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Klassische Moderne Polyesterdrachen

 ·  Moderne Kunst von Otto Dix über Paul Cézanne bis Max Liebermann, dazu eine lustig bunte Plastik Niki de Saint Phalles: Die Hamburger Auktion bei Hauswedell & Nolte in der Vorschau.

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Mit drei Katalogen startet Hauswedell & Nolte am 6. und 7. Juni in Hamburg in seine Auktionen mit Klassischer Moderne und Kunst nach 1945 und zusätzlich eine Abendversteigerung mit ausgewählten Werken. Das teuerste Los des Abends ist Otto Dix’ Bodenseelandschaft „Allensbach und Reichenau“ von 1938. Eine altmeisterlich penibel beobachtete Landschaft mit tiefergelegtem Horizont, die in all ihrem Detailreichtum fast einer Dürerschen Aquarell-Vision gleicht, entstand etwa zehn Jahre nach den schmerzhaft überzeichneten und anklagenden Kriegsdarstellungen. Das siebzig mal achtzig Zentimeter messende Ölbild auf Hartfaserplatte ist hier mit 220 000 Euro ausgezeichnet.

Auf Hans Purrmanns bildfeldfüllender Baumstudie, 1920 ebenfalls am Bodensee entstanden, schlägt der Pinsel noch heftig zu, mit zum Teil pastosen, lebhaften Farben (Taxe 30 000 Euro). Strahlend kommt auch ein Sonnenblumenaquarell von Nolde in Hamburg ans Licht der Öffentlichkeit; es befand sich seit den fünfziger Jahren im Familienbesitz (120 000) und wurde damals vom Münchner Galeristen Günther Franke von Nolde direkt erworben. Auf einem kleineren Hochformat versammelte Jawlensky 1863 Tulpen für ein stark abstrahiertes Stillleben (50 000). Heckel kombinierte auf 113 mal 86,5 Zentimetern Pfingstrosen und Lupinen in einem großen Temperabild, gemalt mitten im kriegerischen Flandern 1916, wo er als freiwilliger Helfer beim Roten Kreuz tätig war (90 000). Den Katalogeinband ziert Heckels Farbholzschnitt seines Selbstbildnisses von 1919, hier in einem prachtvollen und farbintensiven Druck in Schwarz, Grün und hellem Braun - eine Inkunabel des expressionistischen Porträts (40 000).

Beckmann, Barlach, Baumeister

Unter den Franzosen leuchten zwei Farblithographien: Cézannes „Große Badende“ von 1896/7 für 20 000 Euro und Renoirs „Le Chapeau epinglé“ von 1898 für 60 000 Euro. Aus einer norddeutschen Privatsammlung kommt Liebermanns vollgültige Ölstudie „Brabanter Spitzenklöpplerinnen“ von 1882 (45 000), während Lesser Ury sich 1928 in sehr viel mondänerem Ambiente seinem Motiv einer spätabendlichen Pariser Caféhausszene näherte, für die 100 000 Euro erwartet werden.

Während eines Nordseeaufenthaltes skizzierte 1904 Max Beckmann eine „Strandlandschaft bei Flut“ in Öl auf Karton, ein Motiv, das ihn während dieses Aufenthaltes offenbar stark beschäftigte und das jetzt auf 45 000 Euro geschätzt ist. Ernst Barlach ist mit einem postumen Guss einer seiner letzten großen Plastiken vertreten, dem Flötenbläser von 1936, knapp achtzig Zentimeter hoch und mit 85 000 Euro beziffert. Nicht zum ersten Mal kommt bei Hauswedell & Nolte ein Exemplar der Farblithographie des „Seiltänzers“ von Klee zum Aufruf: Dieses Blatt, nuancenreich und von schöner Transparenz, soll 50 000 Euro kosten. Herausragend bei der Nachkriegskunst ist Baumeisters „Montaru mit Gondel“, Collage, Bleistift und Pastell auf Papier von 1954 (60 000), und Niki de Saint Phalles lustig bunte Polyesterplastik „Dragon“, 53 Zentimeter hoch, um 1974, für 60 000 Euro.

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