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Fine Arts Fair in Maastricht : Die hohe Kunst, unvergleichlich zu bleiben

The European Fine Art Fair ist nicht einfach eine Messe - die Schau in Maastricht ist weltweit einzigartig. Das bestätigt ihre aktuelle Ausgabe - uneinholbar und mit völliger Leichtigkeit.

          Das dahinter waltende Prinzip lautet: ständige Weiterentwicklung und behutsamer Wandel im Selben. Das fängt beim schon legendären Blumenschmuck an, diesmal sind es Rosen in allen denkbaren Spielarten der Farbe Rot und Tulpen in ihrer ganzen Vielfalt, von streng gekelcht bis papageienhaft zerfiedert. Es geht weiter bei der Gestaltung der einzelnen Stände: „Petersburger Hängung“, früher einmal gepflegt im Kongresszentrum, ist endgültig out, dafür jetzt klare Linien, hohe Helle, freie Luft entlang der „Boulevards“, von denen die Schau traditionell gegliedert ist. Über dem Servicedesk gleich beim Eingang schwebt diesmal eine riesige bunte Stoff-Konstruktion der portugiesischen Künstlerin Joana Vasconcelos: „Mary Poppins“ als gute Fee von der Galerie Nathalie Obadia. Wenig Fluktuation gibt es bei den rund 250 Ausstellern aus neunzehn Ländern, vor allem in den klassischen Domänen, den Gemälden und dem Kunsthandwerk. Die Galerie Krugier aus Genf fehlt diesmal; bei der Moderne fällt das Fehlen von Schönewald / Meier und von Hauser & Wirth auf; dafür kam Gagosian wieder.

          Rose-Maria Gropp

          Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.

          Der Rundgang kann in der Altmeister-Sektion beginnen, die längst nicht mehr nur mit Niederländern bestückt ist: Italianità verströmt Francesco Guardis wunderschöner Blick über den Platz vor Santa Maria del Giglio in Venedig, der den Stand der Kunsthandlung Moretti schmückt; vier Millionen Pfund sind genannt für das Gemälde, das ganz ohne Wasser auskommt. Zu stiller Andacht ruft bei Moretti eine heiliger Dominikus auf Goldgrund; er stammt aus Giottos Werkstatt in Neapel, geschaffen vielleicht von Maso die Banco (1,9 Millionen Euro). Ein wenig weiter fährt Konrad O. Bernheimer, wie üblich vereint mit Colnaghi und Bellinger auf. Prachtstück bei ihm ist ein Melanchthon-Porträt des jüngeren Cranach, in feiner später Auffassung des fast heiteren Gesichts (1,65 Millionen Euro). Gänzlich anders, hübsch und überraschend ist die großformatige Venedig-Szene von Antonietta Brandeis; die 1849 in Ungarn geborene Malerin lässt sich bei dieser Gelegenheit kennenlernen (345.000 Euro). Und es gibt eine Landschaft mit Kühen von Fragonard, eines seiner wenigen „Holländischen Bilder“ (875.000 Euro).

          Rasante Mischung und Preisgestaltung

          Gewissermaßen next door findet sich Fragonard mit seinem eher angestammten Sujet: Bei St. Lucas aus Wien schlummert, durchaus frivol, ein rosiges Mädchen (850.000 Euro). Bei Daxer & Marschall aus München hängt für Liebhaber von Carl Schuch dessen „Erlegter Fuchs“ mit noch sprühendem gesträubten Fell (85.000 Euro). Die Münchner Kollegen Arnoldi-Livie gleich nebenan können ein rares Gemälde von Brancusi präsentieren, in Tempera auf Karton und im weiß angestrichenen Original-Künstlerrahmen; es war ein Geschenk Brancusis an die Mutter der Vorbesitzerin (bereits reserviert). Außerdem gibt es dort, für spezielle Fans, eine veritabel gothic englische Abtei des Romantikers Carl Gustav Carus (320.000 Euro).

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