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Londoner Auktionen : Heiße Preise für Schnee und Eis

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Die Frühjahrsauktionen in London setzen wieder vermehrt auf Garantien: Ein Blick auf die Angebote von Christie’s, Sotheby’s und Phillips.

          Zwar hat sich in diesem Winter kaum eine Schneeflocke nach London verirrt, aber in den Sälen gibt es zum Auftakt des Auktionsjahrs durchaus Schnee und Eis. So verlieren sich bei Christie’s vier Figuren im Schneegestöber von Peter Doigs attraktivem „Cobourg 3 + 1 More“, das auf acht bis zwölf Millionen Pfund geschätzt ist. Einlieferer des Gemäldes aus dem Jahr 1994 ist Provinzial Rheinland Versicherung mit Sitz in Düsseldorf. Bei Sotheby’s gleitet Gerhard Richters marktfrischer „Eisberg“ von 1982 für ebenfalls acht bis zwölf Millionen Pfund in frostiger Stille (F.A.Z. vom 4. Februar). Es ist das größte von nur drei Gemälden dieses Motivs. Eine kleinere Version wurde 2012 bei Sotheby’s in London für 4,3 Millionen Pfund (inklusive Aufgeld) vermittelt.

          Zuerst stehen am 28. Februar und am 1. März Impressionismus, Moderne und Surrealismus an. Christie’s hat sich in letzter Zeit mit einem starken Angebot an Surrealismus hervorgetan, und Magritte gehört zu den begehrtesten Künstlern. Die schneebedeckte Gebirgslandschaft mit Adlerkopf „Le domaine d’Arnheim“ (6,5/8,5 Millionen) ist eine ungewöhnliche Kombination aus Landschaftsbild und Stillleben von 1938. Teurer unter den Surrealismus-Losen ist bei Christie’s nur Magrittes über einem Champagnerglas schwebende Wolke in „La corde sensible“, mit der Erwartung von vierzehn bis achtzehn Millionen Pfund – allerdings abgesichert mit einer Garantie.

          Ein „Symbol des Widerstands“

          Das teuerste Los des Frühjahrs und ein Highlight für Klimt-Liebhaber kommt am 1. März bei Sotheby’s unter den Hammer: Klimts „Bauerngarten“ mit leuchtendem Blumenmeer aus dem Jahr 1907, für das in excess of 35 Millionen Pfund erwartet werden. Es war erst kürzlich in der Londoner Royal Academy in der Schau „Painting the Modern Garden“ zu sehen. Sein Einlieferer bezahlte 1994 bei Christie’s in London umgerechnet 3,7 Millionen Pfund (mit Aufgeld), nun wird ein neuer Rekord für ein Gartenbild Klimts angepeilt – was gelingen sollte, hat Sotheby’s das Bild doch mit einer Garantie und einem unwiderruflichen Gebot abgesichert. Das höchstbewertete Los der Abendauktion bei Christie’s tags zuvor, Gauguins Landschaft auf Tahiti, „Te Fare (La maison)“, kann mit einer Schätzung von zwölf bis achtzehn Millionen Pfund nicht mit dem Klimt konkurrieren. Das Bild ist zwar attraktiv, gehört aber nicht zu seinen besten Gemälden. Einlieferungen aus zwei Privatsammlungen bilden, neben späten Picasso-Arbeiten, den Schwerpunkt bei Christie’s. Aus der Sammlung der Philanthropin Barbara Lambrecht, die zugunsten des Museums für Gegenwartskunst in Siegen versteigert wird, kommen Werke von Monet, Van Dongen oder Berthe Morisot (F.A.Z. vom 21. Januar).

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