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Veröffentlicht: 11.12.2009, 17:55 Uhr

Hehlerei im Drouot Skandal weitet sich aus

Die französische Polizei hat weitere Kunstwerke beschlagnahmt, und in einem Pariser Vorort die Container der Verdächtigen versiegelt. Drei der „Commissionnaires“ bleiben in Haft.

von Angelika Heinick, Paris

Im Anschluss an die spektakulären Festnahmen mehrerer Mitarbeiter des Pariser Hôtel Drouot wurden acht Lager- und Speditionsarbeiter sowie ein Auktionator angeklagt. Drei der „Commissionnaires“ - Männer für alles - bleiben vorerst in Haft; die anderen wurden unter Rechtsaufsicht freigelassen. Das Zentralamt für die Bekämpfung von Kunstdiebstahl und illegalem Kunsthandel der französischen Polizei ermittelt gegen eine, so heißt es, „Verbrecherbande und organisierten Diebstahl“, seit in der Wohnung eines der Commissionnaires ein gestohlenes Landschaftsgemälde von Gustave Courbet gefunden wurde.

Das Ausmaß der Diebstähle bei Inventuren und Haushaltsauflösungen, beim Transport sowie aus den Lagerräumen des Hôtel Drouot scheint erheblich größer zu sein, als anfänglich angenommen wurde: Bei Hausdurchsuchungen stellte die Polizei rund hundert Möbel, Uhren oder Schmuckstücke sicher. In einem Außenlager im Pariser Vorort Bagnolet wurden die Container der Commissionnaires versiegelt. Der Präsident der Drouot Holding, Georges Delettrez, und Ludovic Morand, Vorsitzender der Pariser Gesellschaft der Compagnie des Commissaires-Priseurs, haben erklärt, im Anschluss an das Verfahren, in dem Drouot als Nebenkläger auftreten wird, „gegenüber dem Dienstleister angemessene Maßnahmen“ zu treffen.

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