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Klosterfelde schließt Haben Galerien eine Zukunft?

Rückzug vom Ausstellungsbetrieb: Am 10. August endet die letzte Schau in der Galerie Klosterfelde in Berlin. Ihr Gründer Martin Klosterfelde hat seit 1996 eine maßgebliche Rolle in der Kunstszene der Hauptstadt gespielt.

Martin Klosterfelde und Lena Kiessler schließen ihre Galerie in Berlin. Nach achtzehn Jahren und 104 Ausstellungen ist am 10. August Schluss, dann nämlich endet die letzte Schau „In Search of the Miraculous“ von Bas Jan Ader in den Räumen der Galerie Klosterfelde in der Potsdamer Straße. In einer Mitteilung ist von „neuen Herausforderungen“ die Rede. Martin Klosterfelde gründete die Galerie 1996 und war seither maßgeblich an der Entwicklung des internationalen Renommees der Berliner Szene beteiligt. Auf ihn geht unter anderem die Gründung der Verkaufsschau „abc“ zurück.

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Die Schließung von Klosterfelde macht auf eine Tendenz aufmerksam, die sich seit ein paar Monaten immer mehr abzeichnet: Es geht eine Schere auf zwischen den etablierten Händlern von Gegenwartskunst. Entweder sie eröffnen museale Riesenhallen auf verschiedenen Kontinenten, wie Ropac oder Gagosian, Zwirner oder Hauser & Wirth. Oder sie betonen das beratende Geschäft, ziehen sich immer weiter zurück vom öffentlichen Ausstellungsbetrieb. Klosterfelde beispielsweise führt keine Dependancen, existiert nur einmal, eben in Berlin.

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Begonnen hat er in der Linienstraße in Berlin-Mitte. Damals entstand dort eine Galerie nach der anderen - Ladengalerie neben Ladengalerie. 2001 wurde es einigen zu viel, und sie zogen in die Straßen um den Checkpoint Charlie. Klosterfelde eröffnete in der Zimmerstraße. Die letzte Station 2009 war nun eine Altbauwohnung in der Potsdamer Straße, die mehr ein Rückzugsort ist als ein Treffpunkt für Laufpublikum. Geschäfte werden heute jedoch anders gemacht. Diejenigen, die Galerien als sozialen Ort begreifen, beklagen diesen Fortgang.

Martin Klosterfelde und Lena Kiessler werden ihre Künstler weiter unterstützen. Zu ihrem Programm zählen einige der wichtigsten Künstler der Gegenwart - und jüngsten Vergangenheit. Auf nervösen, vollen Kunstmessen, der Frieze in London oder der Art Basel, war es immer eine Freude, die präzisen Schauen von Klosterfelde zu genießen, egal ob dort Fahnen von Matt Mullican warteten, Zeichnungen von Jorinde Voigt oder Hanne Darboven in geballter Präsenz den Kopf freischüttelten. Abstand gewann man am besten vom Betriebszirkus, wenn Christian Jankowski seine neuesten Videos zeigte.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 12.07.2013, 15:29 Uhr

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Von Andreas Rossmann

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