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Neumeister-Ergebnisse : Die Karriere der Zarin

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Voller Überraschungen verlief die Auktion Alter Kunst, mit der Neumeister in München das sechzigste Jahr seines Bestehens einläutete. Ein Blick auf die Ergebnisse.

          Voller Überraschungen verlief die Auktion Alter Kunst, mit der Neumeister in München das sechzigste Jahr seines Bestehens einläutete. Vor allem die Altmeister-Suite brachte den Ablauf wiederholt ins Stocken, weil ausdauernde Bietgefechte um Schätzchen entbrannten, die man günstig zu bekommen gehofft hatte. Die Bewerber um eine „Heilige Familie mit dem Johannesknaben“ aus der Nachfolge Andrea del Sartos hielten sich mit 33 000 Euro noch in etwa an die Obertaxe von 30 000.

          Aber schon ein Los und eine Madonna mit den beiden Bübchen später ging die Post ab, als das vielleicht vom Florentiner Bartolomeo Ghetti geschaffene Gemälde von 10 000 auf 92 000 Euro kletterte. Bewilligt hat sie ein deutscher Privatsammler. Für „Abraham und Isaak vor der Opferung“, gemalt von Rembrandts Schüler Jan Victors, verdoppelte der Hammerpreis mit 24 000 Euro die Taxe, und Giovanni Battista Gaullis Entwurf für ein Deckengemälde in Sant’ Andrea al Quirinale in Rom, es zeigt den schwebenden Heiligen Franz Xaver in der Glorie, bekam eine Privatperson in Norditalien für 18 000 Euro (Taxe 15 000/20 000).

          Zum Star des Tages stieg der geflügelte „Genius des Ruhmes“ auf: Zwei Dutzend Telefonbieter wollten den halbfigurigen Schönen. Offenbar wussten viele, dass die Katalogangabe „Italien, 17. Jh.“ zu präzisieren war mit „Werkstatt oder Nachfolge Alessandro Rosis“. Ein fast gleiches Bild dieses Florentiner Barockmalers bewahrt das Museum of Fine Arts in Houston; der Hammerschlag zugunsten eines englischen Privatsammlers korrigierte mit 94 000 Euro die Taxe auf das Dreißigfache.

          Karriere machte auch Zarin Elisabeth Petrowna, eine uneheliche Tochter Peters des Großen, die durch einen Staatsstreich die Macht an sich riss; ihr von einem Nachfolger Georg Christoph Grooths geschaffenes Porträt ersteigerte ein russischer Sammler für stolze 60 000 Euro (8000/12 000).

          Die Partie zur Malerei des 19. Jahrhunderts erhielt ihre größte Surprise und ihren besten Preis dank einem Jünglingsporträt, das ein Unbekannter im Stil des italienischen 16. Jahrhunderts malte. 75 000 – statt 800 – Euro, aus Italien bewilligt, sprechen für eine Identifizierung des Autors, den man im Kreis der Deutschrömer vermuten könnte. Zu einem der teuersten Objekte der kunsthandwerklichen Offerte erhob ein süddeutsches Gebot mit 21 000 Euro (2500/3000) eine silberne Dose der Wiener Werkstätte. Als besonderen Pfiff trägt der Entwurf Eduard-Josef Wimmer-Wisgrills ein Aquarell vom Nikolaus samt Krampus im Deckel.

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