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Liber Berlin Von musealem Glanz umgeben

27.10.2011 ·  Mit neuem Standort im Kulturforum, neben Kupferstichkabinett und Kunstbibliothek, kündigt sich die Antiquariatsmesse Liber Berlin an – ein Blick auf das Angebot.

Von Camilla Blechen, Berlin
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Nach wechselnden Auftritten in weitaus weniger attraktiven Quartieren genießt die zwölfte Antiquariatsmesse Liber Berlin in diesem Jahr Schutz und Schirm des Berliner Kulturforums in der zentralen Eingangshalle. In unmittelbarer Nähe zu Staatsbibliothek, Kupferstichkabinett und Kunstbibliothek, sämtlich Gehäuse für den „Kosmos aus Papier“, dürfen dreißig, überwiegend Berliner Händler vom 28. bis zum 30. Oktober ihre Kojen aufbauen.

Das Kleistjahr 2011 auf den Fahnen, offeriert Tusculum Rare Books aus London für 4800 Euro die Erstausgabe des in rotes Maroquinleder gehüllten „Zerbrochenen Krugs“. Der Berliner Antiquar Knut Ahnert erwartet 2500 Euro für eine Vorzugsausgabe der von Karl Walser illustrierten Thomas-Mann-Novelle „Unordnung und frühes Leid“. Mit einer bibliophilen Kostbarkeit, Anna Achmatowas „Requiem“, das ohne Wissen der in Russland verfemten Autorin 1963 in München verlegt wurde, wartet Heckenhauer aus Tübingen auf (1800 Euro).

Handschreiben vom preußischen König

Winfried Geisenheyner aus Münster steuert ein 1728 in Augsburg ediertes Kompendium zu biblischen Darstellungen bei (14.000 Euro). Heinrich Maria Davringhausen, ein Hauptvertreter des „Magischen Realismus“, schuf 1923 im Auftrag des Malik-Verlags fesselnde Abbildungen zu Eugen Lewin-Dorschs „Dollarmännchen“, das bei Hans Lindner aus Mainburg 1750 Euro kostet. Walter Trier, ein einst vielgefragter Illustrator von Kinderbüchern, verhalf 1926 „Fridolins Zauberland“ von Wilhelm Meyer zu optischer Anschaulichkeit - bei Sabine Keune aus Duisburg für 780 Euro.

Passionierten Autographensammlern bietet sich kurz vor dem 300. Geburtstag Friedrichs des Großen Gelegenheit, bei Elvira Tasbach aus Berlin zwei Handschreiben zu erwerben: das vom preußischen König 1776 unterzeichnete Unikat einer innovativen Polizeiordnung für Potsdam (15.000 Euro) und einen eigenhändigen Brief des körperlich angeschlagenen Achtundsiebzigjährigen an seine im Schloss Schönhausen lebende Ehefrau Elisabeth Christine (7500 Euro). In einem von Stargardt aus Berlin angebotenen Handschreiben Franz Marcs empört sich der „Blaue Reiter“ über das unlautere Verhalten des Kunsthändlers J. B. Neumann, der dem „Sturm“-Galeristen Herwarth Walden eine Provision streitig machen wollte (4000 Euro).

Eine kartographische Rarität lässt sich zum Spitzenpreis von 28.000 Euro bei Nikolaus Struck aus Berlin mit der „Mutter“ aller historischen Pommernkarten erwerben. Eine farbige Aquatintaradierung des Schweizer Romantikers Gabriel Ludwig Lory, die den Hafen von St. Petersburg abbildet, gibt es bei Schmidt & Green aus Wuppertal (7500 Euro). Die Berliner Fotofachhandlung Unterwegs überrascht mit Bruno Tauts 1936 in Tokio erschienenen „Grundlinien der Architektur Japans“ (750 Euro).

Liber Berlin. Im Kulturforum, Berlin, vom 28. bis 30. Oktober. Am Freitag von 15 bis 19 Uhr, am Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei, der Katalog kostet 5 Euro und ist unter www.liberberlin.de kostenlos abrufbar.

Quelle: F.A.Z.
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