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Online-Auktionshaus „Auctionata“ Die digitale Wende erreicht die Kunst

„Auctionata“ sorgt seit einem Jahr auf dem Kunstmarkt für Unruhe. Was steckt hinter dem Online-Auktionshaus? Wie arbeitet die Firma? Und was bedeutet das für die Kunden?

© Auctionata Vergrößern Von der Schätzung bis zum Verkauf: Mit diesem Schema erklärt der Online-Versteigerer Auctionata seine Vorgehensweise.

„So versteigert man heute“ - das Motto des Berliner Internetauktionshauses Auctionata erinnert an geplatzte Träume der Dotcom-Jahre. Denn in diesem Satz schwingt etwas mit: Im Netzzeitalter verdient man leicht sein Geld, ohne aufwendige Logistik und anstrengende Kundenkontakte. Doch die Kunst ließ sich bisher nur schwer als „New Economy“ denken. Gilt das noch?

In den vergangenen Jahren versuchten sehr unterschiedliche Firmen, das Internet zum Kunstverkauf zu nutzen. Dabei wurde stets gemahnt: Kunst sollte man im Original sehen, bevor man sie erwirbt. Dieser Satz bleibt wahr. Und doch hat sich unsere Kunstkonsumgesellschaft in den letzten Monaten massiv verändert. Der allgemeine Umgang mit digitalen Medien wird selbstverständlicher. Einige Kunstmessen und Biennalen finden ausschließlich im Netz statt, Sammler, Galeristen kommunizieren über Social Media. Die großen Auktionshäuser, die sich vor wenigen Jahren mit Investitionen im Netz noch eine blutige Nase holten, entwickeln Apps und veranstalten Auktionen nur im Internet. Sie schicken hochaufgelöste Abbildungen und Videos auf Sammler-Smartphones, egal ob in Asien, Amerika oder Europa.

Die digitalen Versteigerer setzen den Kunstmarkt unter Druck

Wir gewöhnen uns an die Kunst auf dem digitalen Bild. Und so kommt Bewegung ins Geschäft. Mitte Juni wurde bekannt, dass der britische Künstler Damien Hirst und der Londoner Galerist Jay Jopling rund 4,5 Millionen Euro in den New Yorker Online-Kunstversteigerer „Paddle8“ investiert haben. Das Unternehmen wurde 2011 gegründet und hat im vergangenen Jahr 7,4 Millionen Euro Umsatz gemeldet. Paddle8 verlangt ein niedrigeres Aufgeld als Sotheby’s und Christie’s. Der Markt gerät unter Druck.

Auctionata lässt einen nicht mehr in Ruhe

Seit etwas mehr als einem Jahr macht in Deutschland Auctionata von sich reden, mittels einer gezielten Strategie: Die Firma geriert sich als Nervensäge. In der Marketing-Welt ist das ein Lob, für den kritischen Nutzer eher eine Geduldsprobe. Einmal auf die Website des Auktionshauses geklickt, lässt Auctionata einen nicht mehr in Ruhe. Egal, wo man sich bewegt, die Algorithmen spülen Werbung auf die Suchseiten. „Diesen Freitag live um 18:00 Uhr - Schmuck und Uhren aus Privatbesitz“ steht dort, dann „7117 Objekte“ in „Deutschlands größtem Online Shop für Kunst, Antiquitäten und Sammlerobjekte“.

Man scrollt auf der Startseite ein bisschen nach unten und erfährt „Verkaufen ganz einfach“, und man liest auf einem Button „Auktionshaus München“, es folgen noch Hamburg und Düsseldorf. Doch außer der Niederlassung in Berlin existieren diese Standorte nicht in Wirklichkeit. Klickt man auf München, so erscheint ein Fenster: „Unsere Auktionen werden, wie Sie es von einem etablierten Auktionshaus in München oder anderen Städten gewohnt sind, ausschließlich von erfahrenen und lizenzierten Auktionatoren durchgeführt.“ Ist das seriös?

Gütesiegel - erfunden, aber legal

„Das ist ganz legal“, sagt Christiane Herzhauser von Auctionata; am Anfang habe sie das auch irritiert, aber so funktioniere aggressives Marketing in Start-upUnternehmen. Und davon ist viel zu erleben: Auctionata bietet eine „25 Jahre Echtheitsgarantie“. Was das bedeutet, steht in den Geschäftsbedingungen: Die Garantie greift, wenn „Waren, deren Unechtheit in einem Schiedsgutachterverfahren vom Käufer der Ware nachgewiesen wurde, an das Auktionshaus gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgegeben werden können“.

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