Auktionssaal ihr Glück versuchen.

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