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Die Zufallsfunde von 2012 : Augen auf beim Flohmarktkauf!

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Sind echte Glücksfälle im Kunstmarkt wirklich eine Seltenheit? Im Rückblick auf 2012 stimmt das so nicht - die schönsten Geschichten von Werken die ungeahnt wertvoll waren.

          Als es die Mark noch als Währung gab, suchte man die Fünfzig-Pfennig-Münzen durch in der Hoffnung, eine ganz bestimmte sei dabei. Das Geldstück wurde nur sieben Mal geprägt: Es stammt aus dem Jahr 1949 und trägt ein „J“ unter der „50“ eingraviert.

          Die Inschrift lautet „Bundesrepublik Deutschland“ statt „Bank deutscher Länder“. Ihr Wert wird auf einen fünfstelligen Betrag geschätzt. Auf Flohmärkten sieht man die Hoffnungsfrohen in Münzkästen wühlen. Vor wenigen Wochen hielt ein Dresdner die Flohmarktsuchgemeinschaft in Atem, weil er in einem Zwei-Kilo-Paket alter Briefmarken für zwanzig Euro eine One-Cent-Marke aus dem Jahr 1861 mit einer extrem seltenen Prägung entdeckte: Sie zeigt Benjamin Franklin. Doch die Geschichte geht nicht gut aus.

          Die Hoffnung auf diesen 2,5-Millionen- Euro-Gewinn verpuffte, als die „Philatelic Foundation“ in New York der Briefmarke ihre Besonderheit absprach. 2012 aber war geprägt von erfolgreichen Zufallsfunden und Dachbodenmeldungen. Eine Frau aus Hamburg zum Beispiel gab bei Bassenge ein Frühwerk von Gerhard Richter zur Auktion, das eine Industrielandschaft zeigt. Die Besitzerin hatte das Bild in ihrem Laden angeboten bekommen. „Das Motiv gefiel ihr“, sagte sie gegenüber dem „Tagesspiegel“. Doch sie wusste nicht, was sie für einen Schatz besaß. Das Bild hing im Flur und staubte ein, verschwand dann in einer Abstellkammer. Ein Zufall brachte den Wert ans Licht.

          Viel diskutiert wurde ein kleines Gemälde von Renoir, das eine andere Frau für sieben Dollar auf einem Flohmarkt erwarb. Es stellte sich heraus, dass es zum Besitz des Baltimore Museum gehört. Doch nicht nur die großen Namen blühen manchmal im Verborgenen. Die englische Kunstlehrerin Jane Cordery fand ein bezauberndes Porträt einer Eule auf ihrem Dachboden. Christie’s schrieb das Bild „The White Owl“ dem Präraffaeliten William James Webbe zu und schätzt es auf 70.000 Pfund.

          Fünf Euro bezahlte ein Flohmarktgänger für eine kleine Broschüre - das Auktionshaus Ketterer erkannte, dass es sich um einen Katalog für die Wanderausstellung der „Brücke“ 1912 handelt, und schätzt das Heft auf 18.000 Euro. Zuletzt kam heraus, dass ein Alltagsgeschenk eines Schotten an seine Frau ein Werk des Künstlers Samuel Peploe ist. Die Schätzung von „Pink Roses“ in McTear’s Auctioneers in Glasgow liegt bei 200.000 bis 300.000 Pfund. Für 2013 merken wir uns: Die neue Boom-Zone heißt Gerümpel.

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