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Selbstzerstörendes Banksy-Bild : Wie gewonnen, so zerronnen

So sieht das Bild im Ganzen aus: „Girl with Balloon“ von Banksy Bild: Picture-Alliance

Für sehr viel Geld hat ein Käufer bei Sotheby’s ein Bild von Banksy ersteigert. Doch die Freude währte nur Sekunden: Dann zerstörte sich das Bild überraschend selbst.

          Der britische Streetart-Künstler Banksy ist ein Phantom. Niemand weiß, wer er ist oder welche Agenda er verfolgt. Bekannt ist er für seine Guerilla-Taktiken. Immer wieder tauchen rund um die Welt Werke von ihm auf. Gesprüht auf kahle Wände verbreiten sie oft politische Botschaften. Banksy ist bekannt dafür, mit den Erwartungen seines Publikums zu spielen. Sein neuester Coup traf nun einen betuchten Käufer: Am Freitag versteigerte das Auktionshaus Sotheby‘s in London das „Mädchen mit dem Luftballon“, eine Zeichnung des Künstlers, die ein kleines Mädchen mit einem davonfliegenden, roten Herz-Ballon zeigt. Bekannt wurde das Bild durch eine Kampagne des Künstlers, mit der er Flüchtlinge des syrischen Bürgerkrieges unterstützte. 2017 wurde das Ballon-Mädchen in einem Ranking zum beliebtesten britischen Kunstwerk gewählt.

          Anna Steiner

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Eine Million Pfund zahlte der Käufer am Freitag dafür. Doch falls dieser sich das Bild tatsächlich übers Sofa hängen wollte, dürfte er es nun schwer haben. Denn kaum schlug der Hammer auf dem Auktionspult auf, nahm ein im Bilderrahmen versteckter Schredder seine Arbeit auf und zerteilte das Bild vor den Augen der Anwesenden in zahlreiche Papierstreifen.

          Alex Branczik, Direktor der Abteilung für zeitgenössische Kunst bei Sotheby‘s, will von der Aktion nichts gewusst haben. „Es scheint, als seien wir gerade gebanksyed worden“, ließ er sich nach dem Vorfall zitieren. Unklar ist auch, ob Banksy selbst vor Ort war, um den Schredder zu aktivieren, oder ob ein Mitarbeiter des Auktionshauses eingeweiht war. Auf Twitter laufen bereits die ersten Umfragen, ob das Bild nun mehr oder weniger wert sei als vorher. Der Käufer kann nun nur hoffen, dass die Zerstörung nun als ein „integraler Bestandteil des Kunstwerkes“ gilt, wie Branczik hofft. Dann wäre sein Kauf wohl noch deutlich mehr wert.

          Den Mitarbeitern des Auktionshauses blieb nichts anderes übrig, als das Bild vorsichtig abzuhängen.

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