http://www.faz.net/-gyz-7hxtt

Nachruf auf Hans-Georg Paffrath : Mäzen der Malerschule

Sein Herz schlug für Kunst aus Düsseldorf: Der Galerist Hans-Georg Paffrath, einer der Initiatoren der Westdeutschen Kunstmesse, ist im Alter von 91 Jahren gestorben.

          Seine Neigung und seine Kennerschaft galten der Epoche, in der die Kunststadt Düsseldorf die internationale Bühne betritt: Das sind Künstler wie Peter von Cornelius, Eduard Bendemann, Carl Friedrich Lessing, die beiden Achenbach oder Johann Wilhelm Schirmer, die im 19. Jahrhundert mit der Düsseldorfer Malerschule weltweite Reputation erlangten. Der Galerist Hans-Georg Paffrath knüpfte dabei an die Tradition an, die sein Urgroßvater 1867 mit dem Grundstein für das Kunsthaus etabliert hatte: Als Schreinermeister hatte Johann Baptiste Paffrath Holzkisten angefertigt, in denen die Werke, die der Akademiedirektor Wilhelm von Schadow an die damals noch kleine Stadt am Rhein gelockt hatte, transportiert wurden. Bezahlt wurde er nicht selten mit Bildern, und so trat neben das Handwerk der Kunsthandel, der schon in der nächsten Generation so erfolgreich lief, dass das Unternehmen 1914 an die Königsallee 46 zog, wo es bis heute seinen Sitz hat.

          Andreas Rossmann

          Redakteur im Feuilleton.

          Das Haus in bester Lage hat Hans-Georg Paffrath, als er, gerade 26 Jahre alt, 1948 die Geschäfte übernahm, wieder aufgebaut, die Galerie in eine offene Handelsgesellschaft umgewandelt und beständig für die Aufwertung der inzwischen im Schatten der Moderne stehenden Düsseldorfer Malerschule geworben. Für die große Schau, die ihr 1976 im Kunstmuseum ausgerichtet wurde, hatte er zwei Hauptwerke – „Schlesische Weber“ von Carl Wilhelm Hübner und „Arbeiter vor dem Magistrat“ von Johann Peter Hasenclever – in amerikanischem Besitz aufgetan, und noch die Geschichte des Porträts, das der junge Oswald Achenbach 1843 von seinem Bruder Andreas gemalt hat, erzählt von dieser Verbundenheit: 1971 von Hans-Georg Paffrath erworben, doch nie zum Verkauf angeboten, wurde es von seinem Sohn Hans Paffrath dem Museum Kunstpalast zum hundertsten Geburtstag geschenkt (F.A.Z. vom 13. Juli).

          Fast vierzig Jahre, bis 1987, hat Hans-Georg Paffrath die Galerie geleitet, 1952 gehörte er zu den Gründern des Rheinischen Kunsthändler Verbands, 1970 zu den Initiatoren der Westdeutschen Kunstmesse; als schwedischer Generalkonsul lag ihm gerade der Kunst-Austausch zwischen dem Rheinland und Skandinavien am Herzen. Jetzt ist Hans-Georg Paffrath, der sich 1971 (wie später auch Willy Brandt) von dem Maler Oswald Petersen porträtieren ließ, im Alter von 91 Jahren in Düsseldorf gestorben.

          Weitere Themen

          Glauben Sie, Dumbledore wird um Sie trauern?

          Kinocharts : Glauben Sie, Dumbledore wird um Sie trauern?

          Die Kritiken waren verhalten, in Nordamerika ist auch das Publikum zurückhaltender als beim ersten Teil der Reihe „Phantastische Tierwesen“: „Grindelwalds Verbrechen“ steht an der Spitz der Kinocharts.

          Topmeldungen

          Krise der DFB-Elf : Weltmeister des Aussitzens

          Erst das WM-Debakel, dann der Abstieg in der Nations League: Doch beim DFB ist die Mission Postenverteidigung erfolgreich. Wie ist das nur möglich? Fünf Fragen und Antworten zur Lage der Fußballnation.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.