30.01.2012 · Rund um den Globus in allen Galerien von Gagosian zeigt Damien Hirst seine berühmten Punktebilder. Wer jede Dependance besucht, erhält einen „Spot“-Druck mit Widmung.
Von Gina Thomas, LondonDamien Hirst, der geniale Vermarkter seiner selbst, findet immer wieder neue Wege, um Aufmerksamkeit zu erhaschen. Wer es schafft, sämtliche über die elf weltweiten Niederlassungen des ähnlich gewieften Kunstmarkt-Impresarios Larry Gagosian verteilten Ausstellungen mit Hirsts nach chemischen Wirkstoffen benannten Punktebildern zu besuchen, wird mit einem gewidmeten „Spots"-Druck des Küstlers belohnt. Die Rundreise von London nach Hongkong mit Stationen in Paris, Genf, Athen, Rom, Beverly Hills und New York ist wahrscheinlich teurer als der Wert dieser Prämie.
Trotzdem haben sich jetzt schon mehr als fünfhundert Interessenten für den Wettbewerb eingeschrieben. Einige haben die Herausforderung bereits erfüllt - an erster Stelle ein Russe aus New York, der jetzt, mit Tausenden von Anderen, glücklicher Besitzer eines Hirst-Punkte-Drucks ist. Während altmodische Sammler die Einzigartigkeit von Kunstwerken schätzen, liegt der Clou von Hirsts Punkte-Serien gerade in der Vervielfältigung: Gagosian zeigt zur Zeit mehr als dreihundert Bilder aus diesen Serien.
Das ist aber nur ein Bruchteil der fabrikartigen Produktion. Darüber hinaus bietet Hirsts eigener Laden "Other Criteria" neben Drucken auch T-Shirts, Becher und Taschen mit Punkten an. Es gibt sogar Punkte zum Aufbügeln. Ein Hirst-Spot-Werk ist wie ein Tasche von Prada oder ein Gürtel von Gucci, deren Verkaufserfolg auf dem Markenzeichen beruht, das Status verleiht - und das aufgrund der hohen Preise ein allseits erkennbares, dabei gerade exklusives Image vermittelt. Das hat Damien Hirst erkannt und brillant ausgenutzt. Fragt sich jetzt, was ihm für seine große Retrospektive einfallen wird, mit der ihn die Tate Modern demnächst ehrt.