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Kölner Ergebnisse II : Die Kraft der zwei Spiralen

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Die Herbstauktionen bei Van Ham in Köln deckten ein breites Spektrum ab. Während die Alte Kunst etwas unter den Erwartungen lag, gab es andernorts gute Ergebnisse.

          Mit durchwachsenen Ergebnissen startete das Kölner Auktionshaus Van Ham in seine Herbstauktionen. Denn bei der Alten Kunst blieben die drei höchsttaxierten Werke unverkauft: Salomon van Ruysdaels „Landschaft mit Kühen“ von 1646, (Taxe 100 000/150 000 Euro), Josse de Mompers d. J. „Felslandschaft mit der Heilung des Naaman“ (100 000/120 000) und Jan van Goyens „Wirtshaus mit Aushängeschild“ (80 000/100 000). Sie kamen sämtlich aus der „Sammlung eines süddeutschen Industriellen“. So konnte sich ein Gemälde von Esaias van de Velde d. Ä. an die Spitze setzen. Seine 1625 gemalte „Landschaft mit Schlittschuhläufern“ zeigt auch das winterliche Vergnügen des Eisstockschießens: Der Zuschlag bei 180 000 Euro bedeutet das Sechsfache der oberen Taxe von 30 000 Euro. Bei den Werken des 19. Jahrhunderts schaffte Cornelis Springer den Sprung nach ganz vorne. Seine „Winterliche Szene im Jüdischen Viertel in Amsterdam“ aus dem Jahr 1870 erzielte 76 000 Euro (35 000/50 000).

          Alexej von Jawlenskys 1918 gemalter farbenfroher „Rêve d’or“ setzte sich, wie erwartet, an die Spitze der Klassischen Moderne; der Hammer dafür fiel bei 150 000 Euro (bis 200 000). Dahinter rangiert Karl Hofers „Die Brücke (2)“, um 1946/1947 entstanden, die über das blaue Meer in die Berge führt: Ein Bieter sicherte sich das in Öl auf Leinwand gemalte Bild für 100 000 Euro (40 000/60 000). Ebenso für 100 000 Euro (60 000/80 000) ging Conrad Felixmüllers expressionistischer „Sommerabend“ von 1923. Und 65 000 Euro innerhalb der Taxe von 60 000 bis 90 000 Euro brachte die aus einer baden-württembergischen Privatsammlung eingelieferte Papierarbeit „Sonnenuntergang am Strande“ von Lyonel Feininger aus dem Jahr 1934.

          Topzuschlag für 2017 in Deutschland

          Auch bei der Kunst nach 1945 gab es einige erfreuliche Zuschläge: allen voran Günther Ueckers Hommage an den Künstlerkollegen Roman Opalka, „Both“ aus dem Jahr 2011. Für das Nagelrelief, das aus der Privatsammlung Helge Achenbachs eingeliefert wurde, fiel der Hammer erst bei 2,2 Millionen Euro, damit deutlich oberhalb der Schätzung von 600 000 bis 800 000 Euro. Das ist der höchste Zuschlag in Deutschland im Jahr 2017, und mit Aufgeld bezahlte der Käufer 2,75 Millionen Euro für Ueckers monumentales Werk. Überhaupt konnten Arbeiten der Zero-Gruppe sich gut behaupten; ein 1975 entstandenes „Relief“ von Heinz Mack brachte es auf 130 000 Euro (100 000/150 000), Otto Pienes leuchtende „Pfaueninsel“ erzielte 120 000 Euro (100 000/150 000). Anders erging es Sigmar Polkes „Farbprobe (IV)“ von 1986 (100 000/150 000) und Ernst Wilhelm Nays „Vibration“ von 1951 (120 000/150 000), beide fanden keine Abnehmer. Andy Warhols „Marilyn Monroe“ als signierte Farbserigraphie von 1967 überstieg hingegen mit 105 000 Euro (60 000/80 000) die Erwartungen.

          Bei den Zeitgenossen wurde Isa Genzkens Gemälde „Basic Research“ von 1989 bei 33 000 Euro (35 000/45 000) zugeschlagen und liegt damit an zweiter Stelle hinter Karin Kneffels zwei mal 1,2 Meter großem Bild „Ohne Titel“ aus dem Jahr 2005. Auf ihm scheint ein Tisch in der Luft zu schweben; diese Vorstellung wurde mit 55 000 Euro (60 000/100 000) honoriert. Ron Arads „Ping Pong Table“, 1995 entworfen und 2008 in einer Auflage von zwanzig Exemplaren aus poliertem Edelstahl gefertigt, erreichte 30 000 Euro (30 000/50 000). Und die kleine pinkfarbene „Dom Pérignon Balloon Venus (Magenta)“ von Jeff Koons aus dem Jahr 2013 erhob sich mit 26 000 Euro (15 000/20 000) über ihre Schätzung.

          Gute Ergebnisse brachte die Versteigerung von Werken aus der „Sammlung Rheingold“, sie gehören zur Pfändungsmasse von Helge Achenbach: Wolfgang Tillmans’ C-Prints „Freischwimmer 33“ von 2003 und „Freischwimmer 46“ von 2004 überstiegen ihre jeweilige Schätzung von 100 000 bis 150 000 Euro deutlich und brachten es auf Zuschläge von 220 000 und 300 000 Euro. Der Blick mit der Kamera, den Candida Höfers 2003 in die „Biblioteca Seminario Patriarcale Venezia III“ geworfen hat, wurde für gute 50 000 Euro (15 000/20 000) von einem Bieter übernommen. Thomas Struths im Jahr 2001 entstandene Fotoarbeit „Paradise 22. São Francisco de Xavier/Brasil“ erlöste 40 000 Euro (20 000/30 000).

          Damit spielte „Rheingold“ einen Umsatz von 1,7 Millionen Euro ein, gegenüber der erwarteten eine Million Euro. Die Alte Kunst brachte es auf etwa 1,75 Millionen Euro und liegt damit leicht unterhalb der Erwartungen; die Moderne und die Zeitgenossen übertreffen mit einem Erlös von zusammen 9,3 Millionen Euro die anvisierten sechs Millionen Euro doch deutlich.

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