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Gegenwartskunst in New York : Noch immer ist Warhol nicht zu schlagen

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Die New Yorker Abendauktionen mit zeitgenössischer Kunst laufen gut. Sensationen bleiben in diesem Frühjahr jedoch aus: eine Bilanz der Versteigerungen bei Sotheby's, Christie's und Phillips de Pury.

          Die Ergebnisse für die Zeitgenossen in New York sind bei Sotheby's und Phillips de Pury solide ausgefallen, während Christie's sogar hervorragend abschnitt - in Zahlen: Auf zwei Abende verteilt setzte Sotheby's mit hundert Losen rund 183 Millionen Dollar um, Christie's übertraf die Erwartungen mit einem Umsatz von 302 Millionen für 65 Lose, und Phillips de Pury kam mit 51 Losen auf 99 Millionen Dollar. Bieter aus aller Welt bewilligten Rekordpreise für Anselm Kiefer, Cindy Sherman, Richard Diebenkorn, Cy Twombly, John Chamberlain und Urs Fischer.

          Noch bevor der Warhol-Marathon begann, veranstaltete Sotheby's eine Sonderauktion mit 42 Werken aus dem Nachlass des New Yorker Galeristen und Sammlers Allan Stone; bis auf drei Lose fanden alle einen Abnehmer. Die Frage, ob man dem Markt siebzehn Bilder von Wayne Thiebaud an einem Abend zumuten könne, zerkrümelte wie ein Muffin in der kalifornischen Sonne: je süßer die von Thiebaud verzauberten Schaufensterauslagen, desto höher die Preise - 2,6 Millionen Dollar für „Various Cakes“ (Taxe 1,2/1,8 Millionen), 3,5 Millionen, die obere Taxe, für „Pies“. 55 Millionen Dollar brachte die Stone Collection insgesamt.

          In der regulären Abendauktion gingen bei Sotheby's 47 von 58 Losen, für 128 Millionen Dollar. Die Erwartungen für die Spitzenlose von Koons und Warhol waren besonders hoch - zu hoch, wie sich herausstellte. Die Schätzung für das Titellos, Koons' herrlich alberne Porzellanfigur einer barbusigen Blondine in Umarmung mit dem „PInk Panther“, eingeliefert von Benedikt Taschen, peilte mit zwanzig bis dreißig Millionen Dollar einen neuen Rekord für den Künstler an - zum Vergleich: Seine Stahlplastik „Balloon Flower“ kostete in London 2008 den Höchstpreis von umgerechnet 25,8 Millionen Dollar (inklusive Aufgeld).

          Doch in diese Höhen verstieg sich jetzt niemand. Schon bei fünfzehn Millionen erging der Zuschlag an ein Telefon, vielleicht, so wird spekuliert, eine asiatische Adresse. Auch Warhols Polyptychon „Sixteen Jackies“ von 1964 war auf zwanzig bis dreißig Millionen Dollar taxiert: Mit achtzehn Millionen wurde es das teuerste Werk des Abends. Von sieben Warhols blieb nur eine „Round Jackie“ ohne Abnehmer; „Shadow (Red)“, ein fast abstrakter Siebdruck von 1978 kletterte sogar auf 4,25 Millionen (700 000/900 000), während die anderen Bilder, darunter eine Freiheitsstatue, eine „Camouflage“ und „Ladies & Gentlemen“, Zuschläge im Bereich der unteren Taxe erhielten.

          Knapp über der oberen Gesamttaxe

          Aus dem Nachlass von Dodie Rosekrans stammten Werke von Warhol, Kiefer und Dubuffet, von letzterem der eindrucksvoll bezahnte „Mirobolus Blanc“ aus den vierziger Jahren für 950 000 Dollar (500 000/ /700 000). Besonders erfolgreich war Andreas Gurskys bleischwer wirkende Flusslandschaft „Rhein I“ von 1996: Der mehr als zwei Meter breite C-Print (Auflage 6) erzielte starke 1,8 Millionen Dollar (1/1,5 Millionen). Gute Ergebnisse gab es für Skulpturen von David Smith, Alexander Calder, Louise Bourgeois, Yoshitomo Nara, Paul McCarthy, Anish Kapoor und Jim Hodges, sowie Malerei von Jean-Michel Basquiat, Lucio Fontana, Mark Tansey, Yayoi Kusama, Luc Tuymans und Richard Prince.

          Bei Christie's konnte man sich über eine glänzende Abendveranstaltung freuen. 301 Millionen Dollar spielten die insgesamt 65 Lose ein, bei nur drei Rückgängen, womit die obere Gesamttaxe knapp überrundet ist. Zum Spitzenlos der Woche wurde Warhols frühes vierfaches Selbstporträt in Blau, das aus der Familie der ursprünglichen Auftraggeberin Florence Barron eingeliefert wurde und mit einer Garantie und einem unwiderruflichen Gebot versehen war). Mit Sonnenbrille präsentiert sich der Künstler in Trenchcoat und Krawatte überbelichtet und unnahbar.

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