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Günther Förg in Berlin Klein-Klein ist nichts für ihn

 ·  Die Galerie Max Hetzler in Berlin zeigt Bilder, Wandmalerei und Fotografie von Günther Förg. Es sind sämtlich eminente Großformate aus den Jahren 1987-2011.

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Derart ideal wie die weitläufigen Hallen der Galerie Max Hetzler in den Osram-Höfen im Berliner Stadtteil Wedding wäre kaum ein anderer Ort für eine Werkschau Günther Förgs. Fast dreißig Arbeiten werden unter dem Titel „Bilder, Wandmalerei und Fotografie 1987 bis 2011“ präsentiert - bis hin zu einer mehr als vier mal zwanzig Meter messenden Wandarbeit, die in situ mit einer roten und einer blauen Fläche fünf große farbige Fotoarbeiten aus dem Jahr 1990 hinterfängt - hochgezogene Abzüge mit Gebäuden der „Città Universitaria“ in Rom, deren totalitäre Wucht einst falscher Herrschaft imponierte: Förg war stets Provokateur im Gewand der Abbildung.

Der Eindruck in den riesigen offenen, nur durch eingezogene Zwischenwände strukturierten Räumen dieser Architektur vom Beginn des 20. Jahrhunderts, die von den dreißiger Jahren an das Glühlampenwerk B von Osram beherbergte, arbeitet Förgs unablässigem Spiel mit Monumentalität und - so möchte man es als sich selbst widersprechende Formel fassen - megalomanischem Minimalismus direkt in die Hände.

Verfremdung ist Vorsatz

Da zieht der Künstler in frivolen Zitaten einzelne Einheiten aus dem Schaffen seiner Zeitgenossenschaft hoch zu eigenen Bildfindungen, denn Förg ist, im Innersten, schlicht nicht zu haben für das Klein-Klein angepasster Formate. Und er erlangt dort, was er sich wünscht: Intensität. Doch kennt man diese Gitter- und Rasterstrukturen nicht? Vielleicht als einen Hintergrund bei Baselitz, ein Muster für Polke oder einen Gedanken sonstwo her? Bei Förg jedenfalls vibrieren die Werke wandfüllend, farbfließend und - es sei gestattet - in halsbrecherischer und zuschreibungsresistenter Malerei. Der Mann will partout in keine Schachtel.

Wo er also einen großen Spiegel in hellem Holz rahmt, muss das auch durchgehen als Teil einer buchstäblichen Reflexion auf das Darstellbare im Feld unmöglicher Totalerfassung durch die Kunst (110.000 Euro). Förg ist keiner für die einfachen Gemüter. Seine Verfremdung anscheinend vertrauter Details ist Vorsatz; er reißt die Dinge der etablierten Kunst aus dem Zusammenhang - und damit an sich, meist ohne Titel. Was könnte „Coney Island“ (unsere Abbildung) sein? Eine zwölf Meter breite Aussperrung oder Hommage an die Farbfelder Barnett Newmans (275.000 Euro)?

Max Hetzler begleitet, wie mit ihm die Frankfurter Galeristin Bärbel Grässlin, Günther Förgs Schaffen seit mehr als dreißig Jahren. Nur eine solche Zusammenarbeit zwischen Künstler und Galerie ermöglicht eine Schau wie diese.

Die Fotoarbeiten aus Rom kosten je 110.000 Euro, die anderen Arbeiten von 76.000 bis 275.000 Euro. Bis 28. Januar. Zur Ausstellung wird ein Katalog erscheinen für 35 Euro.

Quelle: F.A.Z.
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Jahrgang 1956, Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.

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