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Basel Ancient Art Fair Göttern und Herrschern so nah

 ·  Hier unterliegen Echtheit und Provenienz einer strengen Kontrolle: Welche Werke haben es auf die Ancient Art Fair in Basel geschafft? Ein Messerundgang.

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Die Reithalle des Wenkenhofs in Riehen bei Basel bietet noch bis 7. November ein Altertumsmuseum auf Zeit. Achtzehn Aussteller aus sechs Ländern zeigen zum neunten Mal Objekte der Klassischen Antike, Ägyptens und der frühen Hochkulturen Vorderasiens. Die Basler Schau gilt als weltweit bedeutendste Spezialmesse für die Kunst der Alten Kulturen; über die Zulassung der ungefähr 3500 Objekte entscheidet eine sechsköpfige wissenschaftliche Jury. Alle Händler sind Mitglieder der International Association of Dealers in Ancient Art, die die Einhaltung strenger Richtlinien bezüglich Echtheit und Provenienz der Exponate verantwortet.

Erstmals dabei ist die Pariser Galerie Chenel, deren Hauptaugenmerk römischen Skulpturen gilt. Ein in weißem Marmor gearbeiteter Torso des Apollon für 335.000 Franken schmückt die Standmitte, geschaffen von einem Bildhauer aus römischer Werkstatt des 1./2. Jahrhunderts nach Christus. Ein schnell vermittelter Venuskopf, ebenfalls aus der Zeit des 1./2.Jahrhunderts, zeigt sich in höchster Anmut, den Kopf leicht zur Seite geneigt und das Haar von einem Diadem zusammengehalten.

Inspiriert ist dieses eindringliche Idealporträt von Vorbildern des spätklassischen griechischen Bildhauers Praxiteles. Am Stand des jungen Pariser Händlers David Ghezelbash überzeugt außerdem ein auf Holz gemaltes Frauenbildnis (120.000 Franken) aus ebendieser Epoche, in Ägypten als Sarkophagmaske verwendet. Ein mit drei bemalten hölzernen Teilen vollständiger Sarkophag für eine Million Franken und aus der Zeit um 1000 bis 900 vor Christus ziert die Koje der New Yorker Safani Gallery.

Jean-David Cahn ist der Basler Lokalmatador und präsentiert diesmal neben anderen Artefakten eine attisch-schwarzfigurige, pseudo-panathenäische Amphore der Jahre um 540 vor Christus für 75.000 Franken, bei der neben der hohen malerischen Qualität die originelle Provenienz auffällt: Das knapp vierzig Zentimeter hohe Keramikgefäß war einst Teil der Antikensammlung des englischen Fotopioniers William Henry Fox Talbot, der es zur Mitte des 19.Jahrhunderts selbst abgelichtet hat.

Die Antiken-Spezialist Jerome Eisenberg, Royal-Athena Galleries, floh mit einem der letzten Flüge vor „Sandy“ aus New York nach Europa. Sein Spitzenstück war Gott sei Dank schon dort: eine mit dreißig Zentimetern ungewöhnlich hohe Bronzekatze für 182000 Franken mit goldenen Ohrringen aus dem Ägypten um 500 vor Christus. Rupert Wace Ancient Art aus London hat ein vergoldetes und polychrom gefasstes Fragment einer Cartonnage-Mumienmaske (85.000 Franken) des 4./3. vorchristlichen Jahrhunderts im Gepäck.

Robert Bigler aus Zürich kann ein überraschend großes, wohl als Behältnis für Schminkutensilien verwendetes Nilpferd in schwarzem Basalt anbieten (160000 Franken). Es stammt aus einer norddeutschen Sammlung. Ebenfalls ägyptischen Ursprungs und nochmals deutlich älter sind drei niedrige Schnurösengefäße aus Granit und dunklem Porphyr bei Roswitha Eberwein aus Göttingen (Preise auf Anfrage).

Von strenger Schlichtheit und zugleich bestechend schön ist eines der ältesten Exponate der Messe. Vor mehr als 5500 Jahren war viel handwerkliches Können nötig, um eine schmale Vase mit zwei winzigen Henkeln aus dunkelgrauem Basaltstein herauszuarbeiten. Dieses Objekt aus vorpharaonischer Zeit vermittelte Sycomore aus Paris bereits am ersten Messetag.

Basel Ancient Art Fair. Bis 7. November, Reithalle Wenkenhof, Riehen bei Basel, Eintritt 17 Franken.

Quelle: F.A.Z.
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