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Kunstgewerbe und Alte Kunst : Verloren in Gedanken

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Das Bild eines zweifelnden Malers von Spitzweg ist hier ein sicheres Hauptlos: Vorschau auf die Auktion mit Kunstgewerbe und Alter Kunst bei Neumeister in München.

          Neumeister versteigert am 5. Dezember in München nicht nur umfangreiche Offerten an Alter Kunst und Kunsthandwerk, sondern integriert auch Angewandte Kunst vom Jugendstil bis ins zwanzigste Jahrhundert in den Ablauf. Anschließend kommt noch eine Privatsammlung von Werken des Tiermalers Heinrich v. Zügel mit eigenem Katalog zum Verkauf. Wie man es bei Neumeister kennt, steckt eine größere Anzahl wesentlicher Objekte auch diesmal in der Gemäldeofferte zum 19. Jahrhundert.

          Carl Spitzweg stellt abermals das Spitzenlos, diesmal mit der Atelierszene „Der Historienmaler“ von 1843, der man autobiographische Bezüge zuschreibt: Der Künstler betrachtet ratlos all die herumstehenden Werke, die, noch in geöffneten Kisten, wohl unverkauft von Ausstellungen zurückkamen, ähnlich wie es Spitzweg zu Beginn seiner Laufbahn erging. Ein Deckel trägt die Aufschrift „Hanno ...“ als Hinweis auf seine besonders frustrierenden Versuche, Verkäufe über den Hannoverschen Kunstverein zu tätigen - so auch im Falle des Gemäldes „Bergschüler“, das im Vordergrund lehnt.

          Studie eines Männerkopfes von Menzel

          Mit 65.000 bis 75.000 Euro ist der „Historienmaler“ das höchstbewertete unter insgesamt vier Gemälden des Münchner Biedermeiermeisters. Künstlerfürst Franz von Stuck porträtierte seine amerikanische Ehefrau Mary 1899 gedankenverloren nach oben blickend; im Originalrahmen strebt das Werk nach 20.000 bis 25.000 Euro. Auf Hochzeitsreise in den Niederlanden legte Max Liebermann 1884 die Ölstudie zu seinem großformatigen „Tischgebet“ an.

          Die bäuerliche Szene - sie kann mit Cassirer- und Thannhauser-Provenienz aufwarten - fiel 2005 bei Hampels Auktion der Liebermann-Sammlung von Hans-Georg Karg durch und tritt diesmal zu reduzierter Schätzung von 60 000 bis 80 000 Euro an. Auch Menzel skizzierte Bilddetails im Vorfeld, hier auf braunem Papier einen Männerkopf für die „Huldigung der Stände Schlesiens in Breslau 1741“ (10.000/12.000). Aus dem Altmeister-Angebot ragt neben zwei Bildern Philips Wouwermans ein niederländisches „Gehöft in Baumlandschaft“, 1629 von Jan van Goyen in sanften Farben gemalt (60.000/70.000).

          Das Kunsthandwerk fährt bedeutende Aufsatzschreibmöbel auf, Porzellane und nicht zuletzt ein gut gefülltes Silberkapitel, dessen Hauptlos, einen teilvergoldeten Deckelhumpen, Johann Schouw um 1600 in Münster schmiedete (24.000/ 26.000). Der bayerische Hofuhrmacher Ulrich Schniep schuf 1576 eine seiner Büchsensonnenuhren aus Messing, die man vermutlich als Anhänger trug (14.000/18.000). In der modernen Abteilung verdient nicht zuletzt skandinavisches Silber Erwähnung, etwa Jensens Deckelterrine aus der Serie „Weintrauben“ (2000/2400).

          Die private Zügel-Sammlung umfasst 62 Werke des 1850 im Schwäbischen Wald geborenen Tiermalers. Der später geadelte Heinrich Zügel studierte in München bei Piloty und genoss bereits zu Lebzeiten große Anerkennung für seine impressionistischen Darstellungen insbesondere von Schafen und Rindern. Sogar im New Yorker Metropolitan Museum ist er vertreten. Die Suite beginnt mit einem Frühwerk: Eseltreiber und Kuhhirten bei der Rast vor einer schwäbischen Dorfschänke (25.000/30.000) und begleitet das Œuvre durch sämtliche Phasen. Zeichnungen gibt es bereits ab 150 Euro, das Gros der Ölbilder rangiert zwischen 5000 und 15.000 Euro.

          Quelle: F.A.Z.

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