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Messe : Die Art Cologne hält die Stellung

Zum Jubiläum präsentiert sich die Traditionsmesse in Bestform. Fünf Jahrzehnte haben der Kunst-Macht am Rhein ihre Stärke nicht austreiben können.

          Es ist die fünfzigste Ausgabe jener Veranstaltung, die 1967 als „Kölner Kunstmarkt“ begonnen hat und die sich die älteste Kunstmesse überhaupt nennen darf. Und diese Art Cologne sieht wieder wirklich sehr gut aus. Die 2015 begonnene Einteilung der Halle 11 auf dem Deutzer Gelände – Ebene 1 die Klassische Moderne und die Nachkriegskunst, Ebene 2 die Gegenwart und Ebene 3 die aktuellste Produktion – ist beibehalten, und das funktioniert einmal mehr. Mit insgesamt 214 Galeristen und Händlern ist es ein relativ überschaubarer Parcours geblieben. Die Teilnehmer sind meist sinnvoll zueinander geordnet, manche der Stände gehen beinah nahtlos ineinander über.

          Rose-Maria Gropp

          Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.

          Vor allem auf der Ebene 1 herrscht großzügige Gelöstheit. Dort präsentiert Raimund Thomas aus München, der Gewinner des diesjährigen ArtCologne-Preises, mit Eleganz eine Parade von Kleinformaten seiner Künstler aus fünf Jahrzehnten Galeriearbeit. Fröhlich blinken am Eingang in weißer Neonschrift vor schwarzem Grund die Wörter „alles“ und „nichts“ abwechselnd auf, eine lustige Arbeit von Hans Paul Isenrath aus dem Jahr 1997 (4300 Euro). Axel Vervoordt, sonst gern als opulenter Einrichter unterwegs, übt sich in Minimalismus (Raimund Girke!), während in anderer Dezenz am Stand von Salis aus Salzburg preisliche Hochkaräter glänzen, darunter Marc Chagalls „Soleil au cheval rouge“ von 1977 – mit angegebenen 5,5 Millionen Euro vielleicht das teuerste Werk der Messe. Übrigens erfreulich reduziert auf überzeugende Arbeiten ist diesmal das weite Feld der „Zero“-Kunst, das noch im Vorjahr schier uferlos die Messe bestimmte. So schnell kann es gehen mit den Markt-Moden; was sich indessen hält, ist die Qualität.

          Einem in die Erde eingeschlagenen Meteoriten gleich

          Die Traditionsfirma Bernheimer ist zum ersten Mal überhaupt auf der Art Cologne vertreten, sie präsentiert ihre Fotografie-Sparte mit Sitz in München und Luzern. Es gibt umwerfende Farbmotive des 1999 gestorbenen Super-Ästheten Horst P. Horst, hochgezogen in enorm dekorativen Inkjet-Prints auf satiniertem Papier, zertifiziert vom Nachlass (35 000 bis 45 000 Euro), außerdem ein 1966 im Haus von Cy Twombly entstandenes Portfolio (4 Sets à 8 Fotos; je 15 000 Dollar). Neben großformatigen Digitaldrucken von Vik Muniz zeigt Ben Brown aus London auch das witzige Multiple des Brasilianers, „Mnemonic Vehicle No. 2 (Jaguar)“ von 2015, das mit den Dimensionen solcher Auflagenobjekte spielt. Die Sparte Skulptur vertritt, einigermaßen symbolträchtig, bei Friese aus Berlin der offenbar wieder zu Form aufgelaufene Marktspötter Felix Droese mit seinem hölzernen „Sündenbock“, der auf zwei Bibeln steht (20 000 Euro). Ganz anders tritt die Plastik in Erscheinung bei Beck & Eggeling aus Düsseldorf: Dort dominiert die riesige „Aggregation 15-JL038“ des 1944 geborenen Koreaners Chun Kwang Young. Das raumgreifende Ding, ähnlich einem in die Erde eingeschlagenen Meteoriten, besteht aus scheinbar unzähligen Dreiecken, die ihrerseits aus beschriftetem Papier bestehen, jedes einzelne sorgfältig zum Päckchen verschnürt (um 700 000 Euro).

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