Die Seine schlängelt sich nördlich von Paris in Richtung Ärmelkanal. Der kleine Ort Les Andelys gehört dort zu den schönsten Flecken, dominiert wird die Schlaufe des Flusses von den Überresten des Château Gaillard. Paul Signac setzte die einst von Richard Löwenherz errichtete Burg ins Zentrum eines Landschaftsbildes, das er 1921 vollendete. Es wird am 7. Dezember bei Koller in Zürich versteigert und zeigt die ganze Pracht von Signacs Pointilismus. Das vielfach publizierte und ausgestellte Gemälde stammt aus privater Hand (Taxe 3,2/3,8 Millionen Franken).
Das mittelgroße, quadratische Gemälde „Paysage du Port Lligat avec anges familiers et pêcheurs“ von Dalí aus dem Jahr 1950 gehört zu der Sammlung des New Yorker Unternehmers Albert D. Lasker (2,8/3,5 Millionen). Picassos „Nue assis appuyé sur des coussins“ von 1964 (2,2/2,8 Millionen) ist Teil einer größeren Serie von liegenden Akten; charakteristisch sind die dunklen Augen und Haare seiner damaligen Frau Jacqueline. Aquarelle Noldes finden sich auch: „Gebirgslandschaft“ von 1948 (90.000/100.000) und eine „Marschlandschaft“ (180.000/ 250.000) auf Japanpapier der dreißiger Jahre.
Die 124 Lose Schweizer Kunst führt Albert Anker an. Mit dem Stillleben „Teeservice“ gewährt er uns einen Blick ins Private: Feines Porzellan in Blau-Weiß, frisches Gebäck und Zuckerstücke auf einer weißen Damastdecke laden zur Teestunde ein. Solche Nature-morte-Szenen sind selten in Ankers Werk, nur 35 Stillleben sind bekannt. Das vorliegende Bild ohne Datierung ist eines der wenigen von Ankers Hochformaten dieses Metiers.
Der Katalog nennt für das seit 1942 in Privatbesitz befindliche Gemälde eine Taxe von 1,5 bis 2,2 Millionen Franken. In diese Preisregion könnte auch das feine Genrebild „Schreibender Knabe mit SchwesterchenI“ vorstoßen, das Anker 1875 schuf. In kräftigem Duktus brachte Giovanni Giacometti die Farben für seine Ansicht des Corvatsch „Sera d’inverno“ (300.000/400.000) von 1924 mit dem Spatel auf Malkarton auf. Augusto Giacomettis „Maiskolben und Orangen“ (200.000/ 300.000) sind insgesamt zurückhaltender. Seine Arbeiten in Pastell und Blattgold von 1933 und 1936 (je 50.000) sind vorzügliche Belege für seine Suche nach dem Abstrakten.