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Galerieeröffnung Die drei Amigos

 ·  Bärbel Grässlin bezieht ein hohes, altes Glashaus und holt sich drei Freunde hinein. Mit Albert Oehlens „Die drei Amigos“ eröffnet die Frankfurter Galeristin ihr neues Domizil.

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In einem vor einiger Zeit beispielhaft stilsicher modernisierten Frankfurter Hinterhof ist das neue Quartier der Galeristin Bärbel Grässlin ein besonderer architektonischer Anziehungspunkt: Sie hat ein hohes altes Glashaus mit enorm viel Platz, das einst einem Glasbau-Unternehmen als Lagerhalle diente, so umbauen lassen, dass ihr jetzt ideale Ausstellungsräume mit „vier Wänden und Oberlicht“ und anziehenden, klaren Proportionen zur Verfügung stehen. Und für das Büro der Galeristin hat der Frankfurter Architekt Klaus Dreißigacker zwei große Kuben rechts und links gleichsam hängend in der hohen Eingangshalle eingebaut: auch dies eine überzeugende Lösung.

Die Eröffnungsausstellung in den neuen Räumen hat Bärbel Grässlin Albert Oehlen gewidmet, einem Künstler, mit dem sie schon seit Jahren eng zusammenarbeitet. Gemälde in ziemlich monumentalen Formaten sind unter der Einheitsbezeichnung „Die drei Amigos“ zu sehen, die auch für die Ausstellung insgesamt gilt. Was uns der Maler mit diesem Filmtitel und dessen Beziehung zu seiner Malerei sagen will, bleibt freilich unklar. Vielleicht überhaupt nichts? Schließlich teilte er die Lust an der Irritation schon früh mit dem Bruder Markus, mit Werner Büttner und Martin Kippenberger und hat sie auch als Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie offensichtlich nicht verloren. Oder möchte er auf diese Weise ausdrücken, dass es sich bei den hier gezeigten Werken, die 2000 entstanden sind und erst sechs Jahre später vollendet wurden, um Freunde handelt, die ihn in der Zwischenzeit begleitet haben?

Albert Oehlens jüngste Malerei lebt jedenfalls aus ihrer leuchtenden Farbigkeit, dem gestischen Schwung, aus linearen Partien und den Figurationen, die aus den sich überlagernden Schichten entstehen. - Die drei Gemälde „3 Amigos“ I, II und III, 2000/2006 entstanden und je 280 mal 230 Zentimeter groß, kosten je 250.000 Euro; „3 Amigos“ IV, 210 mal 290 Zentimeter, von 1992/2006, ist mit 240.000 Euro beziffert.

(Bis 5. Mai.)

Quelle: F.A.Z., 21.04.2007, Nr. 93 / Seite 50
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