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„Duesseldorf Photo Weekend“ : Und es hat klick gemacht!

  • -Aktualisiert am

Anlässlich des „Duesseldorf Photo Weekend“ stehen die Galerien und Museen der Stadt ganz im Zeichen der Fotografie. Gezeigt werden Werke altbekannter Stars wie Anton Corbijn und auch Neuentdeckungen, so zum Beispiel Modefotografien von Mark Menders.

          Gerade ist Düsseldorf wieder Schauplatz des „Duesseldorf Photo Weekend“. Die zweite Ausgabe des Festivals beschert den Düsseldorfern in diesem Jahr eine kaum zu bewältigende Fülle von Fotoschauen und Sonderveranstaltungen, die sich längst nicht nur in den fünfzehn teilnehmenden Galerien erleben lassen, sondern zunehmend auch in Instituten, alternativen Ausstellungsorten und Sammlerräumen. In diesem Jahr wieder dabei ist das NRW-Forum am Ehrenhof mit fotografischen Arbeiten vom Musiker Bryan Adams. Der Tunnelraum KIT am Rheinufer hat Anna Vogel ausgewählt, und die Galerie des Polnischen Institutes zeigt in der Karlstadt Fotos von Magda Wunsche und Kuba Dabrowski. Fotografie entdecken lässt sich auch im historischen Jacobi-Haus, in dem der altehrwürdige Künstlerverein Malkasten residiert. Der Sammler Wilhelm Schürmann hat dort im Rückgriff auf ein Zitat Martin Kippenbergers, „schade, dass nicht alle Fotografen große Klasse sind“, eine Auswahl aus der eigenen Kollektion zusammengestellt. Lohnen könnte sich aber auch ein Besuch an ungewöhnlicher Stelle: Beim Stromkonzern Eon, der an diesem Wochenende nach Voranmeldung einen Blick auf die hauseigene Sammlung erlaubt.

          Unweit davon präsentiert das IKS, das „Institut für Kunstdokumentation und Fotografie“, im NRW-Forum gleich eine ganze Filmreihe mit Porträts von Fotografen, die ehemals im Haus ausgestellt haben - von Michel Comte bis Albert Watson. Angesichts des nahenden Endes des umtriebigen Fotomuseums in seiner bisherigen Form mag diese fulminante Rückschau durchaus wehmütig stimmen: Die Leiter des Hauses, Petra Wenzel und Werner Lippert, sehen nach der überraschenden Kürzung der finanziellen Unterstützung durch das Land zum Jahresende keine Basis mehr für ihre Arbeit.

          Mit Verkehrsschild und Straßenlaterne

          Und was zeigen die Galerien in der Stadt? In Flingern setzt die Konrad Fischer Galerie auf Fotoarbeiten dreier altgedienter Galeriekünstler unterschiedlicher Generationen. Wolfgang Laib, Richard Long und Gregor Schneider, die alle eins in Düsseldorf vereint: Sie waren in „Indien“. Ihre Arbeiten stehen in Zusammenhang mit Projekten vor Ort. Wolfgang Laib, der momentan mit der größten Blütenstaubbfläche, die er je schuf, im New Yorker MoMa zu sehen ist, hält sich in Düsseldorf zurück: Seine Schwarzweißfotografien von Hinduschreinen und abstrahierten, archaisch anmutenden Gefäßformen, die er auf Reis gebettet hat, strahlen Ruhe und Besonnenheit aus. Gregor Schneiders Fotos beziehen sich auf sein spektakuläres, im indischen Kolkata realisierte Projekt „It’s All Rheydt, Kolkata“.

          Für die von der Documenta-Leiterin Christov-Bakargiev im vergangenen Jahr unter großem öffentlichen Aufsehen boykottierte Arbeit hat Schneider die Unterheydener Straße in seinem Heimatort Mönchengladbach, die Straße, in der sich auch das von ihm umgestaltete, ehemalige Elternhaus „Haus UR“ befindet, in Originalgröße nachgebaut. Nichts hat er ausgelassen: Mit Verkehrsschild und Straßenlaterne wurde der dreißig Meter lange Straßenzug anschließend in die Vertikale gekippt. Alle Bestandteile der aus lokalen Materialien wie Bambus, Lehm und Kokkusseilen gefertigten Skulptur wurden nach Abbau des Projektes als Opfergabe zum größten Hindufest in den nahen Fluss geworfen und am Ende des Festes zehn Tage später wieder herausgefischt. Nun lassen sie sich in ihrer bizarren Formgebung auch in der Galerie bewundern.

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