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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Brussels Antiques & Fine Arts Fair Von allem etwas dabei

 ·  Die Brussels Antiques & Fine Arts Fair bietet einen feinen Parcours durch Antiken, Stammeskunst, Alte Meister, Silber und Schmuck - bis in die Gegenwartskunst.

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© Galerie Sieben chinesische Tierkreis-Figuren der Tang-Dynastie, bis zu dreißig Zentimeter hoch, wachen über den Stand von Jacques Barrère aus Paris (je 28.000 Euro)

Gedämpftes Licht, ein Teppich, in dem die spitzen Absätze der Damen versinken, und Blumenkreationen, die sich dschungelesk meterhoch auftürmen: Die zwölfte Brussels Antiques & Fine Arts Fair (Brafa) empfängt ihre Besucher im ehemaligen Rangierbahnhof Thurn & Taxis mit charmanter Eleganz. In den drei langen Gängen sind die 130 Aussteller aus Belgien, Frankreich und anderen europäischen Ländern bewusst nicht in inhaltliche Sektionen geordnet. Antikes folgt auf ozeanische Kunst folgt auf barocke Stil-Räume mit Stuck und Chaiselongue.

Das älteste Werk, das Chenel aus Paris mitgebracht hat, ist ein Bruchstück aus einer ägyptischen Säule von 1400 vor Christus, worauf ein Pharaoenkopf noch gut zu erkennen ist (145.000 Euro). Bei Jacques Barrère aus Paris gucken sieben chinesische Tierkreis-Figuren der Tang-Dynastie (618bis 907) aus Terracotta neugierig aus der Glasvitrine (je 28.000 Euro). Einen wichtigen Schwerpunkt in Brüssel bildet die Stammeskunst. Eine 200 oder 300 Jahre alte Skulptur aus New Ireland, der ehemaligen deutschen Kolonie Neu-Mecklenburg, zeigt Adrian Schlag aus Brüssel. Die 1,18 Meter große Figur, eine Krönungsgabe für den neuen Häuptling, ist als Symbol für Fruchtbarkeit zweigeschlechtlich. Daran störten sich aber christliche Missionare und entfernten das ausladende männliche Merkmal. Mit prominenter Provenienz aus der Sammlung André Bretons liegt der Preis um eine Million Euro.

Eine Uhr für den Billard-Salon

Wie eine spitzbogige Kapelle hat der Kunsthändler de Backker aus Hoogstraten seinen Stand gestaltet. Auf halbem Weg zum Altar steht ein marmornes Taufbecken aus dem Italien des 11. oder 12. Jahrhunderts (27 500 Euro), am Ende leuchtet ein schwäbisches, dreiteiliges Altarbild von 1457 (85.000 Euro). Hier hängt auch ein frisch restauriertes Meisterwerk der „Christi Geburt“, das als Kopie, gemalt um 1500, eines verlorengegangenen Werks Hugo van der Goes erkannt wurde (225.000 Euro). Hübsch anzusehen sind die Gemälde bei Jan Muller aus Gent, darunter ein prachtvolles Werk des Hochbarocks: Der Hamburger Juriaen Jacobsen malte seine „Mutterliebe“ 1657 auf 1,52 mal 1,13 Metern voller zarter Gesten und mit geknautschten Hundewelpen (77.500 Euro).

Das Programm der Brafa bietet mit Möbeln, Schmuck, Silber, Uhren, Rahmen oder Porzellan neben der Kunst, was des Sammlers Herz begehren könnte. Mit dekorativen Einrichtungsideen vor Augen, lässt sich doch viel besser vorstellen, wie sechs vergoldete Silberteller aus der Augsburger Werkstatt von Bernhard Heinrich Weye, 1755/57 mit dem Wappen der Fürsten Thurn und Taxis graviert, neben vergoldetem Silberbecher, ebenfalls aus Augsburg 1707/11, zur Apoll-Bronze auf einem Sockel aus dem Padua oder Venedig des Ende des 17. Jahrhunderts passen würden - bei Bernard de Leye aus Brüssel, leider ohne Preisangabe. Ideal ins Billardzimmer passt die „Spiel“-Uhr von 1880 bei Nève aus Braine-le-Château, auf der sich zwei Queues kreuzen. Das Ziffernblatt ist in ein Schachbrett eingefasst, die Zeiger nach Skatfarben geformt und die Stundenstriche Dominosteinen nachempfunden (8900 Euro).

Für die Sparte der Moderne und Gegenwartskunst bringt Leury aus Paris ein „Nature morte auf St. Pierre“ mit Fisch von Bernard Buffet in Öl, 1954 auf einer 97 mal 195 Zentimeter großen Leinwand, mit (180.000 Euro). Ludorff auf Düsseldorf zeigt drei Werke von Alexej von Jawlensky in einer Folge hängend: Es ist sein „Mystischer Kopf“ von 1917 (980.000 Euro), das „Heilandsgesicht: Nemesis II“ von 1919 (1,25 Millionen Euro) und das „Heilandsgesicht“ von 1921 (890.000 Euro), auf denen sich Jawlenskys Entwicklung zur Abstraktion deutlich abzeichnet. Außerdem bietet Mayoral aus Barcelona Hans Arps Plastik „Torse préadamite“ von 1938 (180.000 Euro) und Chillidas quaderförmige „Lurra“ von 1994 (280.000 Euro) an.

Brussels Antiques & Fine Arts Fair, im Thurn & Taxis, vom 21. bis 29. Januar. Geöffnet täglich von 11 bis 19 Uhr. Der Eintritt kostet 20 Euro, der Katalog 10 Euro.

Quelle: F.A.Z.
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