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Chinesische Kunst Als der Meister Zhang einmal nach Österreich reiste

26.05.2010 ·  Der Tiroler Achensee in Tusche: In Peking erzielte ein prächtiges Querformat des Altmeisters Zhang Daqian einen Rekordzuschlag für jüngere chinesische Kunst. Er malte das Bild im Jahr 1968.

Von Mark Siemons, Peking
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Auf einer Versteigerung des Pekinger Auktionshauses China Guardian ist ein neuer Preisrekord für ein jüngeres chinesisches Gemälde erzielt worden: Das großformatige, knapp 2,7 Meter breite Tuschebild „Achensee“, das der Altmeister Zhang Daqian im Jahr 1968 bei einem Österreich-Aufenthalt malte, wurde für 100,8 Millionen Yuan verkauft, das sind umgerechnet 14,77 Millionen Dollar. Über den Käufer ist nichts bekannt. Allerdings wird man das Werk kaum der zeitgenössischen Kunst zurechnen können: Der 1899 geborene und 1983 gestorbene Zhang Daqian ist in China vor allem wegen seiner traditionellen Tuschegemälde bekannt, die er später auch mit impressionistischen und expressionistischen Elementen versah.

Nach 1949 lebte Zhang lange Zeit in Amerika, bevor er sich 1977 in Taiwan niederließ und dort in der Nähe des Palastmuseums die „Klause der täuschenden Wahrnehmung“ gründete. Seinem Treffen mit Picasso 1953 in Antibes messen manche die symbolische Bedeutung einer Begegnung der künstlerischen Hemisphären bei. Da er zahlreiche Werke mit den Signaturen anderer Maler versehen hat, stellt sich heute vielfach das Problem der korrekten Zuschreibung. Zhangs Marktwert hat sich in letzter Zeit stark erhöht. In der Liste der teuersten Künstler weltweit beim Internet-Informationsdienst Artprice sprang er 2009 vom 51. auf den elften Rang.

Den bisherigen chinesischen Rekord im zeitgenössischen Segment - dessen Beginn man in China erst 1979 ansetzt - hatte 2008 Zeng Fanzhi mit 9,66 Millionen Dollar aufgestellt. Traditionelle Kunst erzielt in China höhere Preise: 2009 wurden bei einer Christie's-Auktion für ein Rollbild von Wu Bin aus dem 16. Jahrhundert 24,8 Millionen Dollar bezahlt. Der hohe Preis jetzt für Zhang Daqian wird in China als ein weiteres Zeichen der Erholung des Kunstmarkts gewertet. Im vergangenen Jahr verzeichnete China Guardian, das erste und größte Kunst-Auktionshaus des Landes, Verkaufserlöse von 1,532 Milliarden Yuan und damit den bisher höchsten Umsatz in seiner siebzehnjährigen Geschichte.

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Jahrgang 1959, Feuilletonkorrespondent in Peking.

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