Kewenig verlässt Köln
Wieder einer weg. Nach 25 Jahren im Rheinland schließt die Kewenig Galerie in Köln und zieht nach Berlin. „Viele Gründe“, so Michael Kewenig gegenüber dieser Zeitung, hätten ihn zu dem Schritt veranlasst. Doch nicht, dass der Mietvertrag für die Räume am Appellhofplatz auslief und er in Berlin endlich ein geeignetes Haus finden konnte, sei entscheidend gewesen: „Köln hat in den letzten Jahren sehr verloren.“
Im „Galgenhaus“ in der Brüderstraße 10, dem 1688 errichteten zweitältesten Haus Berlins, das lange der Petrikirche in dem auf der Spreeinsel gelegenen Cölln als Propstei gedient hat, will Kewenig im April 2013 wiedereröffnen. Die Galerie, die auf die Vermittlung zeitgenössischer Kunst seit den späten sechziger Jahren – darunter Christian Boltanski, Hanne Darboven, Jannis Kounellis und Ian Hamilton Finlay sowie Vertreter der Arte Povera – spezialisiert ist, wurde 1986 als Jule Kewenig Galerie im Haus Bitz in Frechen gegründet, von wo sie 2003 in die Kölner Innenstadt ging. Die seit 2004 bestehende Dependance in Palma de Mallorca wird unverändert fortgeführt. aro.
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Christie’s zur Festspielzeit nach Salzburg
Christie’s hat ein neues Spielfeld für sich entdeckt: Vom 31. August bis zum 2. September zeigt das Auktionshaus in Salzburger Palais Neustein eine Auswahl der Werke für seine kommenden Auktionen mit Nachkriegs- und Gegenwartskunst in London. „Während der Festspiele ist Salzburg Anziehungspunkt für Kulturinteressierte weltweit“, hat Francis Outred erkannt, Europa-Chef der Zeitgenossen-Abteilung, „und mit der Salzburg Foundation, die Skulpturen im öffentlichen Raum fördert, eine ideale Plattform für diese Vorschau.“
Das Londoner Spitzenlos ist ein blutrotes „Concetto Spaziale, Attese“ von Lucio Fontana aus dem Jahr 1966. Die Leinwand mit sieben Schnitten trägt auf der Rückseite die Inschrift: „Heute habe ich mit dem Nobelpreisträger und Freund Quasimodo zu Mittag gegessen.“ Gemeint ist der aus Sizilien stammende Lyriker Salvatore Quasimodo. Das Werk wurde noch zu Lebzeiten Fontanas in mehreren Ausstellungen gezeigt und kam dann bald in die Sammlung von Wolfgang Hahn in Köln, wo es für fünfzig Jahre blieb. Am 11. Oktober wird es im „Italian Sale“ mit einer Taxe von 2,2 bis 2,8 Millionen Pfund aufgerufen. F.A.Z.
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Ein „Karl Hofer Komitee“
Gerade die jüngste Zeit hat gute Gründe genug geliefert, Werkverzeichnisse von Künstlern der Moderne in die Hände einer Gruppe von Experten zu geben, die nicht einzig nach Stilkriterien urteilen. Bislang betreute Karl Bernhard Wohlert das Werkverzeichnis der Gemälde von Karl Hofer. Nun zieht Wohlert sich aus Altersgründen zurück und hat sein umfangreiches Archiv in die Hände von „Van Ham Art Publications“ gelegt, einem Verlag, der vom Kölner Auktionshaus Van Ham jüngst begründet wurde. Markus Eisenbeis, der Geschäftsführer von Van Ham, hat deshalb ein „Karl Hofer Komitee“ ins Leben gerufen, das sich künftig um das Werkverzeichnis kümmern soll, auch um das von Hofers Aquarellen und Zeichnungen.
Die Mitglieder des Komitees sind der Kunsthistoriker Gerd Pressler, der Werkverzeichnisse zu Kirchner, Munch, Beckmann oder Walter Stöhrer erstellt hat, Felix Krämer, der seit 2008 Sammlungsleiter für die Kunst der Moderne am Städel in Frankfurt ist und 2010 die große Kirchner-Retrospektive dort kuratierte, und Börries Brakebusch, der als Diplom-Restaurator auch auf die technologische Untersuchung von Kunstwerken spezialisiert ist. Die unabhängigen Experten werden sich halbjährlich treffen. Das Komitee will „Museen und Kuratoren unterstützen und stellt gleichzeitig ein Bindeglied zu den Hofer-Sammlern und dem Kunsthandel dar“. An Arbeit wird es diesem Hofer-Rat gewiss nicht mangeln. rmg
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Eine Ikone für „Pussy Riot“
Der Nowosibirsker Künstler Artjom Loskutow, dessen Plakat-Ikonen einer Muttergottes im bunten „Pussy Riot“-Kostüm von den Ordnungshütern konfisziert worden sind, bittet die Behörden darum, ihm ein Exemplar zurückzugeben. Er möchte es für wohltätige Zwecke versteigern lassen.
Die „Pussy Riot“-Ikonen, die eine vielfarbig maskierte Mutter mit Kind und Heiligenschein darstellen, waren im März in drei Reklame-Lichtboxen im Zentrum von Nowosibirsk aufgetaucht, als Geste der Unterstützung für die inhaftierten Moskauer Punkerinnen. Die Polizei entfernte sie. Nachdem der Metropolit der russisch-orthodoxen Kirche intervenierte, wurde Loskutow wegen Verletzung religiöser Gefühle angeklagt und zu einer Strafzahlung von tausend Rubel (25 Euro) verurteilt.
Der Künstler erklärt mit Nachdruck, mit seinem Bild habe er niemanden beleidigen wollen. Im Gegenteil, seine Pseudo-Ikonen hätten vielmehr den übergeordneten Wert von Mutter und Kind und zugleich das Zusammen kommen unterschiedlicher Gruppen vergegenwärtigen sollen, damit diese einander nicht bekriegen. Für welchen Startpreis er sein Werk feilbieten möchte, hat Artjom Loskutow noch nicht entschieden. (kho)
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Jesco von Puttkamer bei Karl & Faber
Das Münchner Auktionshaus Karl & Faber meldet einen Neuzugang: Neben dem geschäftsführenden Gesellschafter Rupert Keim wird Jesco von Puttkamer vom 1.September an als weiterer Geschäftsführer tätig. Puttkamer wird sich insbesondere auf moderne und zeitgenössische Kunst konzentrieren, gab Rupert Keim bekannt, der das Haus im Jahr 2003 mit seiner Familie übernommen hat. Puttkamer begann seine Tätigkeit im Kunstmarkt in der Galerie Kornfeld in Bern, deren Schwerpunkt – wie bei Karl & Faber – bei Arbeiten auf Papier liegt. Anschließend war er selbständiger Galerist und Kunsthändler in Berlin. Seit 2010 arbeitete er bei Daxer & Marschall in München. bsa.
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Sturmgefahr: Sommerauktion in Ahrenshoop
Ostdeutsche Künstler, denen mit staatlicher Hilfe ein Urlaub am Meer ermöglicht wurde, sollten dort nicht nur Badefreuden genießen, sondern auch maritimen Motiven nachspüren –, was nicht jedem lag. Am 4. August wird in der 38. Ahrenshooper Kunstauktion ein Gemälde von Hans Ticha angeboten, das dem DDR-Stildiktat mit westeuropäischer Moderne Paroli bietet: Tichas „Frau mit Sonnenschirm am Ostseestrand“ von 1969 (Taxe 3200/3800 Euro) gleicht den voluminösen Aktfiguren Légers. Bereits 1950 verweigerte sich Hermann Bachmann den Forderungen mit drei abstrahierten „Fliegeengeln“ (3800/4800). Bachmann emigrierte später nach West-Berlin.
Unter den Malern, die bis 1989 ausharrten, ist Hans Vent mit einer „Strandgruppe“ (4800/6500) vertreten, Stefan Plenkers mit „Tanzenden“ (3800/4800) und Manfred Böttcher mit „Fährinsel Hiddensee“ (1200/1500). Den Fokus bildet wieder Ahrenshooper Künstlerkolonie und Paul Müller-Kaempff mit einem „Aufziehenden Sturm“ (3800/4800). Elisabeth von Eicken ist unter anderen mit dem Unikat einer Winterlandschaft auf KPM-Porzellan präsent (2800/3400), Feininger mit „Bäume“ von 1901 (2800/ 3400) und „Damenbad in Baabe auf Rügen“ von 1904 (3400/3800). Der ausklingende Expressionismus bestimmt Heckels Holzschnitt „Am Strand“ von 1929 (1800/2200). C.B.
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Hundertdreißigfache Taxe
Das war eine schon groteske Unterbewertung, die erwartungsgemäß nicht unbemerkt bleiben konnte: Als Losnummer 450 firmierte im aktuellen Katalog des Münchner Auktionshauses Ruef Lotte Lasersteins „Sitzende Frau mit schwarzem Hut und Handschuhen“ in einer Bar – mit 900 Euro. Der Zuschlag für das 54 mal 46 Zentimeter große Gemälde in Öl auf Holz erging bei 110.000 Euro an einen Saalbieter – das entspricht der hundertdreißigfachen Taxe. Nur zur Erinnerung: Vor knapp einem Monat erzielte bei Grisebach in Berlin Lasersteins um 1932/33 entstandenes „Mädchen mit Katze“, heiß umkämpft im Saal, 112.000 Euro (Taxe 25.000/35.000), zugunsten des Gebots einer hessischen Privatsammlung. rmg
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Seelenruhig
Das Auktionshaus Nagel in Stuttgart versteigert am 27. Juni moderne und zeitgenössische Kunst. Fast 900 Lose im niedrigen Preissegment sind in einem eigenen Katalog zusammengefasst. Die Höhepunkte aber führt ein zweiter Band vor: Hingetupft hat Corinth seine „Zinnien“ im Jahr 1924 (Taxe 300.000 Euro). Max Liebermann ist mehrfach vertreten, darunter die „Große Seestraße in Wannsee“, um 1923, für geschätzte 80.000 Euro – und ein in aller Ruhe grasenden Esel, den er 1911 malte: Sechs Jahre später erwarb Hugo Helbing das stimmungsvolle Bild bei Paul Cassirer; erst nach 1945 weist es eine beachtliche Auktionslaufbahn auf; jetzt ist das Gemälde auf 48.000 Euro geschätzt.
Einen flimmernden Blick in einen Buchenwald bietet uns Christian Rohlfs um 1900 auf 101 mal 75 Zentimetern (15.000). Die Kraft des Licht festzuhalten, beherrscht auch Emil Nolde auf seiner „Marschlandschaft im Abendlicht“ von 1930/35, einem Aquarell für geschätzte 100.000 Euro. Mit einem Nachlassstempel versehen und mit einer Schätzung auf 220.000 Euro ist Gabriele Münters „Abend am Fenster (auf der Rue) Lamblardie (Paris)“ von 1930. Die Gegenwartskunst führt Warhols Siebdruck „Shoes“ von 1980 an mit einer Taxe von 30.000 Euro. swka
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Art Cologne erhält Kölner Kulturpreis
Die Art Cologne ist das „Kulturereignis des Jahres 2011“ – zumindest in Köln. Das hat eine Umfrage ergeben, die vom Kölner Kulturrat, zusammengesetzt aus Fördervereinen der Stadt, in Auftrag gegeben worden war. Tausend Kölner Bürgern standen zehn Kulturveranstaltungen zur Auswahl; jeder vierte Teilnehmer stimmte für die Messe mit Klassischer Moderne bis in die Gegenwart. Das Preisgeld von 5000 Euro geht an den Veranstalter Kölnmesse, der jedoch hat den Gewinn an den Förderverein „Freunde der Art Cologne“ weitergereicht. So schließt sich der Kreis. F.A.Z.
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Das Auktionshaus von Zezschwitz schließt
Das Münchner Auktionshaus Von Zezschwitz wird Ende Juli dieses Jahrs schließen. Das auf Angewandte Kunst des Jugendstils, des Art déco und Modernes Design spezialisierte Haus war zuletzt auch im Bereich der Modernen Kunst tätig. Carolin Bergner, Inhaberin und Geschäftsführerin des Unternehmens, nennt als Grund für diesen Schritt private und familiäre Veränderungen.
Bergner gründete das Haus 2001, gemeinsam mit ihren damaligen Geschäftspartnern Beate Dry-von Zezschwitz und Graham Dry; beide wechselten vor einiger Zeit in den Ruhestand. Bergner plant weiterhin im Kunsthandel aktiv zu sein, jedoch nicht mehr im Auktionswesen. bsa.
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Uli Sigg schenkt seine Sammlung Hongkong
Der Geschäftsmann und ehemalige Botschafter der Schweiz in China Uli Sigg schenkt dem Hongkonger Museum„M+“ 1463 Werke chinesischer Gegenwartskunst. Das Ausstellungshaus befindet sich allerdings noch in der Planungsphase und soll 2017 fertiggestellt werden. 5000 Quadratmeter wird das Museum allein der Sammlung Sigg zur Verfügung stellen. Der Direktor des Museums, ehemals der Leiter des Moderna Museet in Stockholm, Lars Nittve, hat sich außerdem verpflichtet, mit der Schenkung dauerhaft 500 Arbeiten für die Öffentlichkeit bereitzuhalten.
Darunter ist eine Skulptur von Ai Weiwei, die den Sammler Uli Sigg selbst 2004 als „Newspaper Reader“ zeigt. Vom Fotografen Liu Wei ist die Sinnestäuschung „It looks like a landscape“, ebenfalls von 2004, Teil der Schenkung wie auch Wang Guang Yis Mao-Porträt hinter Gitterraster von 1986.
Uli Sigg hat in mehr als dreißig Jahren Arbeiten von insgesamt zweihundert asiatischen, teils in ihrem Heimatland selbst verbotenen Künstlern zusammengetragen. Der Schenkungswert des Konvoluts wurde vom Auktionshaus Sotheby’s auf 160 Millionen Franken, umgerechnet 133,2 Millionen Euro, geschätzt. Gibt Sigg seine Kunst einfach so her? 47 Kunstwerke wird das Museum für 22 Millionen Franken, also achtzehn Millionen Euro, von Sigg erwerben. F.A.Z.
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Neue Direktorin der CFAA
Die Leitung der Cologne Fine Art & Antiques übernimmt künftig Cornelia Zinken. Die Neunundzwanzigjährige ist seit 2003 am Kunstmarkt tätig. Zuletzt war sie als Leiterin des internationalen Marketings der „Axa Art“ verantwortlich für die größeren Partnerschaften der Versicherungsgesellschaft mit Kunstmessen. Cornelia Zinken folgt als Direktorin der Kölner Messe auf Ulrike Berendson, die der zuletzt sehr erfolgreichen CFAA maßgeblich ihr charakteristisches Profil verliehen hat. F.A.Z.
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Prestige in London
Ein Jahr nach seinem Tod werden Teile der umfangreichen Sammlung von Gunter Sachs in London versteigert. Auf mehr als zwanzig Millionen Pfund, also rund 25 Millionen Euro, lautet die Gesamterwartung von Sotheby’s für knapp 300 Lose, die am Abend des 22. Mai und in zwei weiteren Tranchen am 23. Mai aufgerufen werden. Es geht um Gemälde, aber auch Skulpturen, teure Möbel, Kunstobjekte – und um richtige Souvenirs: Da ist das Riva-Boot „Dracula III“ (Taxe 80.000/120.000 Pfund) in Lausanne abzuholen, ein kleines KPM-Nilpferd (80/120) ist sicher vor Ort. Angeführt wird die zentrale Pop-Parade von Warhols Bardot-Porträt (3/4 Millionen), gleichauf mit einem „Flowers“-Siebdruck, und es gibt zwei „Great American Nudes“ von Tom Wesselmann (je 1,2/1,8 Millionen). Arbeiten von Jean Fautrier oder Yves Klein, auch teure Möbel von Ruhlmann oder Diego Giacometti kommen dazu. Die meist moderaten Taxen sind, wie üblich bei stark von der Provenienz bestimmten Auktionen, Kalkül. F.A.Z.
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Basquiat als Zugpferd
Für Phillips de Pury & Company brachten die New Yorker Zeitgenossen-Auktionen ein Gesamtergebnis von 88,9 Millionen Dollar, im Bereich der Erwartungen. Einen Auktionsrekord erlangte Jean-Michel Basquiats prächtiges „Untitled“-Werk von 1981 mit 14,5 Millionen Dollar (Taxe 8/10 Millionen), mit Aufgeld sind das gut 16,3 Millionen. Für Willem de Koonings „Untitled VI“ von 1975 fiel der Hammer bei elf Millionen (10/15 Millionen) und für ein „Bolzena“-Bild Twomblys von 1969 bei 5,5 Millionen Dollar (6/8 Millionen). Ein schicker Christopher Wool, auf dem „Sex“ und „Luv“ geschrieben stehen, erreichte mit 3,5 Millionen seine Obertaxe, und Andreas Gurskys schönes „Prada II“-Breitformat kam auf 650.000 Dollar (500.000/700.000). F.A.Z.
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Kohle für die Preußen
Der „Beau Sancy“, Kronschatz-Starstück der Hohenzollern, erzielte bei Sotheby’s in Genf acht Millionen Franken (Taxe 2/4 Millionen), das sind 6,66 Millionen Euro. Der knapp 35 Karat schwere „Pear“-Diamant in Doppelrosettenschliff begleitete 400 Jahre europäische Geschichte in mehreren Königshäusern, bevor ihn der derzeitige Chef des Hauses Preußen, Georg Friedrich, versteigern ließ. Das Siegergebot kam per Telefon, der Käufer ist ungenannt. bsa.
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Kirchliche Ansprüche
Die zwei Zeichnungen Antoni Gaudís wurden nicht versteigert, sondern lagern vorerst im Museu Nacional d’Art de Catalunya (MNAC) in Barcelona, bis die Eigentumsverhältnisse geklärt sind: Die Pfarrei der Colonia Güell meldete Besitzansprüche an. Ursprünglich waren Gaudís über Fotografien gezeichnete Entwürfe der Kirche Colonia Güell im spanischen Bürgerkrieg verlorengegangen. Eine Familie entdeckte sie in den sechziger Jahren im Kohlenkeller ihres Landhauses. Seitdem befinden sie sich in Privatbesitz und wurden oft ausgestellt, ohne dass die Kirche Ansprüche angemeldet hätte. Ihr Pfarrer versichert nun: „Die Ansprüche der Kirche verjähren nie.“ küg.
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Nagel erzielt deutschen Rekord für Asiatika
Ein chinesischer Kabinettschrank der Ming-Dynastie hat beim Auktionshaus Nagel in Stuttgart den Rekordzuschlag von 1,54 Millionen Euro erzielt, mit Aufgeld sind das 2,05 Millionen Euro. Das ist die mit Abstand höchste Summe, die ein asiatischer Kunstgegenstand in einer deutschen Auktion jemals erzielt hat. Die Rangliste hat bisher ein aufwendig beschnitzter Tisch aus Zitan-Holz mit einem Zuschlag bei einer Million Euro angeführt. Auch der Kabinettschrank bei Nagel ist aus dem kostbaren Zitanholz. Er stammt ursprünglich aus altem deutschen Diplomatenbesitz und wurde in China vor 1945 erworben. Nun zieht das Möbel nach Asien um. Das finale Bietgefecht machten zwei Interessenten aus Hongkong unter sich aus. Die Schätzung lag bei 60.000 bis 100.000 Euro. F.A.Z.
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Wechsel an der Spitze von Christie’s
Roman Plutschow wird Geschäftsführer von Christie’s Deutschland. Der Jurist war zuletzt Geschäftsführer bei der Zürcher Galerie Gmurzynska. Plutschow tritt die Nachfolge von Andreas Rumbler an, der zum Vorstand (Chairman) von Christie’s Schweiz ernannt wurde. In enger Zusammenarbeit mit Christiane Gräfin zu Rantzau, Vorstand von Christie’s Deutschland, wird Plutschow das Deutschland-Geschäft des Auktionshauses leiten. F.A.Z.
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Winterberg eröffnet Repräsentanz in Frankfurt
Am 14. Mai eröffnet das Heidelberger Kunstantiquariat und Auktionshaus Winterberg eine Repräsentanz in Frankfurt, eine Dependance gibt es schon in München. Hausherr Thilo Winterberg wohnt seit acht Jahren in Frankfurt und schätzt die Stadt als Schaufenster seines Angebots und zur Akquise. Ihren Sitz hat die Repräsentanz in den Räumen der traditionsreichen Frankfurter Galerie Hanna Bekker vom Rath in der Braubachstraße. Zur Eröffnung zeigt dort Winterberg gemeinsam mit der Galerie, die ihr fünfundsechzigjähriges Bestehen begeht, eine Ausstellung mit Papierarbeiten von Beckmann und Schmidt-Rottluff, außerdem sind Terrakotten von Robert Metzkes zu sehen. F.A.Z.
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Graphik über alles
Am 12. Mai veranstaltet das Heidelberger Kunstantiquariat Winterberg seine Auktion mit Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen und Graphik des 15. bis 20. Jahrhunderts. Der Katalog (Seite mit Firefox nicht aufrufbar) präsentiert knapp tausend Positionen, von neunzig Euro an bis 28.500 Euro. Die drei Toplose sind Grosz’ um 1922 entstandene Federzeichnung „Verlobung“, Picassos Zinkographie „Tête de Femme au Chignon“ von 1953 und dessen Umdrucklithographie „Seigneur et Fille“. Chagalls Farblitho „Couple au Crépuscule“ von 1980 firmiert mit 12.500 Euro. Bei der Alten Kunst ragt als Prachtstück in hervorragendem Zustand Albrecht Dürers 1503 entstandener Kupferstich des „Wappens mit dem Totenschädel“ heraus (Taxe 21.500 Euro) hervor. Die Schätzungen für Blätter von Rembrandt rangieren zwischen 650 und 4600 Euro.
F.A.Z.
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Ketterer mit Filiale in Düsseldorf
Ketterer Kunst eröffnet am 23. Mai eine Dependance in Düsseldorf. Damit verstärkt das Auktionshaus mit Stammsitz in München seine Präsenz im Rheinland. Verantwortlich für die Kundenbetreuung in der Malkastenstraße werden Ralf Radtke und Lydia Kumor sein. Kumor arbeitete zuletzt für die Galerie Margret Heuser, Radtke war schon vorher für Ketterer in der Region tätig. Neben der Münchner Zentrale unterhält das Haus bereits eine Dependance in Hamburg, Galerieräume in Berlin sowie eine Repräsentanz in Heidelberg. Ketterer versteigert Kunst des 15. bis 21. Jahrhunderts und Bücher.
bsa.
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Gallery Weekend als virtuelle Welt im Netz
Die internationale Kunstwelt reist nach Berlin zum Gallery Weekend in diesen Tagen. Wer es nicht schafft, muss trotzdem nicht verzweifeln. Jeder kann „teilnehmen, falls eine Anreise nicht möglich ist“, erklären die Veranstalter. Wie das? Sie haben die Kunst auf gallery-weekend-berlin.de/virtual zusammengeführt: Um teilzunehmen, muss man jedoch erst eine Software laden und installieren, einen Avatar wählen – und dann erst beginnt das Kunstgucken. Das Original ist definitiv besser, aber diese virtuelle Welt ersetzt immerhin das anstrengende Durchklicken auf den Websites. swka
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Messen in Barcelona: Swab und Loop
Vom 23. bis zum 26. Mai findet zum fünften Mal die Messe für Gegenwartskunst in Barcelona Swab statt: Die Stadt lockt dann in den Italienischen Pavillon des Messegeländes und an verschiedene Orte der Stadt. 59 internationale Galerien haben bereits zugesagt, darunter vierzehn aus der katalanischen Hauptstadt selbst, zwölf aus dem spanischsprachigen Amerika, sieben aus Deutschland. In Zusammenarbeit mit der brasilianischen Messe „SP-Arte“, die Anfang Mai in São Paulo stattfindet, nehmen außerdem vier Galerien aus Brasilien teil.
Aus Asien reisen sechs Teilnehmer an. Die Sektion Myfaf (My First Art Fair) zeigt junge Galerien, einige aus Berlin. Anhänger der Videokunst kommen wenige Tage später auf ihre Kosten: Sein zehnjähriges Jubiläum feiert dann das Video- und Kunstfilm-Festival Loop, bei dem vom 31. Mai bis zum 2. Juni vierzig Galerien die neuesten Produktionen internationaler Künstler zeigen. Auch hier liegt mit drei brasilianischen Galerien ein Fokus auf Iberoamerika. Aus Deutschland sind Conrads aus Düsseldorf, Carlier/Gebauer, Kow, Sherin Najjar und Champagne Première aus Berlin dabei. küg.
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Die Kunst als Passion
Zum Tode Claudia Herstatts: Es war Virginia Woolf, die einmal schrieb: „It is writing, that gives me my proportions.“ Dieser Satz soll hier der Hamburger Journalistin Claudia Herstatt gewidmet sein. Man sah sie immer auf den Messen und Ausstellungen. Die Kunst war ihre Passion. Seit 1989 schrieb sie für „Handelsblatt“, „Kunstforum“ und „Die Zeit“; sie war Korrespondentin für „Art“ in Brüssel und Zürich, 1991 und 1992 Sprecherin der Documenta IX in Kassel. Sie war eine präzise beobachtende Journalistin, wie es im Kunstmarkt nur wenige gibt. Ihr Stil war nie überheblich. Mit ihrem Buch „Fit für den Kunstmarkt“ weckte sie auch bei einer Hochschulabgängerin Neugier, räumte Fettnäpfchen aus dem Weg und verhinderte unsinnige Schleifen im Lebenslauf. Am 16. April ist Claudia Herstatt im Alter von 63 Jahren gestorben. swka
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Benefiz-Auktion I
„Human Rights Watch“ setzt sich seit dreißig Jahren für den Schutz und die Verteidigung der Menschenrechte ein. Am 19. April wird nun zum zweiten Mal eine Benefiz-Auktion in der Berliner Filiale von Lempertz diese Arbeit unterstützen. Vor zwei Jahren erzielte man einen Umsatz von 180.000 Euro. In diesem Jahr wurden für den guten Zweck Werke von Olafur Eliasson, Ai Weiwei, Jim Rakete, Julian Rosefeldt, Gerhard Richter, Götz Diergarten, Thomas Florschütz oder Karin Sander eingereicht (zum Katalog). Einen Schwerpunkt bilden außerdem Künstler aus dem Nahen Osten. Vorbesichtigung ist vom 14. bis zum 18. April bei Lempertz in Berlin. Als Auktionator wird wieder der Berliner Rechtsanwalt Peter Raue am Pult stehen. F.A.Z.
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Benefiz-Auktion II
Für einen guten Zweck versteigert Christie’s im Rahmen seiner Green-Auction „Bid to Save the Earth“ bis zum 19. April Erlebnispakete und Kunst. Neben Reisen nach Kenia oder in den Himalaja kann man zum Beispiel einen Tag mit Bill Clinton ersteigern. Und die Kunst? Bei der Versteigerung werden auch Kunstwerke von Christopher Pulitzer Leidy oder Gail Tobias angeboten. In den vergangenen zwei Jahren spielte die Green Auction nahezu fünf Millionen Dollar ein. Mit dem Erlös werden vier Nonprofit-Organisationen unterstützt. Die Auktion findet ausschließlich im Internet statt, auf www.bidtosavetheearth.org. F.A.Z.
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Gestohlene Kunst in Köln sichergestellt
In Köln sind Gemälde sichergestellt worden, die am 3. Juli 1988 aus der New Yorker Galerie Solomon entwendet wurden. Ihr Wert wurde damals auf 345.000 Dollar geschätzt. Schaut man auf die Liste, ist davon auszugehen, dass sie heute wohl ein Vielfaches wert sind: Es handelt sich um „Figuration“ von Robert Motherwell, „Le Bouteille bleue“ von Fernand Léger, ein unbetiteltes Bild von Franz Kline und „Effigie“ von Jean Dubuffet. Die Werke waren 2009 in einer Erbschaft in Süddeutschland aufgetaucht. Diese Erbin hat sich jedoch an das „Art Loss Register“ in London und die Polizei in Köln gewandt. Das Art Loss Register prüfte die Werke und bestätigte, dass sie in seiner Datenbank vermisster Werke aufgeführt sind. Der gesamte Diebstahl ist dort registriert. F.A.Z.
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Titanic-Relikte suchen noch immer einen Käufer
Sie wurde als Spektakel, pünktlich zum hundertsten Jahrestag des Unglücks, angekündigt: die Titanic-Auktion mit mehr als 5500 Relikten im New Yorker Versteigerungshaus Guernsey’s. Stolze 190 Millionen Dollar wollte der Besitzer, die Firma RMS Titanic, für das sperrige Konvolut, zu dem auch Schiffsreste gehören. Immerhin hat sie die Stücke in den vergangenen Jahren aus viertausend Metern Tiefe gefischt. Die Firma gab sich selbstbewusst: Bedingung für einen Kauf ist nämlich auch, dass Teile der Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Doch nun klingt Guernsey’s kleinlaut; die Pressekonferenz vom 11. April wurde vertagt: Es gebe noch keinen Abschluss, aber viele Interessenten, heißt es von Seiten des Auktionshauses. Um das „Beste herauszuholen, werden die Verhandlungen noch weitergeführt“. Vielleicht sind die zum Teil geisterhaften Relikte verstorbener Menschen doch nicht für jedermann ein willkommenes Sammlerobjekt? swka
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Kölner Gespräch über Kunstversicherung
Nische für Profis oder kulturgefährdendes Ärgernis? So lautet die Frage, die am 18. April eine Veranstaltung eröffnet, die - von zehn bis vierzehn Uhr - erstmals im Rahmen der Art Cologne stattfindet. Das Kulturversicherungsgespräch möchte im Kölner Museum für Angewandte Kunst Ausstellungsmacher und Galeristen, Juristen und Spediteure in einen Dialog über einen Bereich des Kunstmarkts bringen, der im Zeichen des globalen Austauschs immer mehr Bedeutung gewinnt: „Seetransporte von Kunstgegenständen - Risiken, Risikomanagement und Versicherung“ lautet daher der Titel. Anmelden kann man sich über info@zilkensfineart.com.aro.
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Bei Lempertz in Brüssel: „Uli“ mit Vergangenheit
Die Figur stammt aus Neuirland, das früher Neumecklenburg hieß. Neu-Irland gehört zu Papua-Neuguinea und ist die zweitgrößte Insel des Bismarck-Archipels, das zum australischen Kontinent gerechnet wird. Die weiß bemalte Holzskulptur entstand wohl Mitte des 19. Jahrhunderts und ist 127 Zentimeter hoch. Ihre magische Gestalt ist zweigeschlechtlich, ihr Gesichtsausdruck mehrdeutig - lächelnd oder grimmig. Nur etwa 250 dieser Figuren, die Zwecken des Ahnenkults in Ozeanien dienten, ehe die Missionare die Riten der Einwohner seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts bekämpften, sind weltweit bekannt.
Jetzt hat Lempertz bei seiner Tribal-Art-Auktion in Brüssel die „Uli“-Skulptur für 950.000 Euro versteigert, die Taxe lag bei 700.000 bis 900.000 Euro. Der europäische Sammler, der sie eroberte, bezahlt mit Aufgeld 1,16 Millionen Euro dafür. Das seltene Stück ist nicht nur seit 1924 für die Berliner Sammlung Arthur Speyer belegt, sondern danach geadelt vom Vorbesitz des Malers Otto Dix, aus dessen Nachlass es stammt. Die ozeanische Kunst hatte starken Einfluss auf den deutschen Expressionismus, zumal 1926 eine Ausstellung mit „Südsee-Plastiken“ in der Berliner Galerie von Alfred Flechtheim stattfand. Dix’ „Uli“ ist in seinem Werk nicht direkt belegt, aber er hat ihn offenbar sehr gemocht. Lempertz spricht von der besten Stammeskunst-Auktion, die das Haus jemals in Brüssel abhielt. rmg
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Ei, Ei
Machen wir’s kurz: Das „Baroque Egg“ von Koons rollt und rollt und rollt. Vorösterlich verkündet, wird das aktuelle Ei am 27. Juni bei Christie’s in London gelegt werden. Es misst - wie alle Eier dieser Edition von fünf - rund zwei mal zwei Meter. Seine Farben sind diesmal Blau mit türkisfarbener Schleife, aktuell bewertet mit 2,5 bis 3,5 Millionen Pfund, also vier bis 5,5 Millionen Dollar. Das letzte Ei dieser Art in Orange/Magenta kam im November 2011 zu Markte, bei Christie’s in New York für 5,5 Millionen Dollar (Taxe 5,5/6,5 Millionen). Davor wurde es in Türkis/Magenta von Sotheby’s in New York ausgebrütet im Mai 2009 für 4,8 Millionen Dollar (Taxe 6/ 8 Millionen). Alle Eier sind in privater Hand. Billiger werden sie offenbar deshalb nicht. Bleibt zu hoffen, dass sie von glücklichen Stahlgießern kommen. (rmg)
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Noch eine Schüssel
Diese blütenförmige Schale - ein „Ruyao Washer“, benannt nach einem der staatlichen Brennöfen (Ru yao) in der Zeit der Nördlichen Song-Dynastie - ist bei Sotheby’s in Hongkong für 185 Millionen Hongkong-Dollar (Taxe 60/80 Millionen) einem Telefonkunden zugeschlagen worden, nach einem fünfzehnminütigen Gefecht zwischen acht Bietern. Das extrem seltene neunhundert Jahre alte Stück setzt damit einen Auktionsrekord für Song-Keramik. Der ungenannte Käufer investierte - mit Aufgeld - umgerechnet 20,37 Millionen Euro. (F.A.Z.)
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Preis der Kunstvereine geht nach Karlsruhe
Der Preis für Kunstvereine, den die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine gemeinsam mit der Kunstmesse Art Cologne verleiht, geht in diesem Jahr nach Karlsruhe. Die Jury entschied sich für den Badischen Kunstverein. Begründet wurde die Entscheidung mit dem Engagement für wenig beachtete Kunst aus den sechziger bis achtziger Jahren. Der Badische Kunstverein wurde 1818 gegründet und ist einer der ältesten Deutschlands. Auf der tausend Quadratmeter großen Ausstellungsfläche wurde 2011 die erste umfassende Schau der amerikanischen Künstlerin Nancy Holt in Deutschland gezeigt. Der Preis ist mit 8000 Euro dotiert.
Die Jury hob darüber hinaus die Arbeit vom Kunstverein in Bremen hervor: Die 1980 gegründeten GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst beweise einen klaren Stil und scheue keine unbequemen Positionen. Ein Schwerpunkt liege unter anderen auf Neuproduktionen, die oft in direkter Auseinandersetzung mit dem Ort entstünden. Die Auszeichnung wird am 21. April im Rahmen der Kölner Art Cologne verliehen. F.A.Z.
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Sotheby’s eröffnet in Hongkong Dependance
Am 19. Mai, also parallel zur Kunstmesse Hong Kong International Art Fair, die dann zum ersten Mal von der Art Basel veranstaltet wird, eröffnet Sotheby’s ebendort eine „State-of-the-Art“-Galerie. Auf der 15.000 Quadratmeter großen Fläche, die den gesamten fünften Stock des Hochhauses One Pacific Place einnimmt, sollen regelmäßig Ausstellungen, Vorlesungen, Auktionen und andere Kulturveranstaltungen stattfinden. Sotheby’s reagiert damit auf den stark wachsenden asiatischen Markt. In den Räumen wird außerdem dauerhaft ein Salon für „Sotheby’s Diamonds“ eingerichtet, als Kooperation mit der Steinmetz Diamond Group. F.A.Z.
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Erhalt oder Zerschlagung?
Archer Huntingtons Münzsammlung von fast 38.000 Einzelstücken, die der Öffentlichkeit über mehrere Jahrzehnte als Dauerleihgabe in der „American Numismatic Society“ zugänglich war, ist bei Sotheby’s am 8. März zu einem einzigen Los zusammengefasst in einer „Sealed-Bid-Auktion“ versteigert worden. Die von Archer Huntington gegründete „American Hispanic Society“ hatte die Kollektion eingeliefert, um mit dem Erlös eine Erweiterung ihrer Sammlungen zu finanzieren - Münzen werden davon wohl nicht gekauft werden, sondern wahrscheinlich Malerei, Fotografie und Skulptur, auch von zeitgenössischen Künstlern. Die Schätzung hatte bei 25 bis 35 Millionen Dollar gelegen.
Das Auktionshaus verkündet, man freue sich sehr, einen Käufer gefunden zu haben. Er bleibt allerdings ebenso ungenannt wie der Kaufpreis. Sollte die enzyklopädische Sammlung zerschlagen und die Münzen einzeln verkauft werden, könnte der Schätzwert bei weitem übertroffen werden; denn allein das Fünfzig-Excellentes-Stück der katholischen Könige ist mehrere Millionen Dollar wert. Für das einzigartige Ensemble, das die Geschichte Spaniens kenntnisreich von karthagischen Drachmen über römische Goldmünzen bis ins 20. Jahrhundert dokumentiert, wäre das ein Jammer. Ein vergleichbarer Fall ist in Deutschland kürzlich glücklich ausgegangen: Die sensationelle barocke Sammlung der „Gotha Numaria“ mit 16.000 Münzen und Medaillen der Antike, des Mittelalters und der Neuzeit ist für Schloss Friedenstein in Gotha gerettet worden: durch das Land Thüringen und mit der Hilfe der Kulturstiftung der Länder, der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Familie Sachsen Gotha Coburg und durch Spenden der Münzsammler Fritz Rudolf Künker und Friedrich Popken. Nur ein Kontingent von 343 antiken Goldmünzen in dem historischen Münzkabinett ist vorerst noch eine Leihgabe der „Herzog von Sachsen Coburg und Gotha’schen Stiftung“. Dafür muss die Finanzierung über die nächsten Jahre noch organisiert werden. lz
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Neue Räume in New York
Die Galerie Hauser & Wirth, mit Galerien in Zürich, London und New York, wird zu ihrem zwanzigjährigen Bestehen im Herbst eine zweite New Yorker Dependance einweihen. Die neue Galerie wird in einem Gebäude auf der West 18. Straße Nummer 511 in Chelsea eröffnen, wo sich früher die Rollschuhbahn und Diskothek Roxy befunden hat. Welche Künstler der Galerie - von Ida Applebroog über Subodh Gupta, Paul McCarthy bis zu Jakub Julian Ziolkowski - zuerst dort präsentiert werden, wird demnächst entschieden.
Die nicht weit davon entfernte David Zwirner Gallery wird ihre Fläche von derzeit knapp 3000 Quadratmetern sogar mehr als verdoppeln: In diesen Herbst kommen noch zwei Standorte dazu, einer in New York und einer in London. David Zwirner vertritt unter anderen Francis Alÿs, Robert Crumb, Marlene Dumas, On Kawara und Raymond Pettibon und verwaltet die Nachlässe von Donald Judd, Dan Flavin, Gordon Matta-Clark, Alice Neel, Jason Rhoades und Fred Sandback. Der Londoner Standort wird zur Zeit der Frieze Art Fair im Oktober im Stadtteil Mayfair mit neuer Malerei von Luc Tuymans eröffnen. Das Gebäude in der Grafton Street Nummer 24 stammt aus dem 18. Jahrhundert und diente einem britischen Premierminister als Wohnung, bevor die Unternehmerin Helena Rubinstein es in einen Schönheitssalon verwandelte und hier bis 1958 Kosmetik verkaufte. Zuletzt war es eine Bank. Die Architektin Annabelle Selldorf ist mit der Renovierung von fast tausend Quadratmetern auf fünf Stockwerken beschäftigt. Ausstellungen werden auf drei Etagen stattfinden. David Zwirners langjährige Galeriepartnerin Angela Choon aus New York wird die Direktorin der neuen Galerie in London werden. Für November ist - mit Judd und Flavin - die Eröffnung einer neuen, ebenfalls fünfstöckigen Galerie auf der West 20. Straße Nummer 537 unweit der existierenden Räume geplant. Für den ökologisch vertretbaren Bau aus Beton und Holz ist auch Annabelle Selldorf verantwortlich. lz
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Neue Kunstmesse für Baden-Baden
Im Kurhaus von Baden-Baden wird vom 23. März bis zum 1. April 2013 zum ersten Mal die Kunstmesse „Fine Art“ stattfinden, wie der Veranstalter M.A.C. Hoffmann aus Wien jetzt bekanntgegeben hat. Er verantwortet auch die „Art &Antique“-Messe in Wien und Salzburg. Dem Angebot werden keine Grenzen gesetzt: Es soll alte und neue Kunst, Asiatika, Schmuck, wissenschaftliche Instrumente, Antiquitäten und Design geben. Allerdings werden nur ungefähr vierzig Aussteller im Kurhaus Platz finden. svm
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Da steckt Musik drin
Die Leipziger Antiquariatsmesse präsentiert sich in diesem Jahr zum 18. Mal im Rahmen der Leipziger Buchmesse. Vom 15. bis zum 18. März bieten 67 Aussteller in Halle drei Bücher, Graphiken und Autographen an. Eine Sonderausstellung ist dem hundertsten Jahrestag der Insel-Bücherei gewidmet. Außerdem mausert sich das Angebot an „Musik“ immer mehr zum Schwerpunkt - mit neuer Unterstützung vom Antiquariat von Michael Raab aus München. An der „Literaturmeile“ werden preiswert antiquarische Ausgaben von fünf bis zwanzig Euro angeboten. svm
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Krach um Fälschung in Deauville
Die Versteigerung von 185 Salzpapier-Abzügen und 73 Negativen von der Hand des französischen Malers Charles-Edouard de Crespy Le Prince (1784 bis 1850) am 29. März 2011 bei Artcurial in Deauville sollte die Wiederentdeckung eines Pioniers der Fotografie besiegeln: Die Aufnahmen von Bäumen und Felsen waren allesamt auf das Jahr 1848 datiert. Der Fotografieexperte Gregory Leroy hatte das erstaunliche Konvolut für das Auktionshaus begutachtet. Er scheint einen guten Riecher gehabt zu haben: Sämtliche 83 Lose fanden für insgesamt rund 550.000 Euro Abnehmer, unter ihnen auch namhafte Händler.
Erst jetzt wurde bekannt, dass kurz nach der Auktion das Gerücht aufkam, es könnte sich bei den Aufnahmen um Fälschungen handeln. Der Pariser Antiquar Jean Claude Vrain erwarb am Telefon die Hälfte der Lose für knapp 285.000 Euro; er verweigerte die Zahlung und forderte die Einberufung einer Expertenkommission. Wie die Zeitschrift „The Art Newspaper“ berichtet, hat der New Yorker Händler Hans P. Kraus ebenfalls einige Käufe getätigt. Weder er noch Vrain hatten die Fotografien zuvor unter die Lupe genommen.
Inzwischen haben einige Käufer die Aufnahmen beim Labor Paul Messier in Boston untersuchen lassen, und es bestätigt sich der Verdacht: Es soll sich um Fälschungen handeln. Nun ermittelt die französische Polizei. Gregory Leroy, der Experte, hat Anzeige gegen unbekannt erstattet; er sieht sich als Opfer. Die Einlieferer sind ihrerseits vor Gericht gezogen, um vom Auktionshaus den Versteigerungserlös einzufordern. Denn sie geben an, das Konvolut in den neunziger Jahren auf einem Flohmarkt für 10.000 Franc gekauft zu haben. Als Vorauszahlung hatten sie von Artcurial 100.000 Euro erhalten. Nun müssen Polizei und Gerichte feststellen, wer wen täuschen wollte - oder ob sich nicht alle selbst täuschen wollten. A.H.
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Antiken-Fälscher in Italien verhaftet
Der italienischen Polizei ist ein großer Schlag gegen einen auf griechische und etruskische Kunstwerke spezialisierten Fälscherring gelungen. Nach fast zwei Jahren Verdacht brachte eine Razzia in Lagern zweier Verdächtiger 3000 mutmaßliche Fälschungen ans Licht, wie das „Art Newspaper“ berichtet, außerdem viele als gestohlen gemeldete Stücke. Es kam zu sieben Verhaftungen, gegen sieben weitere Personen wird ermittelt. Kopf der Fälscher ist der Archäologe Edoardo David, der als Berater für das Kulturministerium in Lazio tätig war.
Die Verdächtigen warten jetzt in Rom auf ihren Prozess. Aufmerksam auf die Bande machte die Polizei der Antikensammler Roberto Bilotti Ruggi d’Aragona, der für sein Familienmuseum bereits 300 mutmaßliche Fälschungen erworben hatte. Er hat gleich zweimal verloren: Denn für manche der offenbar gefälschten Objekte tauschte er sogar wertvolle Erbstücke ein. Bei einem Einbruch stahlen Diebe dann auch noch solche Stücke, von denen Aragona sich nicht trennen wollte. Er rief die Polizei, sie nahm die Fährte auf, die zum Fälscherring führte. svm
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Die Editionale in Köln
Als Schaufenster für „Bücher, die sich von den industriell gedruckten in Qualität und Schönheit unterscheiden“, versteht sich die Kölner „Editionale“, eine etwas andere Buchmesse, die sich vom 2. bis zum 4. März zum siebten Mal im Neuen Kunstforum am Alteburger Wall ausbreitet.
Im Jahr 2000 als Biennale von Elisabeth Broel und Gernot Cepl gegründet, zeigt sie Künstlerbücher, Buchobjekte und Editionen, Handpressendrucke, Unikatbücher, Multiples und graphische Arbeiten. Vertreten sind zwanzig Aussteller aus dem In- und Ausland, Galerien, Kleinverlage oder die Künstler selbst, darunter erstmals die Redfoxpress vom irischen Achill Island und die Gruppe MTM aus Moskau. aro.
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Hirst ist Hirst - oder?
Es gibt nur einen, der die Punktebilder von Damien Hirst vervielfältigen darf: Damien Hirst selbst. Was bliebe auch außer ausgemalten Kreisen, würden sie nicht zur Markenfamilie des Künstlers gehören? Noch bis zum 18. Februar kann man sich weltweit in allen Galeriefilialen des Händlers Larry Gagosian vom einzigartigen Charakter der „Spot Paintings“ überzeugen. Dennoch hat ein amerikanischer Immobilienverkäufer versucht, an nichtautorisierten Kopien zu verdienen.
Dafür wurde er nun schuldig gesprochen und neben der Rückzahlung zu sechzig Tagen im Gefängnis verurteilt. Auf einer Internetauktion im Jahr 2006 ersteigerte er Drucke von Punktebildern, um sie in derselben Auktion, nach Veränderungen in den Dokumenten, an mehrere Käufer weiterzuvermitteln. Einkaufspreis: 40.000 Dollar, Verkaufspreis: 84.000 Dollar. Allerdings fiel der Betrug im fälschungsgeplagten Markt auf, als die Endabnehmer die Echtheit prüfen ließen. svm
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Berlins neues Kunst-Quartier
Die Auguststraße in Berlin Mitte ist um eine Attraktion reicher. Schräg gegenüber von der Alfred-Ehrhardt-Stiftung, den Kunstwerken und Thomas Olbrichts „Me Collection“ eröffnet im denkmalgeschützten Bau der ehemaligen jüdischen Mädchenschule ein „Ort für Kunst und Esskultur“. Im Jahr 1928 nach Plänen von Alexander Beer fertiggestellt und zuletzt 2006 für die 4. Berlin Biennale genutzt, hat das Gebäude im Bauhaus-Stil jahrelang leer gestanden.
Zuerst hatte sich die Fotogalerie C/O Berlin um den Standort beworben, doch am Ende einigte sich die jüdische Gemeinde mit dem Galeristen Michael Fuchs, und C/O Berlin plant ein neues Domizil im Monbijou-Park neben der Museumsinsel. Der Pachtvertrag für die Mädchenschule ist auf dreißig Jahre angelegt. Die behutsame Sanierung hat das Architektenteam Grüntuch Ernst durchgeführt und dabei nicht nur die Turnstangen, sondern auch Glasmosaiken aus der DDR-Zeit belassen.
Die Galerie Michael Fuchs zieht von Charlottenburg (ohne den ehemaligen Geschäftspartner Michael Haas) in die große Aula im dritten Obergeschoss. Auf dem selben Stockwerk richtet Gerd Harry Lybke, dessen Galerie „Eigen + Art” nicht weit von hier ist, das „Eigen + Art Lab” mit internationalen Künstlern ein, die nicht in Berlin leben. Am 29. März ist hier die erste offizielle Vernissage mit dem britischen Maler Ryan Mosley - zu der Ausstellung wird ein Katalog mit einem Text von Mark Gisbourne erscheinen. Nach einer Gruppenausstellung im Sommer will Lybke hier September den französischen Maler Marc Desgrandchamps aus Lyon zeigen.
Im ersten Stock wird die in Charlottenburg vertretene Fotogalerie Camera Work eine Dependance unterhalten: Die „Camera Work Contemporary Gallery“ feiert ihren Einstand mit Arbeiten von Robert Polidori. Weitere Galerieräume sollen noch vermietet werden. Insgesamt stehen über 3000 Quadratmeter zur Verfügung, davon 1000 Quadratmeter für die Gastronomie. Über sie ist im Vorfeld mehr als über die Kunst zu erfahren: Das kunstaffine „Grill Royal“-Team, Stephan Landwehr, Boris Radczun und Jessica Paul, werden in der einstigen Turnhalle unter vier MuranoGlaskronleuchtern den „Pauly-Saal“ und die „Pauly-Bar“ betreiben. Michael Zehdens „The Kosher Classroom“ wird vegane Gerichte und Steaks anbieten und freitags ein traditionelles Sabbat-Dinner, alles von einem Rabbi überwacht und koscher. Schließlich lockt außerdem „Mogg & Melzer Delicatessen“ mit Fleischspezialitäten. Eröffnung ist am 9. Februar. lz
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Der arme Poet - von wegen!
Einen solchen Preis hat die internationale Gemeinde doch selten gesehen: 450.000 Dollar lautete auf der Auktion mit Alten Meistern bei Sotheby’s in New York das Gebot für Carl Spitzwegs Ölstudie auf Papier zu seinem berühmten Motiv „Der arme Poet“: Inklusive Aufgeld bezahlte der ungenannte Bieter 542 500 Dollar dafür. Die Schätzung für das auf Karton aufgezogene Blatt aus einer Privatsammlung, in der es sich zuvor siebzig Jahre lang befand, lag bei 60.000 bis 80.000 Dollar. F.A.Z.
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Die Nase voll
Die Galerie Giti Nourbakhsch, die eine Pionier-Funktion für den neuen Berliner Galeriendistrikt rund um die Potsdamer Straße übernommen hatte, eröffnet jetzt ihre letzten Ausstellungen. Neben Arbeiten von Spartacus Chetwynd, geboren 1973 in London, und Hans-Jörg Mayers „Plasmasex“ - von Albrecht Kastein ausgewählte Textbilder der Jahre 1981 bis 2011 - findet bis zum 3. März eine kleine Gruppenausstellung mit Arbeiten von Ida Ekblad, Jahrgang 1980, Berta Fischer, Jahrgang 1973, Karl Holmqvist, Jahrgang 1964, und Vincent Tavenne, Jahrgang 1961, statt. Zu Nourbakhschs Künstlern gehören Tomma Abts und Corinne Wasmuht, früher auch einmal Katja Strunz, jetzt von Contemporary Fine Arts (CFA) vertreten, und Anselm Reyle, der ebenfalls bei CFA und Gagosian gelandet ist.
Giti Nourbakhsch machte sich einen Namen damit, dass sie immer wieder vielversprechende Talente förderte: Die 1946 in Kairo geborene Künstlerin Anna Boghiguian und der vierzig Jahre alte Däne Matias Faldbakken werden zum Beispiel an der Documenta 13 teilnehmen, so verkündet die Galerie auf ihrer Website. „Die Geschichtenerzähler machen weiter, die Autoindustrie macht weiter“, heißt es bei Hans-Jörg Mayer, „die Arbeiter machen weiter, die Regierungen machen weiter, die Rock’n’Roll-Sänger machen weiter“ - aber Giti Nourbakhsch nicht. Zuletzt machte sie von sich reden, als ihr die Teilnahme an der Art Basel 2011 verweigert wurde und sie daraufhin öffentlich die Berlin-lastigen Jury-Mitglieder der Korruption bezichtigte. Schon da schien sie die Nase vom Berliner Kunstsumpf ziemlich voll zu haben. Im März wird sie ihre Galerie, die sie 1999 gründete und seit 2006 an der Kurfürstenstraße betrieb, schließen. lz
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Art-Cologne-Preis für Wide White Space
In diesem Jahr wird eine Galerie mit dem Art-Cologne-Preis ausgezeichnet, die schon seit 1976 nicht mehr existiert: Es ist der Wide White Space aus Antwerpen, von dem in den sechziger Jahren unter der Führung von Anny de Decker und Bernd Lohaus wichtige Impulse ausgingen. Joseph Beuys zeigte dort im Jahr 1968 seine erste Ausstellung im Ausland und die berühmte Performance „Eurasienstab“. Auch sonst liest sich die Künstlerliste der Galerie wie ein Who’s who der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts, darunter Christo, Dan Flavin, Richard Long, Victor Vasarely, Andy Warhol, Günther Uecker, Piero Manzoni oder Edward Kienholz. Die Auszeichnung wird jährlich vom Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler und der Kölner Kunstmesse vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Verleihung des Preises findet während der Art Cologne, am 19. April, statt. Im Jahr 2011 wurde der Galerist Michael Werner gewürdigt, Preisträger waren auch schon Ileana Sonnabend oder Denise René. svm
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Galerie Schwind eröffnet Dependance in Berlin
Die Frankfurter Galerie Schwind hat nun auch eine Vertretung in Berlin-Mitte auf der Auguststraße. Seit 2004 führt Karl Schwind bereits eine Dependance in Leipzig; dort bespielt er die ehemaligen Wohnräume des Malers Werner Tübke. Aus Tübkes Umfeld der Leipziger Schule stammen die meisten Künstler im Galerieprogramm, darunter Wolfgang Mattheuer, Ulrich Hachulla, Arno Rink, Johannes oder Michael Triegel. F.A.Z.
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Wochenende für Fotos
Am 4. Februar begeht Düsseldorf das erste „Duesseldorf Photo Weekend“. In zahlreichen Düsseldorfer Institutionen und in elf Galerien werden von diesem Samstag an neue und historische Fotografien gezeigt: Die Akademie-Galerie am Burgplatz zeigt Fotokunst ab 1970 in der Gruppenschau „Die Erfindung der Wirklichkeit“. Das NRW-Forum will mit „State of the Art Photography“ internationale Tendenzen aufspüren, und im ehemaligen Tunnelrestraum „Kit“ zeigen junge Fotografen unter dem Signum des „Audi Art Award“ prämierte Werke. Zu den Galerien führt ein kostenloses Shuttle: Beck & Eggeling zeigen in ihren „New Quarters“ Thomas Wrede; Bugdahn und Kaimer präsentieren die „Collaborations“ von Irene Andessner und Ingolf Timpner. Bei Schönewald in Flingern lässt sich Günter Förgs Blick auf Moskau in den frühen achtziger Jahren studieren, während Ruth Leuchter unweit davon die verwunschene Fotokunst von Vincent Olinet ausstellt. Weitere teilnehmende Galeristen sind Bernd A. Lausberg, Fischer, Anna Klinkhammer, Felix Ringel, Clara Maria Sels, Kai Brückner (TZR) und Voss. Zahlreiche Veranstaltungen wie Lesungen, ein Filmprogramm und mehr Partys, als sich an einem Abend besuchen lassen, runden dieses Fotowochenende ab. krön.
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Wieder ein Galeriewochende in Köln
Zum fünften Mal finden vom 27. bis 29. Januar die „Cologne Contemporaries“ statt. Rund zwanzig Kölner Galerien und Projekträume eröffnen am letzten Wochenende des Monats gemeinsam. Für die aktuelle Ausgabe haben sich die Veranstalter etwas Besonderes ausgedacht: eine Kooperation mit Galerien und Projekträumen aus Brüssel, „um einen Überblick über die Aktivitäten der zeitgenössischen Kunstszene in Benelux“ zu geben. Als Gäste aus Brüssel nehmen teil: Elaine Lévy Project, Etablissement d’en face projects, Meessen de Clercq, Elisa Platteau & Cie, Sébastien Ricou und Patrick Waldburger.
Kuratiert wird außerdem eigens eine Überblicksausstellung mit jungen Künstlern aus Belgien von der ehemaligen Leiterin des Düsseldorfer Kunstvereins, Vanessa Joan Müller, gemeinsam mit der in Brüssel lebenden polnischen Kuratorin Anna Jastrzabek. Als Veranstaltungsort wird dafür erstmals das Gelände des historischen Carlswerks in Köln-Mühlheim genutzt, das mit mehr als 126.000 Quadratmetern ausreichend Platz für die Kunst bietet. krön.
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Zum Tod von Mike Steiner
An einer Hommage an sein Lebenswerk, die elektronische Speicherung spektakulärer Performances, durfte er sich noch selbst erfreuen: der Maler, Sammler und Händler Mike Steiner, der Anfang Januar im Alter von 71 Jahren gestorben ist, wie erst jetzt bekannt wurde. Fast ein ganzes Jahr zeigte die Berliner Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof unter dem Titel „Live to Tape“ den fachmännisch restaurierten Teil einer mehr als 300 Videobänder umfassenden Kollektion, die Steiner bereits 1999 in Zusammenhang mit einer Ausstellung eigener „Color Works“ dem Haus schenkte.
Nach dem Malerei-Studium in Berlin gelangte Steiner 1965 mit einem Stipendium nach New York, wo er Kontakte zur aufblühenden Video-Kunstszene knüpfte, die sich später gern in seiner Berliner Studio-Galerie - mit angeschlossenem Künstlerhotel - einfand. Neben dem Amerikaner Allan Kaprow waren es vor allem die Mitglieder der „Fluxus“-Bewegung - Joseph Beuys, Wolf Vostell, Ben Vautier, Al Hansen oder Emmett Williams - denen der Galerist zu Aufmerksamkeit verhalf. Seine besondere Vorliebe galt den feministisch befeuerten Wienerinnen Valie Export und Friederike Pezold, auch Ulrike Rosenbach und Marina Abramovic, deren damaliger Partner Ulay 1976 vor Steiners laufender Kamera einen Raubüberfall auf Spitzwegs „Armen Poeten“ simulierte. C.B.
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Führungswechsel bei Christie’s in Frankreich
Aline Sylla-Walbaum, die ehemalige Kulturberaterin des französischen Premierministers Fillon, wird Generaldirektorin von Christie’s France. In den Jahren 2002 bis 2007 war Aline Sylla-Walbaum am Louvre tätig; zuletzt arbeitete sie für den Immobilienkonzern Unibail-Rodamco. A.H.
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Die Galerie Ben Kaufmann schließt
Man wollte es nicht glauben, als der Berliner Galerist Ben Kaufmann erklärte, aus dem Kunstmarkt auszusteigen. Kopfschütteln erntete der Querdenker, der 2004 in München begann, noch auf der Art Basel Miami Beach. Doch seit dem 1. Januar ist es tatsächlich vorbei. Kaufmann hat außergewöhnliche Arbeit geleistet. Doch gerade der Erfolg wird im Kunstmarkt oft teuer, erfordert Investition, der Anspruch der Kunden wächst. Seine Künstler sind gut versorgt. Und auch er hat wieder ausgefallene Ideen: Er will Fußballtrainer werden. swka
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Brückentag in Bonn
Am Samstag, den 14. Januar, findet zum zweiten Mal der AntikBücher-Markt „Bonner Brückentag“ statt. Mehr als dreißig Aussteller aus Deutschland präsentieren im „Brückenforum“ mit Rheinnähe ihr Angebot aus Büchern, Grafiken und Autographen. Dazu zählen das Antiquariat Aix-la-Chapelle aus Aachen, Hanno Schreyer aus Bonn, Hans Lindner aus Mainburg, Lenzen aus Düsseldorf, Wirkus aus Ehlscheid, das Rote Antiquariat aus Berlin und Peter Ibbetson aus Bergisch Gladbach.
Die noch junge Initiative muss jedoch in diesem Jahr einen empfindlichen Dämpfer hinnehmen: 2011 trat sie noch mit mehr als vierzig Ausstellern an, jetzt zählt die Teilnehmerliste nur noch gut dreißig Antiquare auf. Auch fehlen dieses Mal Händler aus Frankreich oder den Niederlanden. Besucht werden kann die Bücherschau von 11 bis 17 Uhr. Der Katalog, der rund zweihundert Titel von fünfzehn Händlern umfasst, ist ausschließlich hier abrufbar. svm
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Traurige Souvenirs von der „Titanic“
Vor bald hundert Jahren sank die „Titanic“. Das traurige Jubiläum nimmt Guernsey’s in New York zum Anlass für eine Auktion am 1. April 2012: Porzellane, Teile der Innenausstattung, des Schiffsrumpfes und andere Funde, die aus sieben Expeditionen zum Wrack von 1987 bis 2004 stammen, summieren sich zu 5500 Losen. Das Bergungsunternehmen „RMS Titanic“ erwartet dafür umgerechnet 146 Millionen Euro. Die Erfahrung zeigt, alles, was mit der „Titanic“ zusammenhängt, ist begehrt. Zuletzt wurde in London ein fast zehn Meter langer Plan des Schiffs-Querschnitts für 220.000 Pfund (Taxe 100.000/ 150.000) versteigert.
Auf dem Unglücksschiff verfasste Briefe wurden 2010 umgerechnet für 62 600 Euro und 2006 schon einmal für 68.000 Euro vermittelt. Auch Speisekarten spielten Geld ein, 2004 zum Beispiel umgerechnet 76 500 Euro. Die Liste der Andenken lässt sich mit einer Werbeanzeige für die Rückreise dritter Klasse weiterführen, für 17 250 Dollar 1999 bei Swann in New York versteigert, oder mit einer der raren Schwimmwesten, 2008 für 47.000 Pfund. Und einer der schwarz gekleideten Steiff-Teddybären aus dem Jahr 1912, in einer Auflage von 600, erreichte bei Christie’s vor elf Jahren 90.000 Pfund (15.000/20.000). svm
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Der Oscar von Orson Welles
In Los Angeles ist der Oscar, den Orson Welles 1942 für das DrehbuIm Namen der Kulturhoheit“ch zum Film „Citizen Kane“ erhielt, für 861.542 Dollar (inklusive Aufgeld) versteigert worden. Nach Angaben des kalifornischen Auktionshauses Nate D. Sanders zählte zu den Bietern auch der Magier David Copperfield, den aber der ungenannte Käufer aus dem Rennen warf. Welles war 25 Jahre alt, als er den Oscar, der sein einziger bleiben sollte, erhielt. Während heute „Citizen Kane“ als einer der besten Filme aller Zeiten - wenn nicht als der beste schlechthin - gilt, war er bei seinem Erscheinen ein finanzieller Misserfolg. Im Dezember 2007 stand die Statuette schon einmal zur Versteigerung, versehen mit einer Erwartung bis zu 1,2 Millionen Dollar. Sie musste aber zurückgezogen werden, weil kein Gebot auch nur das Limit erreichte. Verkauft wurde in dieser Auktion allerdings das Drehbuch selbst, das Welles gemeinsam mit Herman J. Mankiewicz schrieb, für 97.000 Dollar.
Dieser Oscar hat eine bewegte Geschichte: Welles verlor ihn zu Lebzeiten. 1994 tauchte er wieder auf, bei Sotheby’s; sein Kameramann hatte ihn gehabt. Welles’ Tochter konnte die Versteigerung verhindern, verkaufte aber den Oscar später selbst. Im Jahr 2003 erwarb ihn die Dax Foundation; sie eben versuchte erfolglos, ihn 2007 wieder zu verkaufen. Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die die Statuetten vergibt, will nicht, dass sie zu kommerziellen Zwecken eingesetzt werden. Aber zu verhindern ist das nicht: Bereits 1993 wurde Vivien Leighs Oscar für ihre Rolle in „Vom Winde verweht“ für 562.500 Dollar versteigert. Ungefähr dieselbe Summe investierte dann Steven Spielberg in die Statuette, die Bette Davis für „Jezebel“ bekam; sie steht im Museum der Filmakademie. rmg