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Kölner Vorschau I : Mit Weltempfängern

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Ein spannendes Angebot von der klassischen Moderne, über das deutsche Informel bis in die unmittelbare Gegenwart wird bei Van Ham am 29. November zur Versteigerung aufgerufen.

          Mit der Kunst der Moderne eröffnet das Kölner Auktionshaus Van Ham am 29. November seine Auktionen. An der Spitze unter den 117 Losen liegt Jawlenskys „Rêve d’or“. Im Jahr 1918 entstanden, zeigt es den Künstler auf dem Weg zu einer zunehmend malerischen Abstraktion (Taxe 150 000/200 000 Euro). Conrad Felixmüller schildert den Blick aus einem Zimmer hinaus auf einen Kirchturm. Das Paar im Zimmer ist wohl der Künstler mit seiner Frau Londa von Berg, im Liebesglück: Das expressive Aquarell „Sommerabend“ von 1923 wirkt idyllisch und bedrohlich zugleich (60 000/80 000).

          Höhere Erwartungen weckt allerdings das Angebot der Nachkriegskunst. Unbestrittener Spitzenreiter ist eines der Nagelbilder Günther Ueckers, „Both“ von 2011, das laut Inschrift eine Hommage an den kurz zuvor gestorbenen Konzeptkünstler Roman Opalka ist. Die Provenienz weist das Werk als aus der Privatsammlung des wegen Betrugs verurteilten Düsseldorfer Kunstberaters Helge Achenbach aus. Die Ausmaße von 2,3 mal 2,3 Metern tragen zur Schätzung von 600 000 bis 800 000 Euro bei. Auch die beiden Mitbegründer der Künstlergruppe Zero sind vertreten: Das Zusammenspiel von Aluminium, Holz und Plexiglas in Heinz Macks „Relief“ von 1975 sprengt die Grenze der Bildfläche und erzeugt ein dreidimensionales Lichtobjekt (100 000/150 000). Ebenfalls bis 150 000 Euro ist Otto Pienes 1999/2002 entstandene „Pfaueninsel“ veranschlagt.

          Malerei des Informel stark vertreten

          Wie bei Piene dominieren auf Ernst Wilhelm Nays Gemälde „Vibration“ kräftige Gelbtöne. Schwarze Linien geben jedoch den Takt für eine schwungvolle Komposition geometrischer Formen vor, die die Farbflächen eben schwingen lässt (120 000/150 000). Gegenständlich wird es hingegen bei Jörg Immendorff; sein Bild „Manzonivase II“ ist auf 50000 bis 70000 Euro taxiert. Reich vertreten bei der Auktion sind auch die Maler des deutschen Informel: Neben Emil Schumachers 120 mal 96 Zentimeter großem „Belua I“ von 1958 (50 000/70 000) ist der im August gestorbene K.O.Götz mit gleich sieben Arbeiten vertreten. Seine dreigeteilte Leinwand des 1965 entstandenen „StrepII“ füllt der Altmeister der Abstraktion mit breiten Pinselstrichen, die jeden Hauch einer Raumillusion ad absurdum führen (30 000/50 000).

          Bei den Zeitgenossen fährt Robert Longo mit einem windschnittigen „Cadillac“ vor. Der Pigmentdruck von 2012, Auflage 30, soll 8000 bis 12 000 Euro bringen. Bei Karin Kneffel hingegen herrscht eher Unschärfe: Auf ihrem unbetitelten Gemälde von 2005 scheint ein Tisch kopfüber im Raum zu schweben und die Farben und Formen verschwimmen vor den Augen (60 000/100 000). Fast beruhigend wirken da Isa Genzkens „Ohne Titel (Weltempfänger)“. Die drei aus Beton gegossenen Radiogeräte geben natürlich keine Musik wieder (Taxen von 15 000/20 000 bis 30 000/50 000 Euro).

          Insgesamt erwartet Van Ham ein Ergebnis um die sechs Millionen Euro. Am 6. Dezember kommen bei der Versteigerung der „Sammlung Rheingold“ weitere Werke aus der Pfändungsmasse von Helge Achenbach unter den Hammer, für geschätzte etwa eine Million Euro.

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