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Gloria von Thurn und Taxis : Von Knödeln, Klatsch und Kunst: Gloria bei Phillips in New York

  • -Aktualisiert am

Zur Versteigerung ihrer Kunstsammlung wurde die Fürstin mit viel Pomp in New York begrüßt. Zu ihren Ehren hatte Simon de Pury 225 Gäste zum Diner ins Auktionshaus geladen. Zwar ließ sich dann ein Großteil der Gesellschaft bei der Auktion nicht blicken, nichtsdestoweniger erreichte Paul McCarthys Weihnachtsmanns auf „merde-farbenem Sockel“ 750 000 Dollar.

          Den richtigen Galeristen zu finden, sagte Gloria von Thurn und Taxis einmal, sei wie den richtigen Bankier zu finden, schließlich handele es sich um Investitionen. Derzeit prangt ihr von Jürgen Teller fotografiertes Konterfei mit Schweinshaxe, Knödel und Bier nicht nur auf ihrem Auktionskatalog, sondern auch auf einer Plakatwand über der 14th Street in Chelsea, um die Ecke von Phillips, de Pury & Co. Am Montag abend kamen dort fünfzig Werke aus ihrer Sammlung zum Aufruf, weitere 85 folgten am Dienstag vormittag. Die meisten stammen aus den achtziger und neunziger Jahren, doch einige, wie Kiefers „XXI Claudia Quinta“, wurden erst jüngst geschaffen, was der Fürstin die berechtigte Kritik bescherte, sie habe die Kunst nur im Hinblick auf die Auktion gekauft.

          Gloria wurde mit viel Pomp in New York begrüßt. Zu ihren Ehren hatte Simon de Pury 225 Gäste wie Larry Gagosian, Olivier Berggruen und Jeff Koons zum Diner ins Auktionshaus geladen. Im dritten Stock stand man bei Discomusik mit Kir Royal in importiertem Herbstlaub. Bei Kerzenschein wurden an üppig dekorierten Tischen Austern, Lamm und Schokoladentrüffel serviert, alles zwischen viel Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Im ersten Stock spielte die Band „Kid Creole and the Coconuts“ neben Damien Hirsts gynäkologischem Aquarium mit lebenden Fischen.

          Der Großteil der Gesellschaft ließ sich indes bei der Auktion am Montag dann aber nicht blicken - so ist es ein großes Verdienst, daß Simon de Pury im nicht voll besetzten Saal alle Lose für Hammerpreise von insgesamt 6,3 Millionen Dollar an den Mann bringen konnte. Auch Gloria war nicht anwesend, aber ihre Töchter, fast so extravagant wie einst die Mutter, hielten alles auf Video fest. Es gab Rekorde wie 190 000 Dollar für Rosemarie Trockels gestrickte „Cowboys“, und 750 000 Dollar, den höchsten Preis des Abends, für Paul McCarthys anstößige Bronze eines Weihnachtsmanns auf „merde-farbenem Sockel“. Anselm Kiefers Werk erwarb der New Yorker Kunsthändler James Cohan für 290 000 Dollar.

          Die Auktion hat bewiesen, daß Gloria von Thurn und Taxis eine smarte Investorin ist, aber einige der Rekorde vom Dienstag können den Künstlern nur wenig Ruhm und Ehre bringen: Sonja Alhäusers „Strawberry Dream“ von 2002 etwa, eine verschlungene Komposition in Erdbeerfarben, wurde für 400 Dollar zugeschlagen - ein Zehntel der unteren Taxe. Zwei große Leinwände eines jungen Malers, die im Doppelpack eine Taxe von 1500 bis 2000 Dollar trugen, wurden zusammen für nur 100 Dollar verkauft. Neun der 85 Lose erzielten nur dreistellige Beträge, und 24 gingen trotz niedriger Limite zurück. Damit ist den Künstlern kein Gefallen getan. Der Abschied von der Kunst fiel der Familie nicht schwer. Auf die Frage, ob denn Wehmut mitschwinge, zuckte Elisabeth von Thurn und Taxis mit den Schultern: „Klar hängt man ein bißchen dran, aber das Ende der Welt ist es auch nicht.“

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