Kölner Vorschau I: Drache auf Lapislazuli
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Kölner Vorschau I : Drache auf Lapislazuli

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Das Kölner Auktionshaus Van Ham versteigert am 17. November Alte Kunst und die Sammlung eines süddeutschen Industriellen, deren Wurzeln in den zwanziger Jahren liegen. Eine Vorschau

          Das Haus Van Ham wartet am 17. November mit einer Besonderheit auf: Neben der regulären Auktion zur Alten Kunst werden 43 Werke „aus der Sammlung eines süddeutschen Industriellen“ offeriert, die in einem gesonderten Katalog präsentiert sind. Die in den zwanziger Jahren entstandene Privatsammlung befindet sich seit drei Generationen in Familienbesitz und wurde mit Hilfe des Münchner Kunsthistorikers und Experten für niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts, Walther Bernt, zusammengetragen. Fast alle angebotenen Gemälde sind der Öffentlichkeit unbekannt und kommen nun marktfrisch zur Versteigerung. Preislich angeführt wird die Sonderauktion mit der ruhigen „Landschaft mit Kühen“ von Salomon van Ruysdael aus dem Jahr 1646, versehen mit einer Erwartung von 100 000 bis 150 000 Euro. Es folgt dicht Josse de Mompers d. J. detailreiche Holztafel „Felslandschaft mit der Heilung des Naaman“ (Taxe 100 000/120 000 Euro) und Jan van Goyens Gemälde „Wirtshaus mit Aushängeschild“ (80 000/100 000), das bereits 1928 in die Kollektion aufgenommen wurde.

          Auch die Werke des 19. Jahrhunderts aus der Sammlung können sich sehen lassen. Die „Winterliche Szene im Jüdischen Viertel von Amsterdam“ kommt von Cornelis Springer: Im Jahr 1870 schuf der niederländische Vedutenmaler, der besonders wegen seiner akkurat ausgeführten perspektivischen Genauigkeit berühmt wurde, eine eindrucksvolle Momentaufnahme des damaligen Großstadttreibens (35 000/50 000).

          In der regulären Auktion mit Alter Kunst, ebenfalls am 17. November, sticht unter den 220 angebotenen Losen die Darstellung von „Perseus rettet Andromeda vor dem Drachen“ hervor: Sie wird der Prager Schule um 1600 zugeordnet und beeindruckt durch ihren Malgrund, eine Lapislazuli-Tafel. Auf die nur vierzehn mal neun Zentimeter kleine blaue Steinplatte malte laut einer alten handschriftlichen Notiz, die sich auf der Rückseite befindet, Cornelis van Poelenburgh 1586 die bewegte Szenerie, wobei er die originalen Einschlüsse im Stein maßgeblich in die Darstellung mit einbezogen hat. Die blaue Farbe des Wunderkammerobjekts bildet dabei den undefinierbaren Hintergrund der mythologischen Szene, das Ungeheuer und der Felsen bestehen aus den überwiegend grünlichen Schattierungen und der dunklen Struktur des Steins (15 000/ 20 000).

          Zu den Spitzen zählen einmal mehr Landschaften der Achenbach-Brüder: Oswald Achenbach liefert neben dem eher ungewöhnlichen, frühsommerlich wirkenden Genrebild „Sonntag in Südtirol“ (28 000/30 000) die mystische Szene „Nächtlicher Markt am Strand vor Neapel“, geschätzt auf 40 000 bis 60 000 Euro. Andreas Achenbach ist mit gleich drei Küsten- und Hafenansichten in der Auktion vertreten, sämtlich aus deutschem Privatbesitz (Taxen von 10 000 bis 20 000 Euro). Die Limite der Lose aus beiden Auktionen addieren sich auf etwa 1,8 Millionen Euro, wobei die Hälfte davon die „süddeutsche Sammlung“ ausmacht.

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