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Damien Hirsts neuester Coup Gepunktet

14.01.2012 ·  Damien Hirst arbeitet unermüdlich an der Omnipräsenz des eigenen Werks. Sein Galerist zeigt ihn weltweit in elf Dependancen zugleich.

Von Sophie von Maltzahn
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© dpa Einst bestellte man Hirsts Punktebilder telefonisch, heute werden sie mit dem Handy fotografiert: hier eine Szene aus der Ausstellung in Paris

So etwas hat man selbst beim Großgaleristen Gagosian noch nicht gesehen. In allen elf Dependancen von New York bis Hongkong gibt es seit dem 12. Januar für gut fünf Wochen nur noch einen: Damien Hirst. Doch damit ist das Ende der Normierung noch nicht einmal erreicht, denn es wird ausschließlich eine Serie „The Complete Spot Paintings 1986 - 2011“ ausgestellt: Es sind die berühmten bunten Punktebilder. Die Titel wählt er dann aus einem Buch, in dem biochemische Wirkstoffe, die Ärzte für die Herstellung von Medikamente kaufen können, nach Farbe und Aussehen sortiert sind. Aber was machen Gagosian und Hirst da eigentlich genau? Nähern wir uns dieser Frage doch einmal mit einer kleinen Marketinganalyse und unterscheiden lehrbuchhaft in zwei Kategorien: visionär und strategisch.

Die Vision formuliert natürlich der Künstler selbst: „Ich bewege die Farbe bloß um sich selbst - um eine Struktur zu erschaffen, aus der Farbe entsteht, ohne dabei noch etwas zu tun.“ Auf die Vision folgt die strategische Zielsetzung, mal knapp gesagt: Positioniere eine sehr gut etablierte Produktserie - das teuerste Spot Painting „3-(5-Chloro-2-hydroxy phenylazo)-4, 5-dihydroxy-2,7-naphthalenedisulfonic acid“ spielte 1998 bei Phillips de Pury in New York umgerechnet mehr als zwei Millionen Euro ein - prominent (alle Gagosian-Galerien) und im zeitlich abgesteckten Rahmen (fünf Wochen). Sorge vor einem Ansehensverlust, wenn die Punkte den Markt in Beschlag nehmen?

Wie altmodisch. Ein Kunstwerk lebt vom Zauber seiner Einzigartigkeit? Das gilt doch bloß für Anfänger. Für alle anderen: Treten Sie näher, das ist die Chance auf einen Hirst, wie er am besten zu Ihnen passt. Schließlich sind die Zeiten vorbei, als man die Punktebilder noch in gewünschter Größe und Farbe übers Telefon bestellen konnte, woran sich der Künstler Peter Blake noch gut erinnert. Bestimmt findet sich jetzt das Richtige für Sie. Und wenn nun ausgerechnet Ihr Favorit unter den insgesamt rund 300 ausgestellten Bildern unverkäuflich ist, weil eines der vielen von Sammlern oder Institutionen ausgeliehenen Werke - dann kann die nächste Filiale bestimmt weiterhelfen.

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