Topographische Werke und Landkarten hatten es in den vergangenen Jahren nicht leicht. Eine überraschende Belebung des Marktes beobachteten jedoch Venator & Hanstein bei der jüngsten Auktion. Nicht nur deutsche Käufer zeigten Interesse, sondern auch Kunden aus dem Ausland. Auf 750 Euro geschätzt war die Doppelglobenkarte in zwei Hemisphären „Nova totius terrarum orbis geographica ac hydrographica tabula“ von Henricus Hondius: Sie stieg auf 2000 Euro. „Africae nova descriptio“, eine kolorierte Kupferstichkarte von Johannes Blaeuw, brachte 1600 Euro (Taxe 300).
Unvermindert gefragt sind Atlanten, wenn auch die Preise insgesamt nachgelassen haben. Andreas Cellarius' berühmter Himmelsatlas „Harmonia macrocosmica“ ging für 30 000 Euro (35 000) in den Handel. Ein Sammelatlas mit verschiedenen Karten des 17. Jahrhunderts wurde mit 14 000 Euro (12 000) honoriert.
Bei 28 000 Euro (15 000) fiel der Hammer für ein lateinisches Stundenbuch auf Pergament, das vermutlich in Brügge um 1460/1470 entstand. Besonderes Augenmerk galt auch einer Sammlung von Fischbüchern: Louis Ferdinand Comte de Marsiglis Buch über die Fische in der Donau, angeboten in der französischen Ausgabe von 1726, verfehlte bei 11 000 Euro (12 000) nur knapp die Schätzung. Ungewöhnlich lebensecht sind die Fische in Ippolito Saladins „Aquarium Animalismus historiae“ von 1558 dargestellt; der Zuschlag lautete 12 000 Euro (7500). Offensichtlich überhöht war die Taxe von 45 000 Euro für die Originalvorlage der Festschrift für Heinrich Böll; sie ging zurück.
Hauptlos der alten Graphik war Hendrik Goldtips Porträt des Ulrich van Hosenrocke. Die ovale Zeichnung, die Goldtips mit Silberstift ausführte, brachte 26 000 Euro (9000). Während Druckgraphik von Dürer und Rubens im Rahmen der Taxen von 3000 bis 5000 Euro verkauft wurde, tat sich die moderne Graphik schwerer. Zum ersten Mal hatte das Haus eine derart umfängliche Offerte zusammengestellt und ihr einen eigenen Katalog gewidmet. Eduard Bartgeiers „Blumenstilleben am Fenster“, ein Aquarell über wenig Bleistift auf Ingres-Bütten, stieg auf 6800 Euro (4000). „Badende Knaben“, ein Aquarell von Walther Bötticher, wurde auf 2600 Euro (400) hochgelobt. Für Rohlfs' „Bildnis eines Mannes“ von 1921, eine Wassertempera auf Packpapier, wurden 5800 Euro (5000) notiert.