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Der Rekord-Schrei : Cry, Baby, Cry

Bei 107 Millionen Dollar fiel der Hammer. Edvard Munchs Pastell „Der Schrei“ stellt bei Sotheby’s in New York einen neuen Auktionsrekord auf.

          Bestimmt nicht business as usual, aber die ultimative Sensation sind die 107 Millionen Dollar dann doch nicht, die ein telefonischer Bieter am Mittwochabend in New York für Edvard Munchs 79 mal 59 Zentimeter großes Pastell „Der Schrei“ bewilligte. Der anonyme Kunde legt nun, inklusive des Käuferaufgelds, 119,92 Millionen Dollar auf den Tisch des Hauses Sotheby’s für eine der vier Versionen des weltberühmten Sujets. Es ist die einzige, die sich noch in Privatbesitz befand, nämlich bei dem norwegischen Reederei-Erben Petter Olsen.

          Rose-Maria Gropp

          Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.

          Die Erwartung der amerikanischen Auktionsfirma hatte bei „mehr als achtzig Millionen Dollar“ gelegen. Dass diese Summe überboten werden würde, war schon klar, als sie ins Spiel gebracht wurde - und auch, dass ein Hammerpreis von hundert Millionen Dollar oder mehr avisiert war. Mit dem Munch-Zuschlag ist Picassos Gemälde „Nu au plateau de sculpteur“ deutlich abgehängt, dass vor zwei Jahren für 95 Millionen Dollar bei Christie’s in New York versteigert wurde, also mit Aufgeld rund 106,5 Millionen Dollar kostete - und bisher den Auktionsweltrekord hielt.

          Irgendwie hat sich die Hundert-Millionen-Dollar-Marge seit ein paar Jahren eingespielt - für die öffentliche Schau vor aller Augen. Dass hinter verschlossenen Türen längst wesentlich höhere Preise bezahlt werden, ist sicher. So bestätigte jüngst Tobias Meyer, der beim Munch am Auktionspult stand, im Gespräch mit dieser Zeitung, dass er selbst 2006 Jackson Pollocks „No. 5“ in einem privaten Deal für 140Millionen Dollar vermittelt hat. Zuletzt soll der Scheich von Qatar mehr als 250 Millionen Dollar für eine der fünf Versionen von Cézannes „Kartenspielern“ ausgegeben haben. Über ihn wird auch bereits als Käufer des Munch spekuliert.

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