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Auktions-Dresscode in Moskau : Profilfrage

Ein Auktionshaus in Moskau hat einen Dresscode und Benimmregeln eingeführt und dabei übersehen, dass Bieter ihr Aussehen anpassen - je nach Bedarf!

          Das auf den Handel mit Münzen, Glas und Porzellan spezialisierte Moskauer „Osteuropäische Antiquitätenhaus“ (Wostotschno-Jewropejski Antikwarnyj Dom) hat für seine Veranstaltungen einen Dresscode und Benimmregeln eingeführt. Zu den Auktionen, die im Februar starten, werden nur in dunkle Anzüge gekleidete Bieter und Bieterinnen sowie Damen in Abendgarderobe eingelassen. Außerdem darf künftig während der Versteigerungen nicht geflucht, kein Alkohol getrunken, nicht mit dem Handy telefoniert und kein Mitbieter beleidigt werden, so erfährt man auf der Internetseite der Antiquitätenhandlung. Mit diesen Regeln wolle man einen respektvollen und angenehmen Geschäftsablauf gewährleisten, heißt es zur Erklärung. Teilnehmer, die dagegen verstoßen, würden erst verwarnt, dann aus dem Saal entfernt und mit Hausverbot belegt.

          Zerknitterte Hosen und Wollmütze

          Moskauer Fachkollegen halten den Vorstoß der wenig bekannten Antiquitätenfirma für einen abwegigen Versuch, sich zu profilieren. Im Unterschied zu Wohltätigkeits-Auktionen, die oft mit Kleidervorschriften verbunden sind, komme es bei regulären Auktionen nur darauf an, dass die Kunden sich korrekt verhielten, erklärt Michail Kamenski vom Moskauer Sotheby’s-Büro. Einen sichtlich betrunkenen Bieter, der den Versteigerungsverlauf störe, würde gewiss jeder Kunsthändler seines Hauses verweisen, so Kamenski weiter; er legt Wert auf die Feststellung, dass dergleichen auch im zivilisierten Westeuropa vorkommen könne. Doch wenn ein potentieller Kunde in zerknitterten Hosen und Wollmütze im Publikum sitzen wolle, so sei das seine Sache.
           

          Die Comme il faut-Initiative des Antiquitätenhauses ziele möglicherweise auf unerfahrene Käufer; denn wirklich potente Kunden dürften durch das Verbot, in Jeans und Turnschuhen zu erscheinen, eher abgeschreckt werden, glaubt der Geschäftsmann Viktor Gasantschidis, der selbst mit antiken Münzen handelt: In den Vereinigten Staaten, wo er oft russische Raritäten erwirbt, kleideten sich millionenschwere Sammler gern wie Bauern, die gerade vom Traktor gestiegen sind, sagt Gasamtschidis – sie wollen jede äußerliche Profilierung gerade vermeiden.

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