10.09.2005 · Das Konzept des Frankfurter Galeristen und Kurators Michael Neff zur Erneuerung der Frankfurter Messe für Gegenwartskunst.
Von Rose-Maria Gropp; Konstanze CrüwellHigh & Low“ - nach einer Ausstellung der achtziger Jahre über Kunst und Werbung - ist der erste, ironisch gemeinte der wechselnden Titel für die erneuerte Art Frankfurt, die jetzt „fine art fair frankfurt“ heißt. Mit deutlich verändertem Profil wird sie vom 16. bis zum 19. März 2006 zum ersten Mal stattfinden - auf 15000 Quadratmetern in der Messehalle 9.0. Ihr neuer Chef, der Frankfurter Galerist und Kurator Michael Neff, hat die Zahl der Aussteller von 150 auf 75 heruntergefahren; jeder Teilnehmer zeigt One-Man-Shows, je nach Standgröße sind bis zu vier Einzelpräsentationen möglich. Das Berliner Architekturbüro Kühn Malvezzi, bekannt durch den Umbau der Binding-Brauerei für die Documenta 11 oder die Erweiterung des Hamburger Bahnhofs für die Sammlung Flick, baut dafür einen hierarchiefreien Raum mit frei stehenden, hohen Stellwänden ohne seitliche Begrenzung aus Standmodulen, in die die 8,5 Meter hohen Säulen der Halle integriert werden, unter einheitlich starker Beleuchtung: Der Eindruck einer musealen „käuflichen Ausstellung“, so der Architekt Wilfried Kühn, ist erwünscht.
Der Messeleiter High & Low Michael Neff - er selbst nimmt mit seiner Galerie im Oktober an der Londoner Freeze Art Fair teil, nicht aber am Art Forum Berlin und an der Art Cologne - hat eine „Wunschliste“ von rund 200 Teilnehmern, darunter durchaus auch big players. Inzwischen stehen 25 (noch ungenannte) Galerien fest. Im Beirat für die Auswahl der Teilnehmer sitzen Ariane Grigoteit, Kuratorin bei der Deutschen Bank, der Unternehmensberater und Sammler Axel Haubrok, die Londoner Kuratorin Juliane von Herz, Max Hollein, Direktor der Frankfurter Schirn und künftig auch des Städel-Museums, der Frankfurter Unternehmer und Sammler Michael Loulakis und Nicolaus Schafhausen, Direktor der Kölner Europäischen Kunsthalle „Das Loch e.V.“.
Wie Michael Peters, Geschäftsführer der Frankfurter Messegesellschaft, sagt, bleibt das Budget für die neue Messe mit „unter einer Million Euro“ im selben Bereich wie für die zunehmend glücklose Vorgängerin. Sogar gespart habe man zum Beispiel durch die günstigere Design-Agentur, den Wegfall der Sonderschauen und das architektonische Konzept.