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Halbzeit 2008 Bacon ist der Mann

01.08.2008 ·  Halbzeit 2008 im Auktionsmarkt: Die zehn teuersten Werke in den beiden großen Firmen

Von Lisa Zeitz
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Die beiden führenden Auktionshäuser haben in der ersten Jahreshälfte 2008 jeweils wieder mehr als drei Milliarden Dollar Umsatz gemacht. Besonders gut hat diesmal London abgeschnitten. Den höchsten Auktionspreis des ersten Halbjahres allerdings schlug Auktionator Tobias Meyer wieder bei Sotheby’s in New York zu: 77 Millionen Dollar bewilligte der russische Milliardär Roman Abramovich im Mai für Francis Bacons monumentales Triptychon aus dem Jahr 1976, das von der Familie Moueix, den Besitzern des legendären Weinguts Chateau Pétrus, eingeliefert worden war (Taxe 70 Millionen Dollar). Mit Aufgeld musste Abramovich 86,3 Millionen Dollar bezahlen.

Das ist der höchste Preis, der je für ein Kunstwerk aus der Zeit nach 1945 bewilligt wurde. Sowohl Sotheby’s als auch Christie’s zählen Bacon mehrfach zu ihren Top Five: Christie’s versteigerte erst ein ebenso großes Triptychon des Künstlers – jede der drei Tafeln misst rund zwei mal eineinhalb Meter – aus den Jahren 1974 bis 1977 im Februar in London für 23,5 Millionen Pfund (Taxe 25 Millionen Pfund). Dann kamen Ende Juni in London bei Christie’s Bacons „Three Studies for Self-Portrait“ von 1975 zum Aufruf: Der Preis kletterte über die Taxe von zwölf Millionen Pfund hinaus und landete bei stolzen 15,4 Millionen. Auch Sotheby’s war von dem Erfolg mit Bacon angespornt: In London brachte Bacons „Study of Nude with Figure in a Mirror“ von 1969 17,8 Millionen Pfund (18/25 Millionen).

Seerosen von Monet

Das Spitzenlos bei Christie’s stammt von Monet: „Le bassin aux nymphéas“ von 1919 brachte im Juni in London den Hammerpreis von 36,5 Millionen Pfund, rund das Doppelte der unteren Taxe. Mit diesem Zuschlag war der erst im Mai in New York bei Christie’s aufgestellte Rekord für Monets Eisenbahnbrücke von Argenteuil hinfällig. Ein Sammler gab dort das erfolgreiche Gebot von 37 Millionen Dollar ab. Auch Mark Rothko, der im vergangenen Jahr zum großen Markthelden avancierte, ist vertreten: Seine Farbfeldmalerei „No. 15“ von 1952 fand in New York einen Abnehmer, der 45 Millionen Dollar bewilligte (Taxe 40 Millionen Dollar.)

Bei Sotheby’s hatten drei Werke vom Anfang des 20. Jahrhunderts den größten Erfolg: In New York brachte Fernand Légers „Étude pour la femme en bleu“ der Jahre 1912/13 die untere Taxe von 35 Millionen Dollar. Eingeliefert worden war das Bild aus der Krefelder Sammlung Lange. Munchs bedeutendes Gemälde „Mädchen auf einer Brücke“ erzielte 27,5 Millionen Dollar innerhalb der Schätzung und ist viertteuerstes Werk bei Sotheby’s. Wenig später glänzte in London Gino Severinis dynamische „Danseuse“ von 1915: Erst bei 13,4 Millionen Pfund knallte der Hammer aufs Pult, ein Künstlerrekord.

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