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Wiener Auktion : Aus einer Schatzkammer

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In Wien auktioniert das Dorotheum den Nachlass vom österreichischen Kunsthändler und Sammler Reinhold Hofstätter. Eine Vorschau

          In dem Haus mit den Karyatiden bei der legendären Strudelhofstiege in Wien residierte jahrzehntelang der Kunsthändler Reinhold Hofstätter. Der 2013 verstorbene Doyen des österreichischen Antiquitätenmarkts empfing nur wenige Gäste in seiner üppig ausgestatteten Wohnung. Schon allein deshalb ist die Neugier auf die Kunstschätze groß, die im Dorotheum am 10. Mai bei der „Auktion Reinhold HofstätterI“ angeboten werden. Das Spitzenlos stellt das Bild „Kinder am Morgen Bilder betrachtend“ dar, das Ferdinand Georg Waldmüller 1853 in Öl auf Holz malte: Die liebliche Schar ist nicht unter 400 000 bis 500 000 Euro zu haben.

          Zu der 238 Lose starken Offerte an exquisiten Skulpturen, Möbeln und Kunsthandwerk seit der Gotik zählen rund vierzig Gemälde, darunter das 91 Zentimeter hohe „Ecce Homo“-Tableau eines niederrheinischen Meisters, entstanden um 1530 (Taxe 60 000/80 000 Euro). Auch ein Triptychon der hispano-flämischen Schule, im Zentrum eine „Kreuzigung ,mit Gedräng’“, sticht hervor (80 000/120 000). Dem Manieristen Antoine Caron wird die Kriegs-Allegorie am Schlachtfeld „Dialog des Prinzen mit dem Tod“ zugeschrieben (40 000/50 000). Für die ausdrucksstarke Doppelbüste „Leid und Bestürzung“ aus Marmor soll der Barockbildhauer Balthasar Permoser den Meißel angesetzt haben (40 000/60 000).

          Und zur „Geschichte des Herkules“ besaß Hofstätter eine bestens erhaltene Brüsseler Tapisserie, für die im 17. Jahrhundert auf dreieinhalb mal fünf Meter Fläche Seidenfäden verwebt wurden (50 000/70 000). Aber auch wer eine antike Armbrust, eine Reliquienbüste in Bischofsform oder eine Renaissance-Wiege sucht, wird in der Sammlung Hofstätter fündig werden.

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