03.05.2006 · Lange galt das Blatt als verschollen: Raffaels „Grablegung Christi“ in der Galleria Borghese in Rom regte Friedrich Overbeck 1814 dazu an, dasselbe Thema mit dem Tuschpinsel zu zeichnen. Kürzlich auf Stift Neuburg in Heidelberg wiederentdeckt, wird die Zeichnung jetzt bei Winterberg versteigert.
Von Bettina ErcheFasziniert von Raffaels „Grablegung Christi“ in der Galleria Borghese zeichnete Friedrich Overbeck 1814 dasselbe Thema mit dem Tuschpinsel. Das Blatt, das lange als verschollen galt, wurde auf Stift Neuburg in Heidelberg kürzlich wiederentdeckt. Einst gehörte es zur Sammlung der Familie Schlosser und kam dann in den Besitz des Barons Bernus. Jetzt wird es bei Winterberg in Heidelberg am 6. Mai für geschätzte 14 500 Euro versteigert.
Ein frischer Erhaltungszustand zeichnet auch die sieben mit Deckweiß gehöhten Tuschfederzeichnungen von Johann Moritz Riesenberger d. Ä. aus. Er färbte die Papiere blaugrau und grün mit Kreide ein, um die Figuren, weibliche Allegorien und vornehme Kavaliere, durch Helldunkeleffekte hervortreten zu lassen (Taxe 13 800 Euro).
Rembrandts Radierung „Greis mit langem Bart“ von 1630 ist von großer Seltenheit; für den kräftigen Abdruck, der jedoch bis zum Plattenrand beschnitten ist, werden 22 800 Euro erwartet. „Der Zeichner“, eine weitere Rembrandt-Radierung, ist mit 8500 Euro bewertet. Von Johann Ludwig Ernst Morgenstern hat sich ein signiertes und 1788 datiertes „Kircheninterieur“ eingefunden. Er führte das Blatt mit der Tuschfeder aus und lavierte es grau-braun (6200).
Im Sommer 1908 bewohnte Wilhelm Trübner die „Villa Knorr“ am Starnberger See. Angelehnt an die französischen Impressionisten, schuf er mehrere Ansichten vom Park der Villa mit Blick auf den See. Die meisten der Variationen befinden sich in öffentlichen Sammlungen; das Gemälde bei Winterberg soll 18 500 Euro bringen. Hervorzuheben ist ein Männerakt von Klimt von 1902 mit schwarzer Kreide auf gelblichem Japanpapier (16 500).