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Bücher und Kunst Let’s face it!

Von den Ringen des Saturns bis zur Geographie der Erde: Ein Blick auf das Angebot mit Büchern, Kunst und Graphik bei Reiss & Sohn in Königstein.

Brasseur de Bourbourg lebte von 1814 bis 1874 und war ein Erforscher der präkolumbianischen Kulturen. Besonders die Maya hatten es ihm angetan. Bei Reiss & Sohn in Königstein werden jetzt im Rahmen der Herbstauktionen, die sich in diesem Jahr über den 30. und 31. Oktober und bis zum 2.November erstrecken, zwei seiner Bände „Recherches sur les Ruines de Palenqué“ aus dem Jahr 1866 versteigert. Die getönten lithographischen Tafeln entstanden nach J. F. Waldeck. Die Schätzung liegt bei 20.000 Euro. Reiss & Sohn tritt mit vier Katalogen, gefüllt mit Büchern, Graphik und Kunst, an. Historisch bedeutend sind die „Zwölf Artikel“ vom März 1525, in denen die Memminger Bauern ihre Forderungen verbreiteten. Sie enthalten, was wir heute unsere „Menschenrechte“ nennen (20.000 Euro).

Allein mehr als 480 Lose gehören der Offerte mit Drucken des 15. und 16.Jahrhunderts an, dazu zählen auch 27 Inkunabeln. Ungewöhnlicher sind jedoch mehr als hundert wissenschaftliche Schriften aus der Sammlung des Göttinger Mathematikers Carl Friedrich Gauss. Die Taxen reichen von 500 Euro bis 10.000 Euro. Christiaan Huygens’ „Systema Saturnium“ über die Entdeckung der Saturnringe von 1659 weist noch eine weitere interessante Herkunft aus: Sie gehörte einst dem Gauss-Lehrer Abraham Gotthelf Kästner (20.000), der sie seinem Schützling vermachte.

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Schließlich fallen noch Papierarbeiten aus dem Königshaus Hannover in einer Spezialauktion auf: Spitzenlos ist dort Fracanzano da Montalboddos „Newe unbekanthe landte und ein newe weldte in kurtz verganger zeythe erfunden“, gedruckt in Nürnberg 1508 (120000). Ein ornithologischer Höhepunkt ist Goulds „The Birds of Great Britain“ (60.000) und Weinmanns barockes Pflanzenbuch „Phytanthoza-Iconographia“ (50.000). Mit Geographie geht es weiter und endet schließlich mit Landkarten und Graphik, darunter die Weltkarte nach Boisseau bei Jollain und Duval, in Paris 1672 erschienen (30000). Die Variante existiert nur noch ein einziges Mal - in der Yale University Library.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 28.10.2012, 06:33 Uhr