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Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Kunst im Wahlkampf Gagosian mag keinen Change

 ·  Die New Yorker Galeristin Paula Cooper lädt zum Benefiz-Diner für Obamas Wahlkampf und alle kommen. Alle? Larry Gagosian hat seine Meinung geändert.

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So eine Party hätte nicht einmal Truman Capote hinbekommen: Am kommenden Donnerstag, den 28. Juni laden Frank Stella und Cindy Sherman, Lawrence Weiner und Chuck Close, Robert Longo und Richard Pettibone, dazu die Schriftsteller Jeffrey Eugenides, Jonathan Safran Foer, Jonathan Franzen, Paul Auster, Toni Morrison sowie weitere vier Dutzend weltbekannte Künstler zu einem Fundraising Dinner für Barack Obama ein, das in der New Yorker Galerie von Paula Cooper stattfinden wird. Wenn es nach der Kunstwelt ginge, dann müsste Obama um seine Wiederwahl nicht fürchten. Amerikanische Künstler und Galeristen setzen sich traditionell für die Demokraten ein: Das war schon 2004 so, als die Vereinigung „Democratic Victory 04“ bei Phillips de Pury unter dem Motto „Buy art, bye bye Bush“ eine Benefiz-Auktion veranstaltete, bei der mehr als zwei Millionen Dollar zusammenkamen.

Auch die von Peter B. Lewis, einem Trustee des Guggenheim-Museums, und dem Milliardär George Soros geförderte Stiftung „America Coming Together“ brachte erstaunliche Summen für Buschs Herausforderer John Kerry zusammen. 2008, als Robert Indiana sein „Hope“-Plakat für Obama entwarf, war das nicht anders, nur noch erfolgreicher. In seiner neuesten Ausgabe veröffentlicht das „Art Newspaper“ die Supporter-Listen des diesjährigen Wahlkampfs. Paula Cooper will ihr „Artists and Writers for Obama“-Event zu einem noch größeren Erfolg machen als das letzte vor vier Jahren. Eintrittskarten kosten zwischen tausend und 2500 Dollar, gespendet werden darf bis zur gesetzlich erlaubten Höchstgrenze von 35.000 Dollar - dem laut „Art Newspaper“ Maximum für private Spender.

Bereits jetzt haben Künstler für Obama gespendet: Elizabeth Peyton gab 25.000 Dollar, Julie Mehretu 10.000 und Jeffrey Deitch, der Ex-Galerist und jetzige Direktor des Museum of Contemporary Art in Los Angeles, 3000 Dollar. Und die Gegenseite? Dort sieht es finster aus. Wenn Künstler für Mitt Romney spenden, dann geben sie es nicht zu. Immerhin kann der Präsidentschaftskandidat der Republikaner neben diversen dubiosen Countrysängern einen der erfolgreichsten Galeristen der Welt zu seinen Unterstützern zählen: Larry Gagosian, der noch 2004 für „Buy art, bye bye Bush“ zusammen mit Frank Gehry eine Skulptur für die Demokraten stiftete, unterstützt jetzt Romney - mit 5000 Dollar. Das ist natürlich nichts gegen die mehr als eine Million Dollar, die die Firma des 1968 geborenen

Hedgefonds-Managers und Kunstsammlers Kenneth Griffin in Romneys Wahlkampf pumpt. Griffin hatte 2006 unter anderem Jasper Johns’ „False Start“ für achtzig Millionen Dollar erstanden. Den Künstler hat das nicht beeindruckt: Er macht am 28. Juni bei Paula Cooper Werbung für Obama.

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Jahrgang 1972, Redakteur im Feuilleton.

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