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Kölner Vorschau II : Rad aus Papageienfedern

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Gute Ergebnisse erwartet sich das Auktionshaus Lempertz von seinen kommenden Auktionen. Eine Vorschau auf das Angebot der Moderne, Zeitgenossen und der Fotografie.

          Eines der Spitzenwerke in der Moderne-Auktion bei Lempertz in Köln am 1. Dezember ist Georges Braques „Le moulin à café“ von 1942, aus dem Nachlass des kunstsinnigen Kaffeekönigs Klaus J. Jacobs. Mit der Schätzung von 400 000 bis 600 000 Euro führt das Bild die Sektion an. Dicht folgen Max Pechsteins „Zwei Kutter im Hafen von Leba“, entstanden 1922 bei einer Reise an die Ostsee (Taxe 400 000/500 000 Euro). Von Pechstein stammt auch „Das Blaue Kleid: Bildnis Frau Dr. Plietzsch“ aus dem Jahr 1921 (200 000/250 000). Jawlenskys von Blau dominiertes „Stillleben mit Serviette“, 1906 auf einem Malkarton, zeigt den Einfluss, den sein Besuch bei den Fauvisten in Paris 1905 ausübte (300 000/400 000). Mehrfach vertreten ist Lovis Corinth, der 1915 mit kraftvollem Pinsel einen Strauß aus „Tulpen, Flieder und Kalla“ bindet (250 000/300 000). Mit „Ariadne auf Naxos“ hat sich Corinth 1913 auf das Feld der Historienmalerei begeben (150 000/200 000).

          Mit Victor Servranckx’ „Opus 9 - 1927“ ist das Werk eines Wegbereiters der Abstraktion in Belgien vertreten; für das mehr als zwei Meter breite Gemälde, dass den Betrachter in die Weiten des Universums zu führen scheint, werden 200 000 bis 240 000 Euro erwartet. Munchs Farbholzschnitt „Zwei Menschen. Die Einsamen“ von 1899 geht in blau-schwarzer Melancholie auf ein heute verschollenes Gemälde zurück (280 000/300 000). Ebenfalls am 1. Dezember kommen, versammelt in einem eigenen Katalog, sechzig Fotografien des Fotopioniers Heinrich Kühn zum Aufruf; die Schätzungen reichen von 1000 bis 20 000 Euro.

          Gerhard Richter führt die Zeitgenossen an

          Am 2. Dezember folgt die zeitgenössische Kunst. Ganz vorne rangiert Gerhard Richters „Teyde-Landschaft (Skizze)“, 1971 nach einer Fotografie gemalt. Das sechzig mal achtzig Zentimeter große Bild ist mit 800 000 bis eine Million Euro ausgezeichnet. An zweiter Stelle folgt Josef Albers mit einer „Study for Homage to the Square: Warm Welcome“, die 1953/55 entstand (250 000/300 000). Ebenfalls – wenn auch auf andere Art – mit der Farbe setzte sich Yves Klein auseinander: Seine „Vénus d’Alexandrie“ nach dem Vorbild der Venus von Milo (90 000/100 000) tauchte er in sein patentiertes IKB (International Klein Blue).

          Aus Papageienfedern schlägt Rebecca Horns zierliche Maschine ein gleichmäßiges Pfauenrad, das erst nach dem Erlahmen des elektrischen Antriebs wieder in sich zusammenfällt. Horns Raumobjekt aus einer Berliner Privatsammlung greift mit den Federn ein bei ihr wiederkehrendes Motiv auf (100 000/120 000). Emil Schumacher ist vertreten mit einer der für ihn typischen, mit dicken Farbschichten überzogenen Leinwände. „Paripa“ von 1961 ist mit 150 000 bis 180 000 Euro beziffert.

          Die Gesamtschätzung für die Moderne liegt bei 5,1 Millionen Euro, für die Zeitgenossen werden insgesamt 4,8 Millionen Euro erwartet.

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