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Kunstmessen Messen und andere Höhepunkte: München macht munter im Herbst

24.09.2005 ·  In diesem Jahr findet die fünfzigste Ausgabe der Kunst-Messe München (KMM) statt und die von Konrad O. Bernheimer im letzten Jahr ins Leben gerufenen „Munich Highlights“ gehen in die zweite Runde.

Von Brita Sachs
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Ohne Feuerwerk, Galadiners oder sonstige Festlichkeiten wird im Oktober die fünfzigste Ausgabe der Kunst-Messe München (KMM) über die Bühne gehen. Auch mit der geplanten Sonderausstellung hat es zum Jubiläum nicht geklappt; immerhin wird ein Katalogbeitrag die Geschichte der 1956 als „Deutsche Kunst- und Antiquitätenmesse“ gegründeten Leistungsschau zusammenfassen. Doch ist die vornehme Zurückhaltung wohl kaum als selbstbewußtes Understatement zu werten. Eher meint man den Pragmatismus unserer Spar-Ära zu erkennen, der Ablenkung vom Geschäftlichen scheut und zusätzliche Ausgaben fürchtet. Dabei hat, wenn die Erfahrung nicht täuscht, gezieltes Feiern dem Umsatz noch selten geschadet, im Gegenteil. Und Grund genug gäbe es auch.

Schließlich ist es eine Leistung, die älteste Kunstmesse in Deutschland zu sein, die wichtigste dazu und diesen Status seit fünf Jahrzehnten gegen kontinuierlich gewachsene Konkurrenz und zahllose Schwierigkeiten zu behaupten. Denn seit sie vor fünfzehn Jahren ihren Stammplatz im Haus der Kunst verlor, kämpft diese Veranstaltung um ihre Balance. Seither wird mit fast allem experimentiert, was an einer Messe veränderbar ist - nicht zuletzt, weil die Münchner Messegesellschaft die KMM als vergleichsweise kleine Veranstaltung wie einen Spielball behandelt. Prompt gestaltet sich auch dieses Jahr wieder einiges anders. Es bleibt der Ort - Halle A6 der Neuen Messe in Riem - und mit dem 8. Oktober bleibt auch das Startwochenende. Die Dauer aber wurde wieder auf acht Tage verlängert, die Händler wollten keinesfalls auf das zweite Wochenende verzichten, und der einmalig handlich gewesene Katalog schwillt erneut auf Telefonbuchformat. Verlaß ist auf einen soliden Stamm an Ausstellern, unter denen Extraapplaus die Gemäldegalerie Scheidwimmer verdient, die als einzige zum fünfzigsten Mal dabeisein wird. Neuse aus Bremen kommt zurück; aber noch immer nicht Konrad O. Bernheimer, was doppelt schmerzlich ist, weil mit ihm nicht nur ein ortsansässiger Händler von internationalem Format fehlt, sondern auch der Enkel des Messegründers.

Alternativkonzept für Messemüde

Ausgerechnet Bernheimer rief letztes Jahr die „Munich Highlights“ ins Leben; zeitgleich zur KMM hatten er und benachbarte Kollegen an der Briennerstraße einige befreundete Händler in ihren Geschäftsräumen zu einer kleinen Eliteparade zu Gast. Die meisten Auserwählten bespielten früher die Münchner Messe. Dort bedeutet ihr Fortbleiben naturgemäß einen empfindlichen Aderlaß im oberen Qualitätslevel - auch wenn Messeleiter Peter Henrich seidenweich die Synergieeffekte betont - der Imageverlust ist nicht zu übersehen. Tatsächlich könnte die Messe mit ihren etwa 115 Ausstellern auch ohne die Aktivitäten der Briennerstraße, umgekehrt dürfte das schon schwieriger sein. Erregt eine Sezession wie die Munich Highlights schon um ihrer selbst willen Aufsehen, bringt sie ihren Teilnehmern noch andere Vorteile: Unter einem Elitelabel präsentieren sie sich zur richtigen Zeit am richtigen Ort und sparen hohe Messekosten. Als Vorteil benennt mancher sogar den beschränkten Platz, weil der das Problem der Warenbeschaffung lindert. In diesem, ihrem zweiten Jahr haben die Highlights schon kräftig zugelegt: Mit dreiundzwanzig Teilnehmern hat sich der Umfang mehr als verdoppelt und in umliegende Straßen erweitert. Zeitgenössische Kunst kommt hinzu mit den Galerien Blau und Knust an der Ludwigstraße; auch Fred Jahn in der Maximilianstraße macht mit und Hemmerle mit Juwelen. Gertrud Rudigier dreht der Messe den Rücken, bleibt in ihren Räumen in der Arcostraße. Vermutlich sollte man dies Trittbrettfahren nicht nur als Kritik an der KMM werten - vor allem Bernheimer hatte lange versucht, sie zu einer Herbst-Spitzenmesse vom Schlage Maastrichts umzumodeln, scheiterte aber an den Interessen der regionalen Lobby -, sondern auch als Reaktion auf die Vielzahl an Messen, die bei stark verknapptem Warennachschub auf internationalem Niveau immer schwerer bespielbar sind. Vielleicht entwickelt sich da mit den Highlights in München ein interessantes Alternativkonzept für Messemüde. Nur eine Galerie wird übrigens den direkten Vergleich haben: Salis & Vertes aus Salzburg meldete sich für beide Veranstaltungen an, auf ihr Fazit ist man gespannt.

Quelle: F.A.Z., 24. September 2005
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