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Buchauktion : Humboldts Fächer

Kann man sich Alexander von Humboldt beim Luft zufächeln vorstellen? Das bemalte Stück stammt zumindest aus seinem Besitz und wird bei Jeschke Van Vliet in Berlin versteigert.

          Naturwissenschaftliche Ansichtenwerke dominieren am 11.November die Versteigerung von mehr als 700 antiquarischen Büchern bei Jeschke VanVliet in Berlin. Für 16.000 Euro angeboten wird ein 1835 in dritter Auflage mit 180 Farbtafeln ausgestattetes Blumenbuch, das seinerzeit „in allen schöngeistigen Salons aufliegen mußte“: Pierre-Joseph Redoutés „Les Roses“. Der russische Porzellanmaler Johann Gottlieb Joch erfreute die Kaiserin Maria Feodorowna 1807 mit einem Album, das achtzehn Aquarelle prachtvoller Blüten enthielt (Taxe 7500 Euro).

          Mit 6000 Euro beziffert, erscheinen Bertha Hoola van Nootens präzise Darstellungen fruchttragender Pflanzen auf der indonesischen Insel Java, und den Reichtum exotischer Flora im Botanischen Garten der Universität von Groningen schilderte 1696 der Holländer Abraham Munting (9000). Dem Inventar der Kunst- und Wunderkammer des dänischen Arztes Holger Jacobaeus widmet sich ein für 2400 Euro erhältliches Verzeichnis der Naturalien und Bodenfunde. Ein figürlich bemalter Fächer aus dem persönlichen Besitz Alexander von Humboldts wartet bei 400 Euro auf Abruf durch Verehrer des großen Universalgelehrten.

          Gedanken zu Schönheitsoperationen

          Mehr als 600 Nachstiche von Altmeistergemälden versammelt eine mehrbändige Edition des Pariser Verlegers Pierre-François Basan, die 1779 abgeschlossen wurde - und einem Connaisseur heute 48.000 Euro wert sein müsste. Ein Gebot in Höhe von 90.000 Euro gilt für die von den deutschen Druckern Conrad Sweynheyn und Arnold Pannartz im Benediktinerkloster von Subiaco bei Rom betreute Inkunabelausgabe der Briefe des heiligen Hieronymus.

          Durch Rembrandts suggestives Szenario der „Anatomie des Dr.Tulp“ weltweit bekannt geworden, veröffentlichte der als „Vesalius von Amsterdam“ gefeierte Chirurg 1641 ein anatomisches Lehrbuch, unter dessen Illustrationen ein frontal dargestellter junger Orang-Utan auffällt (800). Über die soziale Bedeutung von Schönheitsoperationen sinnierte bereits Anfang der dreißiger Jahre die französische Ärztin Suzanne Noel, deren ins Deutsche übertragene Auskünfte über praktische Erfahrungen mit Patientinnen 400 Euro erzielen sollen.

          Quelle: F.A.Z.

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