Wer nur einen Abstecher zwischen Shopping bei Bergdorf’s und einer vorweihnachtlichen Show am Broadway eingeplant hatte, musste von Grund auf umdisponieren: Auch postum wollte die Leinwandgöttin Huldigungen nicht im Nebenbei annehmen. Für die Vorschau der „Collection of Elizabeth Taylor“, die Christie’s nach Kostproben in Moskau, London, Los Angeles, Dubai, Genf, Paris und Hongkong vor den New Yorkern in epischer Breite inszenierte, war eine großzügig bemessene Zeitspanne ebenso unerlässlich wie bequemes Schuhwerk. Aber im Geglitzer und Gefunkel der Brillanten, Rubine, Saphire und Smaragde merkte das vorwiegend weibliche, gern in Gruppen sortierte Publikum vielleicht gar nicht, wie anstrengend es war, einen Galerien-Parcours im musealen Blockbuster-Format zu absolvieren.
Die Schätze, die der im März dieses Jahres verstorbene Star hinterlassen hat, reichen jedenfalls für mehr als ein halbes Dutzend Auktionen aus, die sich vom 13. Dezember an über vier Tage hinziehen. An den ersten beiden Tagen kommt der Schmuck unter den Hammer: in einer exklusiven Gala-Auktion die legendären Colliers, Ringe und Diademe - unter ihnen der Diamant von 33,19 Karat, den ihr Richard Burton an den Finger steckte -, danach die Juwelen für den Alltagsgebrauch. Es folgt genug Haute Couture, um ein paar Kostümschauen im Metropolitan Museum zu bestücken, und auch bei weniger kostbaren Gewändern fehlen nicht Designernamen wie Balenciaga, Valentino und Yves Saint Laurent: für Filmfans wie für Modehistoriker alles Verlockungen ersten Grades.
Schließlich die Berge von Schuhen und Handtaschen edelster Abstammung, das offenbar liebevoll gepflegte Reisegepäck von Louis Vuitton, die Fotos, Vasen, Spiegel und Poster mit Widmungen von Michael Jackson und Bob Dylan, der höhere Nippes von Gallé und Lalique, einige exquisite Möbelstücke aus der Villa im kalifornischen Bel Air - nicht zu vergessen die Drehbücher, in lila Leder gebunden und so in perfekter Harmonie mit der Augenfarbe der Diva. Insgesamt werden mehrere Tausend Objekte in 946 Losen angeboten, und alle Verehrer und Memorabilienjäger, die nach vier Tagen nichts Passendes gefunden haben, können ihre Gebote online in einer Internetauktion hinterlassen, die erst am kommenden Samstag zu Ende geht. Ohrclips von Chanel etwa sind da, womöglich allzu verlockend, auf hundert Dollar taxiert. Teurer ist der Schuber mit den fünf Katalogen, der 300 Dollar kostet, in limitierter und numerierter Version gar 600 Dollar. Immerhin soll ein nicht näher bestimmter Teil aller Erlöse der Elizabeth Taylor Aids Foundation zugute kommen. Die - überschaubare - Kunstsammlung, die sich die Tochter eines Kunsthändlers leistete, wird dann im Februar in London versteigert.